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Mittwoch, 1. Juli 2026

Die 3 Deckel

 





Frau von Stroh erlebt eine Überraschung

Ein heißer Sonntagnachmittag im Juni bei Pippi und Balu.

Pippi schleicht wie eine Blindschleiche von einer Ecke in die andere. Schließlich lässt sie sich mit einem tiefen Seufzer in ihren Balkonstuhl sinken. Theatralisch fächert sie sich Luft zu.
„Unerträglich, diese Hitze. Ich habe zu nichts Lust – zu rein gar nichts. Ich begebe mich für den Rest des Tages in den Energiesparmodus.“

Balu nickt schmunzelnd.
„Mach das, liebe Pippi. Mach das.“

Pippi nimmt ihr Handy und scrollt lustlos durch ihre Fotos.
Plötzlich ertönt ein lauter Aufschrei.
„Das gibt es doch nicht! Ich werde verrückt!“
Aufgeregt wedelt sie mit dem Handy.

Balu hebt unwirsch den Kopf von seinem Buch.
„Mensch Pippi, was schreist du denn so los?“

Pippi hält ihm begeistert das Handy vor die Nase.
„Guck mal! Da ist ja Frau von Stroh! Das war 2015, auf dem Hessentag mit meinem Großen. Solange habe ich Frau von Stroh schon.“

Balu schüttelt amüsiert den Kopf.
„Das ist doch schön. Doch deswegen machst du so einen Aufstand? Ich dachte schon, Wunder was passiert wäre. Hast du noch was oder kann ich weiterlesen?“

Leicht pikiert nimmt Pippi ihr Handy zurück und betrachtet das Foto eingehend.

Auf einmal springt sie hoch, quetscht sich an Balu vorbei und verschwindet in ihrem Zimmer.

„Aha … Energiesparmodus. So viel dazu“, brummelt Balu vor sich hin.

Die drei „Deckel“ beobachten das Ganze interessiert von der Garderobe aus.

„Jetzt wird es spannend“, flüstert Rosa Frau von Stroh zu.

Richtig vermutet.

Nachdem Pippi eine Weile in ihrem Zimmer herumgerumpelt hat, kommt sie freudestrahlend heraus. 

Triumphierend schwenkt sie etwas in der Hand.
Frau von Stroh wird blass und blinzelt unter ihrer Krempe hervor.
„Nein, das glaube ich nicht“, murmelt sie.

Zack, hängt Madame Coloré unter Frau von Stroh an der Garderobe.
Diese ist sichtlich gerührt.
„Madame Coloré! Wie schön, dich endlich wiederzusehen. Ich dachte schon, du wärst ausgewandert.“

Die Tasche schüttelt fröhlich ihren Henkel.
„Ach was! Ich habe nur auf den richtigen Sommer gewartet.“

Rosa und Blaumann schauen die beiden verwundert an.
„Was?! Ihr kennt euch schon seit 2015? Dann seid ihr ja ein richtiges Veteranenteam!“, rufen sie im Chor.

Beide nicken.
„2015 bin ich zu Pippi gekommen“, erzählt Madame Coloré. „Dann landete ich plötzlich in der Verbannung im Kleiderschrank. Doch ich habe die Hoffnung nie aufgegeben. Und nun bin ich endlich wieder da.“

Frau von Stroh nickt zustimmend.
„Tja, das gleiche Schicksal wie ich. Doch nun ist die Verbannung aufgehoben und ich hoffe auf noch viele gemeinsame Sommerabenteuer – hoffentlich mit dir, liebe Madame Coloré.“

„Bestimmt werden wir das“, entgegnet diese und schwingt vergnügt ihren Henkel.

Rosa und Blaumann strahlen.
„Herzlich willkommen im Team!“

Rosa lacht.
„Seht ihr? Ich wusste, der Nachmittag wird spannend. Von wegen Energiesparmodus!“

Blaumann nickt.
„Ja, mit Pippi wird es nie langweilig.“

Frau von Stroh lächelt zufrieden.
„Gut, dass Pippi aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist und ihre alte Kreativität wiedergefunden hat“, schmunzelt Frau von Stroh.
Madame Coloré bestätigt das mit einem fröhlichen Henkelnicken.

