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Mittwoch, 16. September 2026

Brief an Frida

 


Brief an Frida

Ein Nachmittag im September.

Pippi sitzt im „Chez Maurice“. Vor ihr auf dem Tisch stehen ein Latte Macchiato und ein Éclair mit Pistaziencreme. Daneben liegt ein Bogen Briefpapier.

Was gibt das denn?

Schauen wir mal.

Pippi sitzt an dem kleinen Holztisch und schaut nachdenklich aus dem Fenster. Sie trinkt einen Schluck Kaffee und nimmt einen Bissen von ihrem Éclair.

Dann seufzt sie verzweifelt.

Maurice, der gerade vorbeikommt, bleibt kurz stehen.

„Nanu, Pippi, so nachdenklich? Was ist los?“

Pippi blickt auf.

„Ach, weißt du, Maurice, ich wollte eigentlich Frida einen Brief schreiben. Doch mich überwältigen gerade die Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit hier.“

Maurice nickt.

„Kann ich mir gut vorstellen. Doch fang einfach an und schreib auf, was dir durch den Kopf geht.“

Maurice geht weiter.

Pippi trinkt noch einen Schluck Kaffee, atmet tief durch und fängt an zu schreiben.


Ma chère Frida,

weißt du, wo ich gerade sitze?

Im „Chez Maurice“!

Ja, richtig gelesen: im „Chez Maurice“.

Maurice führt jetzt das Café, zusammen mit seiner Freundin, einer fantastischen Konditorin.

Madame Malou ist gestürzt, hat sich die Hüfte gebrochen und daraufhin beschlossen, in den verdienten Ruhestand zu gehen.

Tja, und das Café hat eine neue Inneneinrichtung bekommen. Ziemlich modern.

Als ich nach langer Zeit mal wieder hier war und die Tür geöffnet habe, dachte ich: Mich tritt ein Pferd!

Ich war total geschockt.

Man, man, ich sage dir: Erst entscheidest du dich, ans Meer zu gehen, dann geht Madame Malou in den Ruhestand und jetzt wird auch noch das Café auf links gezogen.

Bisschen viel für so ein altes Haus wie mich.

Doch nein, das war ja noch nicht alles.

Bei uns zu Hause wurde endlich die Heizung erneuert. Die alten Heizkörper raus, neue rein. Ebenso die Leitungen. Im Treppenhaus wurden die Steigleitungen erneuert.

Das war beziehungsweise ist ein Lärm und ein Schmutz!

Zur Krönung mussten wir noch Möbel verrücken und Schränke ausräumen.

Ich muss sagen, ich war schon ein bisschen neidisch auf dich.

Ich dachte so bei mir: Na toll, du hast hier das totale Chaos und Frida chillt gemütlich im Strandkorb.

Obwohl … Strandkorb ist ja jetzt auch nicht mehr.

Der Herbst ist ins Land beziehungsweise ans Meer gezogen.

Ja, so schnell vergeht die Zeit.

Nun habe ich doch eine ganze Menge zu berichten gehabt. Zuerst saß ich einfach nur hier und wurde von den Erinnerungen überwältigt.

Du fehlst mir einfach.

Doch jetzt muss ich sagen: Es hat auch was, hier im „Chez Maurice“ zu sitzen und dir zu schreiben.

Ich glaube, das mache ich jetzt öfter.

Statt gemeinsam Kaffee zu trinken, trinke ich meinen Kaffee alleine und schreibe dir ein paar Zeilen.

Hast du eigentlich dort ein Lieblingscafé gefunden?

Wenn ja, dann schreibst du dort.

Hätte doch was.

So, ma chère Frida, nun aber Schluss für heute.

Ich winke mal rüber und sage:

Tschüss, bis bald.

Deine
Pippilotta


Pippi blickt zufrieden auf ihren Brief. Sie faltet ihn sorgfältig und steckt ihn in ein Kuvert.

Sie trinkt ihren Kaffee aus, isst das Éclair auf, bezahlt und macht sich beschwingt auf den Weg zur Post.



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Samstag, 1. August 2026

Monatsanfang mit Überraschung


 

Neue Wege gehen

Frida schreibt wieder einen Brief – und Pippi wird überrascht. Und ausgerechnet Francia Elegancia hat einen guten Tipp.


August. Ein neuer Monat beginnt.

Pippi sitzt wieder auf dem Balkon. Vor ihr der obligatorische Kaffee. In der Hand hält sie einen Brief von Frida.

Pippi sitzt da wie erstarrt, und der Kaffee wird kalt.

Was steht in dem Brief? Worüber ist Pippi so entsetzt?

Plötzlich fängt sie an zu murmeln.

„Das glaube ich nicht! Das kann, das darf nicht wahr sein!“

Sie liest die Zeilen noch einmal.

Es lässt sich nicht leugnen. Schwarz auf Weiß steht dort geschrieben:

„Meine liebe Pippi,

ich habe beschlossen, erst einmal für längere Zeit am Meer zu bleiben. Doch wir bleiben in Verbindung. Wir können uns ja schreiben. Es gibt WhatsApp und Videotelefonie.“

Pippi schüttelt den Kopf.

„Na, das geht ja schon gut los. Kann ja nur besser werden.“

Sie lächelt leicht.

„Na ja, zum Glück ist das Meer nicht so weit weg wie zum Beispiel Australien.“

Da erscheinen auf einmal Francia Elegancia und Flippi auf der Bildfläche.

Francia Elegancia hebt eine Augenbraue – hat sie sich das etwa von Frida abgeguckt?

„Meine liebe Pippi, das ist doch nun kein Weltuntergang.

Weißt du, als du mich so zack, mir nichts, dir nichts ans Meer verfrachtet hast, war ich echt sauer. Ich konnte nichts vorbereiten, keine To-do-Liste schreiben, und dort empfing mich pures Chaos.“

Sie seufzt theatralisch.

„Aber …“, will Pippi erwidern.

„Moment, ich bin noch nicht fertig“, unterbricht Francia Elegancia sie.

„Doch die Zeit am Meer hat mir gezeigt: Vieles kann man nicht planen. Wie war das? Dort bestimmt die Tide den Rhythmus. Und ich muss sagen – so ein kleines bisschen gelassener bin ich dort schon geworden.

Lassen wir jetzt einfach alles auf uns zukommen, was der August so parat hat.

Was hältst du von Leichtigkeit als Monatsmotto?“

Pippi schaut sie fragend an.

„Und das von dir? Jetzt bin ich doppelt überrascht. Ja gut … von mir aus. Ein Versuch ist es wert.“

Nun zupft Flippi an Pippis Ärmel.

„Du Pippi, ich habe eine Idee.

Du vermisst wahrscheinlich die Kaffeenachmittage im Chez Malou. Du kannst doch trotzdem hingehen – wir kommen mit. Vielleicht hat Sunny ja Lust und Zeit. Ich sitze dann einfach nur da und beobachte das Geschehen. Was meinst du?“

Francia Elegancia kichert.

„Gute Idee, Flippi.

Ich nörgele dann ein ganz kleines bisschen herum.

– Der Kronleuchter hängt schief.

– Der Milchschaum ist nicht gleichmäßig.

– Das Törtchen …“

„Schluss jetzt! Aufhören! Ist ja schon gut, ihr zwei.“

Pippi schüttelt lachend den Kopf.

„Nein, ihr seid schon zwei Flitzpiepen. Aber wenigstens habt ihr mich zum Lachen gebracht.“

Eine Weile sitzen alle drei einfach nur da und schauen in die Wolken.

Dann gibt sich Pippi einen Ruck.

„So, ich habe mich entschieden. Ich gönne Frida ihre Auszeit am Meer. Dann gibt es eben Briefe statt Kuchen.

Und ins Chez Malou kann ich beziehungsweise können wir trotzdem gehen.“

Mein Monatsmotto lautet:

Neue Wege gehen.

Nicht perfekt, aber glücklich.

Leichtigkeit soll mich begleiten, und am Wegesrand sammle ich kleine Glücksmomente.

„Und ihr seid mit von der Partie.“

Francia Elegancia und Flippi nicken zustimmend.

Tja, manchmal kann das Ende auch ein Anfang sein – und dem wohnt bekanntlich ein Zauber inne.

Willkommen, August. 🌿




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Donnerstag, 23. Juli 2026

Erdmännchen und Perfektionismus machen Urlaub


 

Die etwas unfreiwillige Reise von Flippi und Francia Elegancia


An einem Donnerstagvormittag bekommt Pippi Post von Frida.

Sie liest den Brief ganz gemütlich auf dem Balkon. Danach sitzt sie einfach eine Weile da und schaut in die Wolken.

Die Perfektionistin flüstert ihr dabei dauernd ins Ohr:

„Also, nun mach mal hin. Einfach so herumsitzen, tsts. Der Haushalt wartet.“

Das Erdmännchen hüpft wild umher.

„Was steht denn nun drin in dem Brief?“, nörgelt es.

Plötzlich haut Pippi auf den Balkontisch.

Mit energischer Stimme sagt sie:

„Jetzt ist Feierabend! Ich habe genug von euch beiden. Frida hat euch eingeladen. Ich denke, dass euch die Meeresbrise schon zur Vernunft bringen wird.

Zack, zack, im Frack! Koffer packen und ab geht die Post!“

Auf einmal herrscht gespenstische Stille.

Pippi schaut die beiden streng an.

„Ach ja, ab heute bekommt ihr auch Namen. Du, Erdmännchen, heißt Flippi. Und du, Perfektionistin, heißt Francia Elegancia.“

Flippi hüpft passenderweise sofort wild umher.

„Au ja! Flippi ist cool. Ans Meer wollte ich immer schon!“

Sprach's, verschwand und packte seine sieben Sachen.

Francia Elegancia guckt höchst pikiert, holt tief Luft und legt los:

„Der Name ... na gut, der passt schon. Aber der Rest, das geht so nicht. Ich muss erst eine To-do-Liste und eine Packliste erstellen. Außerdem brauchen wir einen genauen Zeitplan und ...“

„Stopp!“

Pippi unterbricht sie harsch.

„Keine Diskussion. Packen und Abmarsch!“

Beleidigt zieht Francia Elegancia von dannen.

Pippi schreibt Frida noch schnell eine kurze Nachricht, dass Besuch unterwegs ist.


Szenenwechsel: 

Donnerstagnachmittag an der Nordsee

Frida sitzt in ihrem Strandkorb und heißt die beiden herzlich willkommen.

Flippi stürzt sich sofort ins Abenteuer und beginnt, eine große Sandburg zu bauen.

Francia Elegancia schaut sich missmutig um.

Frida ermuntert sie, sich zu ihr in den Strandkorb zu setzen.

Francia schnaubt.

„Pah! Hinsetzen. Ich muss mich erst einmal sortieren und einen Plan für die nächsten Wochen entwerfen. Einfach so herumsitzen ...“

Sie schüttelt den Kopf.

„Außerdem steht der Strandkorb schief und du hast einen Kaffeefleck auf der Bluse.“

Frida hebt eine Augenbraue und lächelt maliziös.

„So, so. Was du nicht sagst. Ich danke dir für den Hinweis. Doch hier bestimme ich.

Ab sofort bleiben Pläne, Listen, Klemmbrett, Lineal und Wasserwaage im Koffer. Hier hat die Tide das Sagen.“

Francia Elegancia erhebt sich beleidigt und geht in Richtung Meer.

Vorher zischt sie Flippi noch zu:

„Die Sandburg ist krumm und schief.“

Der zuckt nur mit den Schultern.

„Egal. Die nächste Welle kommt sowieso.“

Frida schmunzelt.

Und so geht es erst einmal die nächsten Tage weiter.

Flippi hüpft herum, baut Burgen, jagt Möwen und beobachtet das Geschehen am Strand.

Francia Elegancia nörgelt und jammert.

Der Strandkorb steht schief.

Die Sandburg ist krumm.

Die Möwen fliegen völlig ungeordnet durcheinander.

Da Fischbrötchen ist labberig.

Und überhaupt: Niemand scheint hier einen vernünftigen Plan zu haben.

Dann wendet sich plötzlich das Blatt.

Francia Elegancia ist in sich gegangen.

Sie setzt sich zu Frida in den Strandkorb und sagt:

„Ich habe mir etwas überlegt. Vielleicht muss ich gar nicht immer so pedantisch sein. Einfach mal machen ist auch ganz schön.

Ich werde mir ein Grundgerüst zimmern. Aber ich lasse ein paar leere Regale darin. Für das Unvorhergesehene.“

Frida nickt bedächtig.

„Das ist doch schon mal ein Anfang. Nur mach bitte kein Großprojekt daraus“, entgegnet sie lachend.

Flippi meldet sich ebenfalls zu Wort.

„Ich habe mir auch etwas vorgenommen. Ich möchte versuchen, nicht mehr so viel Achterbahn zu fahren. Vielleicht verlege ich mich mal mehr aufs Beobachten. Das macht irgendwie auch Spaß.“

Frida hebt erstaunt eine Augenbraue.

„Nanu! Da hat die Meeresbrise wohl einiges weggepustet.“

Sie schaut die beiden an.

„Gute Ansätze, ihr zwei. Schauen wir mal, was daraus wird.“

Flippi und Francia Elegancia beschließen, noch eine Weile bei Frida zu bleiben und zu üben.

Flippi übt das Beobachten.

Francia Elegancia übt, nicht alles zu planen.

Und Frida übt sich darin, die beiden nicht allzu schnell wieder nach Hause zu schicken.

Pippi hingegen genießt ihre Ruhe.

Und irgendwann treffen sich alle wieder.


Moral von der Geschichte:

Es kommt immer anders, als man denkt.

Und manchmal ist das vielleicht sogar ganz gut so.



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Mittwoch, 22. Juli 2026

Brief an Pippi

 


Frida hat geantwortet


Frida hat geantwortet. Natürlich aus ihrem Strandkorb – mit einer Prise Meeresluft im Gepäck. Doch lest selbst.

Hallo, kleine Schnappschildkröte,

als mich dein Brief erreichte, war ich etwas erstaunt und musste gleichzeitig schmunzeln. Außerdem war ich froh, in meinem Strandkorb zu sitzen – nicht, dass mich noch die Schnappschildkröte gebissen hätte.

Nun mal im Ernst, liebe Pippi.

Ich glaube, du stehst dir mal wieder selbst im Weg. Das Erdmännchen fährt Achterbahn und der Perfektionismus sitzt bei dir am Schreibtisch. Schicke beide mal zu mir ans Meer. Der Wind wird sie schon durchpusten.

Wie war das?

Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei ...

Aus dem Sommer wird Herbst, und die Renovierung dauert auch nicht ewig.

Ich habe mich mal auf deinem Blog umgeschaut. Den hast du anscheinend umgestaltet. Das gefällt mir sehr gut – nun ist er ganz du.

Und deine Schreibblockade!

Mensch, Pippi, du bist ein Mensch und kein schreibender Roboter. Auch vielen Autoren geht es so, dass sie mal keine Ideen haben. Einfach mal Pause machen, durchatmen, und dann wird das schon.

Du bist ein richtiges Kreativbündel. Was entsteht bei dir nicht alles! Mandalas, Elfchen, Haikus, Akrostichons, Geschichten, Fotos, selbst gestaltete Grüße und, und, und. Da wird einem ja schon beim Aufzählen ganz plümerant.

Du bist die Kreativität in Person. Aus allem machst du etwas – selbst beim Kochen. Ich sage nur: Schwarzwälder Kirsch im Glas à la Pippi.

Also, meine Liebe, meine Aufgaben für dich:

• Perfektionismus und Erdmännchen in ihre       Schranken weisen.

• Loslassen.

• Durchatmen.

• Liebevoll auf dich schauen.

• Mit dir selbst wie mit einer guten Freundin     reden.

So, nun kannst du beim Lesen mit den Augen rollen und sagen: „Mann, die Frida wieder.“

Probiere es einfach aus.

In diesem Sinne umarme ich dich ganz doll und schicke dir eine Prise Meeresluft.

Liebe Grüße aus dem Strandkorb

Deine Frida

Montag, 13. Juli 2026

Brief an Frida

"Pippis Schreibtisch. Manchmal entstehen hier Briefe. Manchmal Antworten"

 


Während Frida noch im Strandkorb an der Nordsee die Meeresluft genießt, ist Pippi längst wieder zu Hause angekommen. Doch statt voller Elan in den Alltag zu starten, ist sie im Moment eher eine kleine Schnappschildkröte. Warum? Das verrät sie Frida in einem Brief.


Hallo liebe Frida,

da du ja immer noch im Strandkorb am Meer chillst und wir uns deshalb nicht im "Chez Malou" treffen können, schicke ich dir einfach ein paar Zeilen.

Doch Vorsicht! ⚠️

Ich bin im Moment eine kleine Schnappschildkröte.

Ich mag den Sommer gerade nicht. Alles ist so extrem. Entweder heiß und schwül oder kühl, wolkig und regnerisch.