Von diesem Tag an hingen nun Rosa, Blaumann, Frau von Stroh und Madame Coloré friedlich nebeneinander an der Garderobe und freuten sich auf viele gemeinsame Sommerabenteuer.

Tja, manchmal geht man im Leben ein paar Meditationsschleifen, bis man entdeckt, dass sich der Kreis schließt.
Genau wie bei Frau von Stroh und Madame Coloré. Ihre gemeinsame Reise begann schon 2015. Damals ahnten die beiden noch nicht, dass sie eines Tages mit zwei Kappen Gespräche führen und Pippis Leser zum Schmunzeln bringen würden.


Schön, dass du hier vorbeigeschaut hast. Wenn dir meine Gedanken und Geschichten gefallen, freue ich mich, wenn du meinem Blog folgst. ☕🌿


Freitag, 26. Juni 2026

Unterhaltung an der Garderobe


 



Drei "Deckel" im Gespräch

Bei Pippi zu Hause hängen an der Garderobe zwei Kappen und ein Strohhut. Sie haben sich einiges zu erzählen.

Es ist ein früher Junimorgen. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Plötzlich ertönt ein leises Kichern. Es kommt von Rosa, der Kappe mit dem rosa Schirm.

„Nein, das glaube ich nicht! Was ist das denn?“, murmelt sie vor sich hin und kichert weiter.

Davon wird Blaumann, die Kappe mit dem blauen Schirm, wach.

Unwirsch brummt er: „Mensch Rosa, was machst du denn für einen Lärm am frühen Morgen?“

Rosa schaut ihn unschuldig an.

„Oh, sorry! Habe ich dich geweckt? Aber guck mal, was da neben dir hängt! So ein elegantes, buntes Strohhütchen.“

Schon kichert sie wieder.

Entnervt verdreht Blaumann den Schirm.

„Na und? Es ist halt Sommer. Da trägt man eben Strohhut.“

Inzwischen ist auch Frau von Stroh wach geworden.

„Pardon, geht es bitte etwas leiser?“, sagt sie und schaut etwas pikiert unter ihrer Krempe hervor.

Rosa schnaubt empört.

„Also nun tu mal nicht so vornehm. Wir sind hier bei Pippi, da geht es nicht so förmlich zu. Woher kommst du eigentlich? Gestern hingst du noch gar nicht hier.“

Blaumann holt tief Luft und lächelt Frau von Stroh freundlich an.

„Guten Morgen. Ich bin Blaumann und die charmante Kappe neben mir ist Rosa. Etwas unkonventionell, aber das Herz auf dem rechten Fleck.“

Rosa unterbricht ihn grummelnd.

„Ja, ja, schon gut. Genau, ich bin Rosa – etwas verrückt, spontan, aber ganz verträglich.“

Frau von Stroh nickt lächelnd.

„Ich bin Frau von Stroh und wohne eigentlich schon sehr lange hier. Nur hat man mich zu einem Leben im Stoffbeutel mit Stoffblumenkränzen verbannt. Gestern wurde ich endlich wieder hervorgeholt. Ab und zu durfte ich als Karnevalsoutfit oder beim Weltgebetstag mitkommen. Ein ziemlich ödes Dasein. Ich hoffe, meine Verbannung ist nun beendet. Gestern durfte ich sogar auf eine Ausstellung. Ich würde mich sehr freuen, wenn noch viele weitere Ausflüge dazukämen. Meine Trägerin macht jedenfalls einen sehr fröhlichen Eindruck.“

Rosa und Blaumann nicken zustimmend.

Dann schaut Rosa etwas bedröppelt unter ihrem Schirm hervor.

„Du Arme. Das tut mir wirklich leid. Da habe ich es viel besser. Ich bin zusammen mit Blaumann aus Cuxhaven hierher gereist. Dort hingen wir auf einem Ständer auf einer Terrasse. Jeden Tag das Gleiche: morgens raus, abends rein. Unzählige Leute probierten uns an und gingen wieder weiter. Nur der Ausblick auf den Hafen machte das Ganze erträglich.“

Blaumann übernimmt das Erzählen.