Dann wird bei uns im Haus auch noch die Heizung erneuert. Einerseits ist das natürlich gut. Andererseits bedeuten die Arbeiten jede Menge Lärm und Dreck. Außerdem müssen die Handwerker in unsere Wohnung, um die Heizkörper an die neuen Steigleitungen anzuschließen.

Dafür sollen wir Möbel ausräumen, umstellen und von den Wänden abrücken.

Nur wann?

Keine Ahnung!

Erst einen Tag vorher bekommen wir Bescheid. Stell dir das einmal vor, liebe Frida!

Furchtbar. Einfach nur furchtbar.

Doch weißt du, was mich im Moment am allermeisten nervt?

Ich grüble über meinen Blog und die Schreiberei.

Von der tollen Ausstellung, bei der meine literarischen Arbeiten zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurden, hatte ich dir ja erzählt.

Seitdem mache ich mir selbst Druck und meine, ständig etwas Besonderes aus der Feder zaubern zu müssen.

Unsere Gespräche haben Sommerpause. Kurzfristig sind zwar die drei Deckel eingesprungen, doch ich glaube, die machen inzwischen auch Urlaub.

Ab und zu gibt es ein kleines Haiku oder ein Elfchen. Die Zitate im Bild habe ich ebenfalls wieder aktiviert.

Doch wie geht es weiter?

Gestern habe ich verschiedene neue Ideen ausprobiert. Aber nichts fühlte sich so richtig nach mir an.

Na ja, vielleicht gönne ich mir einfach ebenfalls eine Sommerpause und genieße das Leben.

Im Moment male ich wieder und fotografiere sehr viel.

Ach ja, seit Kurzem gestalte ich auch meine Morgen- und Abendgrüße selbst – mit Hilfe einer tollen App.

Wie du siehst – oder besser gesagt liest –, so ganz ohne Kreativität geht es bei mir wohl doch nicht.

Ja, ja, ich höre dich schon im Strandkorb murmeln:

"Pippi, Pippi ... das Erdmännchen fährt mal wieder Achterbahn."

Und weißt du was?

Du hast recht.

Danke, dass ich dir das alles schreiben durfte.

Jetzt sehe ich schon viel klarer.

In diesem Sinne wünsche ich dir noch eine wunderschöne und erholsame Zeit am Meer.

Grüße mir die Wellen, den Wind und den Strandkorb.

Alles Liebe

Deine Pippi


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Mittwoch, 10. Juni 2026

Vom Wiederfinden

 


Pippi und Frida – Fundstück aus Cuxhaven

Frida ist gespannt auf Pippis Mitbringsel aus Cuxhaven und sehr erstaunt. Was hat Pippi mitgebracht ...?


Mittwochnachmittag. Frida sitzt schon ganz gespannt am kleinen Bistrotisch und wartet auf Pippi.

Endlich bimmelt das Glöckchen und Pippi kommt wieder schwungvoll zur Tür herein. Auf dem Kopf die obligatorische Mütze.

Im Vorbeigehen ruft sie Frida ein „Moin“ zu und eilt Richtung Theke.

Frida runzelt die Stirn und hebt eine Augenbraue.

Wenig später kommt Pippi zurück und setzt sich mit einem verschmitzten Lächeln hin.

Bevor Frida irgendetwas sagen kann, steht auch schon Maurice bei ihnen.

„Voilà, Mesdames“, sagt er gut gelaunt und stellt zwei Himbeertörtchen und zwei Espressi mit Vanilleeis auf den Tisch.

Frida schaut Pippi irritiert an.

„Was ist das denn?“

„Na, das siehst du doch“, erwidert Pippi unbekümmert. „Zwei Himbeertörtchen und zwei Affogato.“

„Ja, ja, doch das meine ich nicht.“

Frida ist leicht genervt.

„Ich bin schon die ganze Woche neugierig, was du aus dem Urlaub mitgebracht hast, und du stürmst erst mal zur Theke und bestellst etwas anderes als sonst.“

Pippi nimmt beruhigend Fridas Hand.

„Das gehört zu meinem Mitbringsel aus Cuxhaven. Ich habe keine Muscheln mitgebracht, keine Postkarten. Nicht mal ein neues Hobby.“

Frida schaut fragend.

„Sondern?“

Pippi nimmt einen Schluck Espresso.

„Mich selbst.“

Und dann beginnt sie zu erzählen.

„Weißt du, Frida, ich habe im Urlaub gemerkt, wie gut mir Leichtigkeit und das Spontane tun. Ich bin halt diese Mischung aus Pippi Langstrumpf und Erdmännchen. Zu dieser Erkenntnis bin ich im Urlaub gekommen. Und dazu stehe ich ab sofort.

Deswegen habe ich beschlossen: Die Nordsee fährt mit nach Hause.

Mein neues Motto:

Mehr Leichtigkeit – weg vom alten Zopf.“

Frida unterbricht Pippi.

„Aha, deswegen die Kuchenaktion heute.“

Pippi nickt.

Frida hebt die Augenbraue.

„Naja, stimmt schon. Pippi Langstrumpf und Erdmännchen passen zu dir. Und das merkt man auch jetzt, besonders nach dem Urlaub. Zwar noch ungewohnt, aber es gefällt mir gut.

Doch meinst du, dass du das auf Dauer beibehältst? So ein Urlaubsgefühl verfliegt doch nach einer Weile.“

Pippi schaut Frida mit leicht ironischem Blick an.

„So, meinst du? Das ist nämlich kein Urlaubsgefühl. Das ist ein wiedergefundenes Ich.

Der alte Zopf ist ab und schwimmt in der Nordsee.

Endgültig!

Nur mal ein Beispiel:

Vor zwei Tagen habe ich Blumen gegossen, einen Blumentopf versenkt, Wäsche gewaschen, meine verlorenen Stöcke wiederbekommen und gleich weiter verschenkt, war beim Kaffeenachmittag, habe mich zum Brunch und zu einer Ausstellung angemeldet und nebenbei noch eine Geschichte geschrieben und veröffentlicht. Und abends mit meinem Sohn telefoniert, einfach so."

Frida schaut Pippi verwundert an.

„Nein, Pippi, nicht dein Ernst?“

Pippi nickt.

„Freiwillig?“

Pippi nickt wieder.

Frida schüttelt den Kopf.

„Oh, da war das Erdmännchen aber auf Zucker. Und soll das jetzt ein Dauerzustand werden?“

Pippi schüttelt lachend den Kopf.

„Nein, Frida, natürlich nicht. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, wie lebendig meine Tage wieder sind.

Und so kleine Katastrophen erschüttern mich auch nicht mehr.

Das Erdmännchen hat sich nämlich auch  verändert. Es ist nicht mehr panisch, sondern freundlich und fragt nach. Es passt liebevoll auf mich auf.“

Pippi macht eine kurze Pause und lächelt Frida verschmitzt an.

„So wie du, liebe Frida.“

Frida hebt die Augenbraue.

„So, so. Ich bin also ein Erdmännchen. Das ist ja interessant. Aber eigentlich auch gut so. Stell dir mal vor, wir beide wären wie Pippi Langstrumpf.“

Pippi prustet los.

„Oh Mann, Frida, das wäre ein Chaos!“

Nun fängt auch Frida an zu lachen.

„Ja, ja, wir beide sind schon ein Gespann. Du Pippi Langstrumpf und ich das Erdmännchen. Doch deswegen sind wir ja schon seit Jahren beste Freundinnen. Wir ergänzen uns perfekt.“

Pippi nickt zustimmend.

Beide genießen noch ihren Kuchen und den Espresso.

„Weißt du, Pippi“, sagt Frida nach einer Weile, „das war eine richtig gute Idee mit dem Himbeertörtchen und dem Affogato.

Ich glaube, wir suchen uns jetzt jede Woche etwas Neues aus.“

Pippi klatscht begeistert in die Hände.

„Au ja, super Idee! So machen wir das.“

Anschließend verlassen Pippi und Frida gut gelaunt das „Chez Malou“.

So hat Pippis Reise an die Nordsee frischen Wind in den Mittwochnachmittag gepustet.

Mal sehen, was nächste Woche passiert ...



Mittwoch, 3. Juni 2026

Urlaubsimpressionen


 

Pippi und Frida – wenn eine eine Reise tut ...


Pippi ist wieder im Lande und hat eine Menge zu erzählen.

Es ist wieder Mittwochnachmittag, 15.00 Uhr. Frida wartet schon ganz entspannt auf Pippi.

Da bimmelt die kleine Ladenglocke und Pippi betritt schwungvoll das „Chez Malou“.

Auf dem Kopf eine flotte graue Mütze mit rosa Schirm und dem Aufdruck „Küstenkind“.

„Moin Frida“, begrüßt sie ihre Freundin gut gelaunt.

„Moin Pippi. Noch im Urlaubsmodus? Flotte Mütze.“

Frida schmunzelt.

„Danke. Und ja.“

Pippi lächelt sehnsuchtsvoll.

„Der Körper ist hier, die Seele noch am Meer.“

Auch Maurice begrüßt Pippi und stellt die übliche Bestellung auf den Tisch: Latte Macchiato und Erdbeertörtchen.

Frida trinkt einen Schluck Kaffee.

„Nun erzähl doch mal. Die Bilder auf Instagram waren schon vielversprechend.“

Pippi nimmt ebenfalls einen Schluck Kaffee und beginnt:

„Es war wunderschön. Das Wetter super – blauer Himmel, Sonne, Wolken und viel Wind. Außerdem war ich richtig abenteuerlustig. Eigentlich wollte ich es diesmal ruhiger angehen lassen.“

„Eigentlich ...“, fügt sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.

„Oh oh, ich ahne es. Erdmännchenalarm!“, ruft Frida dazwischen.

Pippi nickt.

„Naja, ein bisschen schon. Am ersten Tag haben wir einen entspannten Strandspaziergang gemacht. Der Rückweg verlief allerdings schon anders als geplant. Die letzten Meter bin ich mit dem Bus gefahren, weil der rechte Fuß herumzickte.

In der Ferienwohnung hieß es dann: Fuß hochlegen, Creme drauf und Schmerztablette nehmen. Geholfen hat es nur bedingt.

Tag zwei: 

Ausflug zum Waldzoo in Wingst und zum Deutschen Olymp, einem wunderschönen Aussichtsturm. Natürlich wieder viel gelaufen, Meditationsschleifen inklusive.

Der undankbare Fuß war mega beleidigt und schmerzte vor sich hin. Dabei habe ich ihm so viel geboten: herrliche Natur, tolle Tiere und eine spektakuläre Aussicht vom Turm.“

„Pippi, Pippi, du machst Sachen“, wirft Frida kopfschüttelnd ein.

„Tja, das war noch nicht alles“, fährt Pippi fort.

Frida hebt eine Augenbraue.

„Tag drei war der Clou.“

Pippi erzählt weiter:

„Es sollte ein gemütlicher Ausflug nach Altenbruch werden – mit Schiffegucken vom Deich.

Dort angekommen erfuhren wir, dass der Bus laut Fahrplan und Auskunft der Einheimischen nur noch nachmittags und abends zurückfährt. Das haben wir leider nicht hinterfragt.

Also starteten wir erst einmal eine Besichtigungstour durch Kirche und Dorf. Beides wunderschön und interessant.

Im Anschluss ging es zum Schiffegucken. Der Weg dorthin kam uns ellenlang vor und ich war schon leicht genervt. Doch irgendwann erreichten wir den Strand und wurden mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Erst einmal Pause.

Wie geht es weiter?

Ich kam auf die glorreiche Idee, zu Fuß nach Cuxhaven zurückzulaufen. Laut Google Maps nur sechs Kilometer am Strand entlang.

Ich: "Super, das machen wir!"

„Nein! Ich glaube es nicht!“, ruft Frida entsetzt dazwischen.

„Doch, doch“, fährt Pippi fort.

Mein Mann fragte auch, ob ich das schaffe.

 Und ich, ganz Pippi Langstrumpf: "Ich habe es noch nie probiert, also schaffe ich das."

Gesagt, getan. Ein Eis als Wegzehrung und los ging es.

Zunächst war alles entspannt. Links Wasser und Schiffe, rechts Deich und Schafe. Nur kamen uns immer wieder Lastwagen entgegen.

An einer Gabelung bog der Radweg links ab, wir gingen jedoch geradeaus weiter. Ein fataler Fehler. Der Weg endete vor einem Werkstor. Ein unfreundlicher Mitarbeiter ließ uns nicht passieren.

Also alles retour.

Ich war zum zweiten Mal genervt und brummelte vor mich hin.

An der Dicken Berta, dem alten Leuchtturm, machten wir Pause und hielten Lagebesprechung. Wir entschieden uns, bis zu einer Bushaltestelle zu laufen, die nur zwanzig Minuten entfernt sein sollte.

Auch das klappte nicht wie geplant.

Wir marschierten wieder eine gefühlte Ewigkeit durch sengende Hitze ohne Schatten. Zwischendurch ging der Rucksack meines Mannes kaputt, ich bekam Nasenbluten und der Fuß schmerzte höllisch.

Irgendwann erreichten wir zum Glück eine Haltestelle – total am Ende, aber auch stolz, es geschafft zu haben.“

„Du liebe Güte, Pippi“, meint Frida kopfschüttelnd. „Das war ja ein Abenteuer. Pippi Langstrumpf und Erdmännchen im Doppelpack.“

Pippi nickt.

„Ja Frida, da hast du komplett recht.

Als wir wieder in Cuxhaven waren, wurde sich erst einmal im Café gestärkt. Zurück in unserer Unterkunft ging dann allerdings nichts mehr.

Der rechte Fuß und das linke Knie gründeten einen Betriebsrat und traten in Streik.

Ihre Forderung lautete: "Keine Gewaltmärsche mehr – ab sofort!"

Ich bin dann eingeknickt und die letzten Urlaubstage wurde der Schongang eingelegt.

Aber ich muss sagen: Es war trotzdem ein fantastischer Urlaub. Kein klassischer Touriurlaub, sondern einfach auf eigene Faust losziehen, viele Kleinigkeiten entdecken, Meditationsschleifen inklusive.

Irgendwie waren wir immer zur rechten Zeit am rechten Ort.

Dadurch haben wir die MS Deutschland, das ursprüngliche Traumschiff, die AIDAperla und eine Segelschiffparade mit rund fünfzig Schiffen gesehen.

Außerdem haben wir herrliche Sonnenuntergänge bestaunt und einfach nur mal dagesessen und nichts gemacht.“

„Ach Pippi, das hört sich wirklich nach einer gelungenen Urlaubswoche an. Und weißt du was? Du wirkst richtig erholt und entspannt.

Du bist halt eine Mischung aus Pippi Langstrumpf und Erdmännchen. Genau das macht dich aus.“

Frida lächelt Pippi liebevoll an.

Pippi schmunzelt.

„Danke, Frida. Ja, das bin ich wirklich.

Doch es war jahrelang zugeschüttet und ich habe es jetzt endlich wieder ausgegraben. Das habe ich besonders in diesem Urlaub gespürt.

Und noch etwas habe ich aus diesem Urlaub mitgebracht. Doch davon erzähle ich dir nächste Woche.“

„Na, da bin ich gespannt“, erwidert Frida.

Beide Frauen sitzen noch eine Weile zusammen und genießen das Leben um sich herum.

Nachdem sie bezahlt haben, verlassen sie beschwingt und gut gelaunt das „Chez Malou“.



Küstenkind. 🌊⚓🩷



Mittwoch, 20. Mai 2026

Humor ist....



 Wie war das? Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Und genau das ist Pippis Motto.
Setzen wir uns also zu ihnen an den Tisch und hören, was Pippi und Frida heute zu erzählen haben.

Wie jeden Mittwoch sitzt Frida im „Chez Malou“ und wartet auf Pippi.
Um kurz nach 15 Uhr öffnet sich die Tür und Pippi kommt herein.

„Bonjour“, begrüßt sie Frida etwas verhalten.
„Bonjour, Pippi“, antwortet diese verwundert.

Pippi winkt Maurice heran.

„Bonjour Madame, was kann ich für Sie tun?“

"Für mich heute bitte ein Éclair mit Pistaziencreme und Kamillentee“, antwortet Pippi.

Frida hebt die Augenbrauen und schaut sie verdutzt an.

„Also ich nehme wie immer einen Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen“, sagt sie zu Maurice.

Wenig später steht die Bestellung auf dem Tisch.
Frida rührt langsam ihren Kaffee um und schaut Pippi fragend an.

„Sag mal … was ist denn los?
Éclair und Kamillentee?“

Pippi lächelt dezent.

„Tja … zahnlos im ,Chez Malou‘ sitze ich heute. Hatte letzte Woche doch die Zahn-OP, und statt einem wurden gleich zwei Zähne gezogen.“

Sie grinst vorsichtig.

„Mit Kopftuch, Krückstock und Zahnlücke wäre ich glatt karnevalstauglich als Hexe.“

Wieder huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.

„Und bis das Provisorium kommt, lächle ich eben königlich dezent — wie die Queen. Nur mit Kamillentee statt Krone.“

Dann nimmt sie vorsichtig einen kleinen Bissen vom Éclair.

Frida prustet los.

„Entschuldige, Pippi … aber du bist wirklich eine Marke.“

Kopfschüttelnd lacht sie weiter.

„Das muss dir erstmal einer nachmachen. Zwei Zähne gezogen — und statt zu jammern, verpackst du alles mit Humor. Ja, ja … du mit deinem speziellen Humor.“

Pippi zuckt mit den Schultern.

„Weißt du, Frida, mein Humor hat mich schon durch so manche schwere Situation getragen. Klar, am Anfang hätte ich heulen können.
,Nein‘, dachte ich, ,nicht schon wieder. Langsam habe ich wirklich genug. Irgendwas ist doch immer.‘
Aber dann schüttele ich mich — und zack — fällt mir wieder etwas Lustiges ein.“

Sie nimmt einen Schluck Kamillentee.

„Und außerdem soll Lachen ja gesund sein. Deshalb gehe ich schließlich auch zum Lachyoga.“

Frida lächelt und nimmt Pippis Hand.

„Ich finde wirklich toll, wie du das meisterst. Mit Humor wird vieles leichter. Vielleicht probiere ich das bei der nächsten doofen Situation auch mal.“

Pippi nickt zustimmend.

Eine Weile beobachten beide schweigend das Leben draußen vor den Fenstern des Cafés.

Dann sagt Pippi:
„Das Wetter ist heute irgendwie durchwachsen. Wollen wir statt in den Park lieber Sunny besuchen?“

"Gute Idee“, antwortet Frida sofort.

Nachdem sie bezahlt haben, verlassen sie das „Chez Malou“ und gehen gemeinsam Richtung „Villa Sunny“.
Beschwingt und fröhlich laufen sie nebeneinander her.

Ja — mit Humor geht vieles leichter.





Mittwoch, 13. Mai 2026

Muttertag


 
Wird einmal im Jahr gefeiert.

Setzen wir uns zu Pippi und Frida an den Tisch und hören, was sie zu diesem Thema zu sagen haben.

Wie so oft an einem Mittwoch sitzt Frida an dem kleinen Bistrotisch im Chez Malou.
Kurz nach 15 Uhr bimmelt das Glöckchen über der Tür.
Pippi kommt herein – mit ihrem typischen Pippilotta-Blick, leicht ironisch und verschmitzt.

„Bonjour, Frida – nachträglich alles Gute zum Muttertag.“

„Bonjour, Pippi, dir auch alles Gute“, erwidert Frida.

Maurice kommt mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.

„Bonjour, auch von mir alles Gute zum Muttertag“, sagt er mit einem verschwörerischen Lächeln.
Pippi lächelt.
„Merci, Maurice.“


Sie hebt ihr Glas.
„Ein Hoch auf alle Mütter“, ruft sie laut durchs Café.

Frida hebt eine Augenbraue und runzelt leicht die Stirn.

Bevor Pippi weitersprechen kann, kommt Madame Malou an den Tisch und setzt sich dazu.

„Ja, genau – ein Hoch auf uns Mütter“, sagt sie und lächelt versonnen.
Pippi und Frida schauen überrascht auf.

„Mais oui, ich bin auch eine Maman. Mein Sohn Maurice bringt Ihnen jeden Mittwoch Kaffee und Kuchen.“

„Was? Das gibt es doch nicht!“, rufen Pippi und Frida wie aus einem Mund.

Madame Malou nickt.
„Maurice ist das, was mir aus einer großen Liebe geblieben ist.
Am Anfang war ich verzweifelt – allein in einem fremden Land, ohne Arbeit und schwanger.
Doch die Vorbesitzerin war meine Rettung. Ich durfte hier arbeiten, und nach der Geburt war sie eine Art Ersatzoma für Maurice.
Es war keine leichte Zeit – viel Arbeit, wenig Schlaf und kaum Ruhe.
Aber ich habe es nie bereut.
Maurice ist das Beste, was mir passieren konnte.
Und Muttertag? Den mag ich. Einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen – das darf auch sein.“

Sie lächelt, nickt den beiden zu und geht zurück hinter den Tresen.

Pippi und Frida sind einen Moment lang still.

Dann hebt Frida die Augenbraue.
„Tja… das ist mal eine Überraschung.
Aber sag mal, Pippi – was war denn eben mit dir los?“

Pippi schmunzelt.
„Ach, mir geht dieses ganze Theater um den Muttertag auf die Nerven. Einmal im Jahr – viel zu wenig.
Und immer öfter wird selbst dieser Tag vom Konsum überlagert.
Dabei sollte doch eigentlich jeder Tag ein bisschen Muttertag sein.“

Frida nickt.
„Da hast du recht. Mutter sein ist eine große Aufgabe – und niemand bereitet einen wirklich darauf vor.
Man ist plötzlich alles: Familienmanagerin, Trösterin, Organisatorin…
Und viele Frauen arbeiten zusätzlich, so wie Madame Malou.“

Sie hält kurz inne.

„Ich frage mich manchmal: Wie haben wir das alles geschafft?
Woher kam die Kraft?“

Pippi seufzt leise.
„Ich weiß es nicht genau.

Aber Kraft haben mir vor allem meine Jungs gegeben.
Sie aufwachsen zu sehen, sie zu begleiten – ihre Lebendigkeit, ihre Kreativität…
Und dann sind sie losgezogen in die Welt.
Der Große nach Colonia, der Jüngere auf Weltreise  -zur Zeit Work and Travel in Australien.“

Sie lächelt nachdenklich.
„Und für mich begann ein neuer Abschnitt.
Jetzt trete ich ein Stück zurück.
Bin mehr im Hintergrund – aber mit offenem Ohr und offener Tür.
Ich bin gerne Mutter.
Auch wenn es nicht immer leicht ist.“

Frida blickt eine Weile vor sich hin.

„Ja, bei mir ist es ähnlich. Meine Tochter ist auch meine Kraftquelle.
Ich erinnere mich noch an ihr erstes Lächeln, das erste ‚Mama‘, die ersten Schritte.
Dann Kindergarten, Schule, Ausbildung… und irgendwann ihr Flug hinaus in die Welt.
Heute hat sie ihre eigene kleine Boutique in Hamburg.“

Sie lächelt leise.
„Wir sehen uns nicht oft. Das ist manchmal schwer.
Aber wir müssen loslassen – auch wenn ein Hauch Wehmut dabei ist.
Und ja… ich bin auch gerne Mutter.“

Beide sitzen einen Moment still da.
Draußen ziehen Menschen vorbei, die Sonne scheint, Vögel zwitschern.

Dann richtet sich Pippi auf.
„Weißt du, Frida… eigentlich sind wir zwei richtige Glückspilze.
Unsere Kinder gehen ihren eigenen Weg.
Treffen Entscheidungen, fallen hin und stehen wieder auf – ohne dass wir eingreifen müssen.
Und wir – wir lassen los…
und bleiben doch ein Zuhause, zu dem sie immer zurückkehren können.“

Frida nickt.
„Genau so ist es.

Und vielleicht ist jetzt unsere Zeit gekommen –
für all das, was wir immer ein bisschen aufgeschoben haben.“

Sie lächelt.
„Komm, wir drehen noch eine Runde durch den Stadtpark.“

Gesagt, getan.
Sie bezahlen, verlassen das Chez Malou und gehen Richtung Park.

Sie gehen nebeneinander her, ohne Eile.
Zwischen ihren Schritten liegt all das, was war –
und das, was noch kommt.

Ein stiller Zwischenraum.
Voller Leben.



Ein Geschenk, das geblieben ist 


Mittwoch, 6. Mai 2026

Beautysünden

 


Entstehen dann, wenn der Inschwehu seinen Senf zum Thema Beauty dazu gibt.

Der Blick in den Spiegel spricht dann Bände.



Pippi und Frida – von Kajal, Dauerwellen und anderen Katastrophen

Wie jeden Mittwoch sitzt Frida im Café „Chez Malou“ und wartet auf Pippi.

Das Glöckchen klingelt, die Tür geht auf – und Pippi kommt herein.
Sie eilt auf Frida zu und setzt sich.

Maurice ist auch schon zur Stelle mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.

Pippi nimmt einen Schluck Kaffee und holt etwas aus ihrem Rucksack – ein Fotoalbum.
Sie lächelt versonnen.

„Weißt du noch, Frida… früher?
Wir wollten unbedingt jeden neuen Trend mitmachen.
Egal, ob er zu uns passte oder nicht.“

Frida nickt zustimmend.
„Ja, ich erinnere mich. Aber sag mal – wie bist du denn auf dieses Thema gekommen?“

Pippi schmunzelt.
„Durch meinen Blog. Ich folge da einigen interessanten Frauen.
Eine Bloggerin aus Wien hat neulich über Beautysünden geschrieben.
Da dachte ich: Oh ja… kennst du auch.
Und dann habe ich in alten Fotoalben gestöbert – und bin fündig geworden.“

Pippi nimmt einen kleinen Bissen vom Erdbeertörtchen und schlägt das Album auf.

„Da, schau, Frida… wir beide auf einer Party.
Nein – guck dir das an! Unsere Haare… diese Dauerwelle.
Wie ein ondulierter Pudel.“

Beide lachen herzhaft.

Frida blättert weiter.
„Pippi, nein – unser Make-up!
Viel zu dunkel… dieser blaue Lidschatten, der Kajalstrich…
und dann noch Rouge und knalliger Lippenstift.
Reine Kriegsbemalung.“

Sie kriegen sich kaum noch ein vor Lachen.

Frida hebt die Augenbraue.
„Weißt du, Pippi… manchmal denke ich, wir hatten damals keinen Spiegel.“

Pippi seufzt leise.
„Ja… das denke ich auch oft.
Aber ich wollte immer dazugehören. Nicht auffallen.
Das hat man mir lange eingeredet.

Die Rebellin in mir ist irgendwann ganz leise geworden…
aber jetzt kommt sie langsam wieder zum Vorschein.“

Frida lächelt Pippi liebevoll an.
„Ja, Pippi, ich weiß. Mir ist es ähnlich ergangen.
Aber du bist jetzt auf einem guten Weg.
Das finde ich richtig toll – da kann ich mir eine Scheibe von dir abschneiden.
Ich sage nur: die rote Hose.“

Beide blättern noch eine Weile schmunzelnd durch das Album.

Plötzlich klappt Pippi es entschlossen zu.

„So, jetzt genug in der Vergangenheit gestöbert.
Was war, war.
Es gehört zu unserem Leben – auch die Beautysünden.
Zu der Zeit war es eben modern.
Gut nur, dass wir uns weiterentwickelt haben.“

Frida nickt.
„Genau, Pippi – du hast recht.
Heute lachen wir einfach darüber.

Wir stehen zu unserem Alter,
zu den grauen Haaren, den Falten
und auch zu den paar Kilos zu viel.

Und wir tragen trotzdem bunte Kleidung
und schminken uns dezent.“

Pippi klatscht in die Hände.
„Bravo, Frida – so machen wir das.
Weil wir es können.“

Draußen geht das Leben weiter.
Die beiden Freundinnen bezahlen
und verlassen gut gelaunt das „Chez Malou“.



„Schönheit beginnt in dem Moment, in dem du beschließt, du selbst zu sein.“ — Coco Chanel


Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht nehmt ihr dann wieder Platz
an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨


Mittwoch, 29. April 2026

Und heute..


führen uns diese Erinnerungen
genau dorthin zurück –
an einen kleinen Tisch,
mit Kaffee und Kuchen. 

Pippi und Frida – Besuch von Herrn Jammerowski
 
Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Frida sitzt heute bei herrlichem Wetter draußen auf der Terrasse.

Ein kleines Holzpodest mit ein paar Bistrotischen,
große Terrakottakübel mit Orangenbäumchen sorgen für mediterranes Flair.
Üppig bepflanzte Balkonkästen dienen als Sichtschutz zur Straße.

Kurz nach 15 Uhr kommt auch Pippi dazu.
„Bonjour, ma chère Frida – was für ein herrliches Wetter.“
Sie setzt sich lächelnd.

Wenig später stehen zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen vor ihnen.
Draußen läuft ein Jogger vorbei,
Radfahrer ziehen ihre Bahnen
und zwei Mädchen sausen lachend mit dem Skateboard vorbei.

Pippi trinkt einen Schluck, nimmt einen kleinen Bissen
– und seufzt.
„Ich sollte mich eigentlich auch mehr bewegen.
Was habe ich früher alles gemacht…
Schwimmbad, Fitnessstudio, Nordic Walking – sogar kurz Zumba.
Und jetzt… mit Ach und Krach eine Hunderunde um den Block.“
Gedankenverloren zerkrümelt sie ihr Erdbeertörtchen.

Frida hebt ihre Augenbraue.
„Also deswegen musst du deinen Kuchen nicht zerstören.
Seufzen hilft auch nicht.
Einfach machen – nicht reden.“

Pippi runzelt die Stirn.
„Ha, du bist gut, Frida. Einfach machen…
Ich habe nämlich Besuch – Herrn Jammerowski.“

„Moment mal… wen hast du zu Besuch?“, unterbricht Frida.

Pippi holt tief Luft.
„Herrn Jammerowski.
Auch bekannt als innerer Schweinehund – kurz Inschwehu.
Hartnäckig, penetrant und Weltmeister im Jammern.
Schwimmbad – zu kalt und zu nass.
Nordic Walking – zu wetterabhängig.
Fitnessstudio – zu voll, und der Muskelkater lässt grüßen.
So geht das in einer Tour.
Dagegen kommst du kaum an.
Meistens gewinnt er… oder wir einigen uns auf einen lauwarmen Kompromiss.“
Sie schüttelt den Kopf und trinkt einen Schluck Kaffee.

Frida lächelt leicht.
„Natürlich kenne ich Herrn Jammerowski.
Er klopft auch bei mir regelmäßig an die Tür.
Meine Strategie: Tür nicht öffnen.
Ignoranz – das Zauberwort.
Zweimal die Woche gehe ich ins Fitnessstudio,
ein paar Runden Egym, danach Sauna.
Und ansonsten baue ich Bewegung in den Alltag ein.“

Pippi schaut sie erstaunt an.
„Boah… das klingt eigentlich nach einem guten Plan.
Vielleicht sollte ich das auch mal probieren.“

Frida nickt.
„Mach das. Versuch es ein paar Wochen –
und irgendwann wird es Routine.“

Sie lächelt.
„Weißt du, ma chère Pippi…
nicht nur Herr Jammerowski schaut gerne vorbei,
sondern auch dieses kleine Erdmännchen in dir,
das immer alles auf einmal will.
Fokussiere dich auf eine Sache – dann wird das schon.“

Pippi nimmt Fridas Hand.
„Ach Frida… was wäre ich ohne dich.
Du erdest mich immer, wenn ich mal wieder abhebe.
Und das mit der einen Sache –
das sagt mein Mann auch schon lange.“
Beide lächeln sich an.

 Sie sitzen noch eine Weile,
beobachten das Leben auf der Straße
und genießen den warmen Frühlingstag.

Dann zahlen sie
und beschließen spontan, noch einen kleinen Spaziergang zu machen.
Beschwingt verlassen sie das Café
und gehen gemeinsam Richtung Stadtpark. 





 "Manchmal liegt das Wichtigste schon längst in uns  - wir müssen nur noch anfangen. "



        
Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨

Mittwoch, 15. April 2026

Gespräche zwischen Kaffee und Kuchen

 

Pippi und Frida – Was ist Glück?

Heute bleibt man nur kurz im „Chez Malou“.
Sunnys Laden kommt ins Spiel – und dort entwickelt sich ein Gespräch über das Glück.

Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.

Die Espressomaschine zischt leise,
französische Chansons klingen aus der Musikbox,
und verschiedene Düfte liegen 
in der Luft.

Doch heute wartet Pippi auf Frida.

Da geht die Tür auf –
Frida kommt herein… und Sunny.

„Tadaaa – Überraschung!“, rufen beide.
Pippi lacht.
„Na, die ist euch gelungen.“

Frida setzt sich und verkündet:
„Sunny und ich haben beschlossen, heute mal etwas Neues zu machen.
Hier im Café nur einen Espresso –
und dann gehen wir zu ihrem Laden.“

Pippi klatscht leise in die Hände.
„Das finde ich großartig.“

Gesagt, getan.

Wenig später sind sie unterwegs.

„Und wo habt ihr euch eigentlich getroffen?“, will Pippi wissen.
„Beim Bäcker heute Morgen“, antworten beide gleichzeitig.

Schon stehen sie vor der Villa Sunny.
Im Schaufenster:
eine große Puppe mit einer bunten Hose und einem azurblauen Kaftan –
ein echter Blickfang.

Als sie den Laden betreten, ruft Pippi begeistert:
„Mensch Sunny, du hast richtig Glück gehabt mit diesem Laden.
Das habe ich schon letzte Woche gedacht.“

Sunny lächelt nur.
„Wisst ihr“, sagt sie ruhig,
„am Anfang war das eher ein Sprung ins Ungewisse.
Der eigene Laden… das brauchte Mut.
Der kam zuerst.
Und dann… das Glück.
Aber Glück ist für jeden etwas anderes.“
Sie schaut die beiden an.

„Für mich ist Glück, mutig zu sein.
Ich habe es gewagt –
und genau das macht mich glücklich.
Und ihr?
Was ist Glück für euch?“

Einen Moment wird es still.

Pippi streicht über einen roten Pullover
und hebt eine kleine, bunte Holzkatze hoch.
„Glück ist für mich ein Gefühl im Moment“, sagt sie.
„Ein Lachen, ein kurzer Plausch, ein Erdbeertörtchen…
und meine rote Hose.
Einfach dieses Gefühl:
Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.“

Frida schaut sich ruhig im Laden um.
„Für mich ist Glück etwas Ruhiges“, sagt sie leise.
„Zufriedenheit. Dankbarkeit.
Kleine Gewissheiten.
Mein Motto:
Es ist gut, wie es ist.“

Die drei streifen noch eine Weile durch den kleinen, kunterbunten Laden,
lachen, erinnern sich und verlieren sich ein wenig in den Farben.

„Das war ein richtig schöner Nachmittag“, sagt Pippi schließlich.

„Ja“, antworten Frida und Sunny wie aus einem Mund.

Sunny lächelt.
„Vielleicht komme ich nächste Woche ins ‚Chez Malou‘.
Die Erdbeertörtchen möchte ich unbedingt probieren.“

Pippi und Frida nicken.
Gemeinsam treten sie hinaus auf die Straße.

Das Glück…
so bunt und vielfältig wie das Leben.
Und jeder hat seine ganz eigene Vorstellung davon.



Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.

Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨️






Mittwoch, 8. April 2026

Gespräche zwischen Kaffee und Kuchen



Pippi und Frida – Mode im Alter

Pippi war mutig und hat sich eine neue Hose gekauft –
sogar in einer neuen Farbe.
Frida ist erstaunt.
Und plötzlich taucht Sunny auf.
Daraus entwickelt sich ein Gespräch über Mode im Alter.
Trau ich mich das? Darf ich das?

Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.

Es ist alles wie immer.
Frida sitzt an dem kleinen Tisch in der Ecke und wartet auf Pippi.
Die Espressomaschine zischt leise vor sich hin,
aus den Lautsprecherboxen klingen französische Chansons.
Madame Malou, heute in einem türkisfarbenen Kleid,
eilt zwischen den Tischen hin und her.

Da – das Glöckchen klingelt.
Die Tür geht auf…
Pippi kommt herein.
Nein – sie schwebt förmlich herein,
mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.
„Bonjour, ma chère Frida.“

Frida hebt den Blick und bleibt einen Moment länger als sonst.
„Also du hast ja heute gute Laune, ma chère Pippi…
oder etwa eine neue Hose?“

Pippi lächelt geheimnisvoll und setzt sich.
In diesem Moment bringt Maurice die übliche Bestellung:
zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.

Pippi nimmt einen Schluck Kaffee
und beginnt zu erzählen:

„Ja, ich habe gute Laune – und eine neue Hose.
Und weißt du, wo ich sie gekauft habe? Bei Sunny.
Sie hat in dem kleinen Lädchen in der Kastanienallee
eine Boutique eröffnet.
Du erinnerst dich doch noch an sie?
Ich soll dich übrigens grüßen.“

Frida hebt die Augenbraue und denkt kurz nach.
„Ach, Sunny… natürlich.
Ist sie immer noch so verrückt wie damals?
Und mutig war sie – sie hatte immer die wildesten Outfits an.“

Pippi lacht.
„Ja, das ist sie noch immer.“

Frida schaut sie prüfend an.
„Und deswegen hast du dir eine… rote Hose gekauft?“

Einen Moment lang wirkt Pippi unsicher.
„Genau“, sagt sie dann.
„Ich habe mich für mehr Leichtigkeit und Mut entschieden.
Sunny hat mich darin bestärkt.
Eigentlich wollte ich wieder so eine
langweilige Einheitshose kaufen.
Du weißt schon… praktisch, unauffällig.
Aber dann kam Sunny mit dieser roten Hose.
Und plötzlich waren sie wieder da –
diese Stimmen im Kopf:
In deinem Alter…
mit den Kilos auf den Rippen…
Da habe ich gedacht: Jetzt erst recht.
Warum soll man ab einem bestimmten Alter
wie eine graue Maus durchs Leben huschen?
Es reichen doch graue Haare, Falten
und ein paar Kilos zu viel.
Da darf die Kleidung doch ruhig
ein bisschen peppiger sein.

Deswegen die rote Hose.
Weil ich es kann.“

Pippi lehnt sich zurück,
trinkt einen Schluck Kaffee
und isst genüsslich ihr Erdbeertörtchen.

Eine Weile hängen beide ihren Gedanken nach.

Frida hebt langsam ihre Augenbraue und lächelt.

„Weißt du, Pippi…
so unrecht hast du gar nicht.
Und doch hat man immer im Kopf:
Ab einem gewissen Alter darf man dies und das nicht.
Kleidung soll ‚angemessen‘ sein…
Manche Modetrends kann man ruhig den jungen Frauen überlassen –
aber gegen etwas Farbe ist wirklich nichts einzuwenden.“

Sie rührt nachdenklich in ihrem Kaffee.
Ihr Blick fällt auf Madame Malou –
in ihrem türkisfarbenen Kleid.
Und die ist ja auch nicht mehr die Jüngste…

Draußen geht das Leben weiter.
Menschen eilen vorbei, Vögel zwitschern, ein Auto hupt.

Plötzlich beginnt Pippi spitzbübisch zu grinsen.
„Frida… weißt du, was wir jetzt machen?
Wir gehen zu Sunny –
und du kaufst dir auch etwas Neues.
Etwas Peppiges.“

Frida schaut sie erst erstaunt an,
dann muss sie lachen.
„Mensch Pippi… du und deine Ideen.
Letztes Mal Prosecco –
und heute shoppen.“

Einen Moment später nickt sie.
„Na gut.
Ich bin jetzt auch mal mutig.
Auf zu Sunny – das wird bestimmt lustig.“

Sie bezahlen, verlassen kichernd das „Chez Malou“
und machen sich auf den Weg zur Kastanienallee.

Hab keine Angst vorm Älterwerden.
Du kannst immer noch Unsinn machen…
und rote Hosen tragen.




Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕🌿✨

Mittwoch, 1. April 2026

Gespräche zwischen Kaffee und Kuchen

 


Pippi und Frida – die Sache mit der Geduld

Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Pippi hatte Besuch vom Erdmännchen –
und wie das so ist, wenn es auftaucht:
Es möchte alles am liebsten schon zu vorgestern.
Daraus entwickelt sich ein Gespräch
über die Sache mit der Geduld.

Zeit für ein Gespräch zwischen Pippi und Frida.

Es ist ein herrlicher Frühlingstag.
Die Sonne lacht vom Himmel, Vögel singen.
Selbst Maurice summt fröhlich vor sich hin.
„Bonjour, Frida. Pippi noch nicht da?“

„Nein“, antwortet Frida, „sie wird wohl gleich kommen.
Aber wissen Sie was, Maurice – bringen Sie uns ruhig schon Kaffee und Kuchen.“
Sie macht eine kleine Pause und lächelt verschmitzt.
„Für mich heute auch Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen.“

„Bien sûr, Madame“, erwidert Maurice und verschwindet Richtung Theke.

Da bimmelt das kleine Glöckchen –
und Pippi erscheint in der Tür.
Missmutig und leicht genervt steuert sie auf Frida zu.
„Also ich habe die Nase voll, mir reicht es.
Eine halbe Stunde stand ich vor dem Kleiderschrank und…“

„Einen wunderschönen Tag wünsche ich dir, liebe Pippi.
Setz dich erst einmal hin“, sagt Frida seelenruhig.
„Was gibt es denn heute wieder?
Ich glaube, das Erdmännchen ist im Moment Dauergast.“

Inzwischen hat Maurice die Bestellung gebracht:
zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.
Pippi schnappt nach Luft.
„Maurice, meinen Kuchen können Sie gleich wieder mitnehmen.“

Frida hebt eine Augenbraue.
„Nein, lassen Sie ihn bitte da“, sagt sie freundlich.
Dann sieht sie Pippi ruhig an.
„Sag mal, was ist denn in dich gefahren?“

Pippi seufzt und lässt sich auf den Stuhl fallen.
„Ach, ich bin es so leid.
Ich habe vorhin zig Hosen anprobiert – und alle kneifen.
Da mache ich seit vier Wochen wieder WW,
schreibe alles auf, mache Sport, schlafe regelmäßig…
und was passiert?
Nix. Nada. Niente. Null.
Kein Gramm weniger.
Seit Jahren quäle ich mich ab –
was ich nicht schon alles probiert habe…
Ja ja, ich weiß – ich soll Geduld haben.
Aber Geduld war noch nie meine Stärke.
Wenn ich ehrlich bin, finde ich sie ziemlich überbewertet.“

Sie nimmt einen Schluck Kaffee
und schielt sehnsüchtig auf das Erdbeertörtchen.

Frida trinkt ebenfalls einen Schluck
und nimmt ganz genüsslich ein Stück von ihrem Törtchen.
Dann hebt sie leicht die Augenbraue und sagt ruhig:
„Vielleicht ist genau das der Punkt, Pippi.
Du bist einfach zu ungeduldig – und zu streng mit dir selbst.
Versuch doch mal, es nicht so verbissen zu sehen.
In unserem Alter geht manches langsamer.
Mein Motto ist:
Alles in Maßen – nicht in Massen.
Und jetzt iss dein Erdbeertörtchen.“

Dann fügt sie lächelnd hinzu:
„Außerdem wird das Gras nicht schneller grün, wenn man daran zieht.“

Pippi schaut sie erst leicht erbost an –
dann muss sie schmunzeln.
Und isst ihr Erdbeertörtchen.
Weil sie es kann.

Im Café erklingt leise Musik.
Edith Piaf singt:
„Non, je ne regrette rien.“
Draußen geht das Leben weiter.
Menschen eilen vorbei –
kleine, große, schlanke, mollige, elegante, lässige, junge, alte…

Pippi lauscht der Musik und denkt:
Passendes Lied…
Nein – ich bereue eigentlich nichts.
Ja… loslassen.
Neu anfangen.
Das Leben genießen.
Das Gewicht ist nur eine Zahl.
Es sagt nichts über meinen Wert als Mensch aus.

Sie schaut zu Frida und nimmt ihre Hand.
„Weißt du… du hast recht.
Ich sollte wohl wirklich etwas geduldiger werden –
und weniger perfektionistisch.
Und das Leben einfach leichter nehmen.“

Frida lächelt.
„Ja, Pippi. Gute Idee.
Denk an dein Vorbild aus Schweden –
der war es bestimmt egal, ob die Hose etwas zu eng war.
Sie hätte sich einfach eine neue gekauft.“
Dann fügt sie schmunzelnd hinzu:
„Und es gibt ein arabisches Sprichwort:
Geduld und Humor sind zwei Kamele,
die dich sicher durch die Wüste tragen.“
Da müssen beide lachen.

Pippi winkt Maurice zu.
„Zwei Prosecco, bitte.“

Frida schaut sie fragend an.
Pippi lächelt verschmitzt.
„Ich fange jetzt sofort an –
mit Geduld und Leichtigkeit.
Wir trinken darauf.“

Frida schüttelt  lachend den Kopf
"Mensch Pippi, du bist eine Marke. "

Wir stoßen an, genießen noch einen Moment die Leichtigkeit und verlassen schließlich beschwingt das Café.
Madame Malou steht an der Theke, schaut uns nach, lächelt versonnen und denkt:
„Je ne regrette rien.“

Bis nächste Woche im Café "Chez Malou ".
Vielleicht treffen wir uns dort und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch im Zwischenraum des Lebens. 

Mittwoch, 25. März 2026

Gespräche zwischen Kaffee und Kuchen

 


Pippi und Frida – Haben Träume ein Verfallsdatum?

Ein weiterer Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Pippi entdeckt ein kleines, leerstehendes Lädchen – und plötzlich ist er wieder da: ein alter Traum.
Gemeinsam mit Frida und Madame Malou stellt sich eine leise Frage:
Haben Träume ein Verfallsdatum?

Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Zeit für ein Gespräch zwischen Pippi und Frida.

Mittwoch, kurz nach 15 Uhr.
Frida sitzt wie immer an dem kleinen Tisch am Fenster, beobachtet das bunte Treiben auf der Straße und wartet auf Pippi.
Da – klingeling, klingeling.
Die kleine Messingglocke über der Tür ertönt und Pippi stürmt herein.

„Hallo Frida“, japse ich und bleibe vor unserem Tisch stehen.
„Du glaubst ja nicht, was ich gerade gesehen habe! In der Kastanienallee – dieser kleine Laden mit Krimskrams… er steht leer! Und plötzlich hatte ich einen Geistesblitz. Weißt du noch… unser Traum von damals?“

„Stopp! Halt!“, ruft Frida und hebt die Augenbraue.
„Mensch Pippi, komm erst einmal an. Setz dich, atme durch – und dann erzähl.“
„Ich glaube, dein Erdmännchen hat heute Ausgang“, sagt sie schmunzelnd.

Etwas pikiert setze ich mich.
Wenig später steht unsere Bestellung vor uns: Kaffee, Latte Macchiato, ein Éclair und ein Erdbeertörtchen.
Ich rühre langsam meinen Kaffee um, nehme einen Schluck und räuspere mich.

„Pardon, Frida“, sage ich zerknirscht.
„Ja… da sind wohl wieder die Pferde mit mir durchgegangen. Heute ist Erdmännchen-Tag. Tausend Ideen im Kopf. Muss der Frühling sein.“

Frida lächelt versonnen.
„Stimmt… ich erinnere mich. Ich wollte Mode entwerfen und verkaufen. Und du hast schon damals wundervolle Gedichte geschrieben und Karten gestaltet. Wir wollten alles in einem kleinen Lädchen zusammenbringen.“
Sie seufzt leise.
„Was ist daraus geworden? Manchmal habe ich das Gefühl… Träume haben ein Verfallsdatum. Und wenn es abgelaufen ist, zerfallen sie zu Staub.“

„Das Leben ist passiert. Ganz einfach das Leben, mes Dames.“
Wir schauen auf.
Madame Malou steht neben unserem Tisch und setzt sich mit einem leichten Lächeln zu uns.
Frida hebt fragend die Augenbraue.

Madame Malou atmet tief ein.
„Ich komme aus einem kleinen Dorf in der Provence. Meine Kindheit habe ich in der Parfümerie meines Onkels verbracht. Diese Düfte… diese kleinen, brodelnden Kolben… alles war Magie. Mein Traum war klar: Ich werde Parfümeurin.“
„Also ging ich nach Paris. Ausbildung, bestanden – und dann kam l’amour.“
Sie lächelt kurz, fast wehmütig.
„Mein Traumprinz brachte mich nach Deutschland. Doch das Märchen hielt nicht lange. Er ging. Und ich stand da – ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne Plan.“
Wir hören still zu.
„Meine Rettung war dieses Café. Erst als Aushilfe, später fest. Die Besitzerin wurde mir wie eine Mutter. Ich zog bei ihr ein… und eines Tages erbte ich alles.“
Jetzt lächelt sie warm.
„Dieses Café wurde mein neuer Traum.
Et voilà – la vie ist nicht immer bunt. Aber es kommt darauf an, was man daraus macht.“
Mit einem leichten Nicken steht sie auf und geht zurück zur Theke.

Wir bleiben nachdenklich zurück.
Ich lasse meinen Blick schweifen.
Wie viele ungelebte Träume sitzen wohl hier im Café –
und gehen draußen auf der Straße an uns vorbei?
Das junge Paar dort drüben.
Der ältere Herr mit seinem kleinen Dackel.
Wovon träumen sie wohl?

Plötzlich streckt mir Frida die Hand entgegen.
„Weißt du, Pippi… ich glaube, Träume haben kein Verfallsdatum. Vielleicht verändern sie sich nur. Vielleicht müssen wir einfach die Perspektive wechseln.“
Sie lächelt mich an.
„Das Leben, das man lebt, in einen Traum verwandeln –
so wie Madame Malou.“

Einen Moment lang ist es still zwischen uns.
Dann sagt sie leise:
„Ich hole heute meine Nähmaschine aus dem Keller.“
Ich lächle zurück.
„Und ich meine Kiste mit dem Tonpapier. Ich richte mir eine kleine Kreativecke ein.“
Wir bezahlen, stehen auf und machen uns beschwingt auf den Heimweg.

Mit einem leisen Gefühl:
Manche Träume warten einfach darauf, wieder gesehen zu werden.

Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. 🌿☕📖✨