„Eines Tages kam ein älteres Ehepaar vorbei und blieb stehen. Er flott und rüstig, sie etwas gehbehindert mit Walkingstöcken – aber ebenfalls flott und irgendwie herrlich lustig. Nach kurzem Überlegen saßen wir plötzlich auf ihren Köpfen. Und genau da begann unser neues Leben.“

Rosa strahlt.

„Schon in Cuxhaven ging es los. Meine neue Besitzerin heißt Petra, wird aber nur Pippi genannt. Sie ist ihrer Namensvetterin wirklich sehr ähnlich: quirlig, spontan, kreativ und immer für eine Überraschung gut. Langweilig wird es mit ihr nie. Allein was wir in Cuxhaven erlebt haben – darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben! Aus einem gemütlichen Schiffegucken in Altenbruch wurde plötzlich eine halbe Nordseeexpedition. Und auch hier zu Hause ist immer etwas los. Es ist bunt, lebendig, kreativ und manchmal ein bisschen chaotisch. Ich bin rundum zufrieden.“

Blaumann nickt zustimmend.

„Mein neuer Kopf ist das komplette Gegenteil von Pippi. Eher der Typ Balu der Bär – ruhig, gelassen und gemütlich. Er ist der perfekte Ausgleich zu der quirligen Pippi. Auch ich bin absolut zufrieden.“

Frau von Stroh schaut begeistert unter ihrer Krempe hervor.

„Das hört sich wunderbar an. Da habe ich ja wirklich eine Menge verpasst. Jetzt bin ich gespannt, was ich in diesem Sommer alles erleben werde.“

„Wir drücken dir die Daumen!“, antworten Rosa und Blaumann wie aus einem Mund.

Die drei „Deckel“ beschlossen noch am selben Morgen, beste Freunde für immer zu sein.

Seitdem hängen sie friedlich nebeneinander an der Garderobe und freuen sich auf jeden neuen Tag bei Pippi und Balu.

Und wer morgens ganz genau hinhört, kann manchmal ein leises Kichern, ein gemütliches Brummen und ein sanftes Rascheln vernehmen. Aber pssst ... dieses Geheimnis kennen nur Pippi, Balu und die drei „Deckel“.


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Mittwoch, 24. Juni 2026

Herzensmomente

Manche Souvenirs sind klein. Die Erinnerungen dahinter sind es nicht. 🌿

 


Souvenirs
klein, liebevoll
Fundstücke voller Geschichten
gesammelt für mein Erinnerungsschatzkästchen
Herzensmomente


Manche Mitbringsel sind klein und unscheinbar. Und doch bewahren sie etwas Kostbares: Erinnerungen an besondere Orte, an schöne Tage und an Augenblicke, die geblieben sind.

So wächst im Laufe der Jahre mein ganz persönliches Erinnerungsschatzkästchen. Jedes Souvenir erzählt seine eigene Geschichte und lässt ein Stück Sommer, Meer und Reiseglück wieder aufleben.

Die kleine Kirche aus Tropea in Italien erinnert mich an einen heißen Sommertag. Mein jüngster Sohn und ich wollten unbedingt hinauf zur Kirche auf dem Hügel. In der glühenden Mittagshitze machten wir uns auf den Weg – ohne Wasser dabei zu haben. Als wäre das nicht genug gewesen, hatte mein Sohn auch noch fürchterlichen Muskelkater. Heute können wir darüber lachen. Und seit er als Backpacker für einige Zeit in Australien unterwegs ist, ist diese Erinnerung für mich noch kostbarer geworden. Sie erzählt von gemeinsamer Zeit, von kleinen Abenteuern und von einem Sommertag, den ich gerne in meinem Herzen bewahre.

Die Schildkröte aus Amalfi kam während einer ganz besonderen Reise zu uns. Zu unserem 30. Hochzeitstag verbrachten mein Mann und ich unseren Urlaub in Sorrent. Von dort aus ging es mit der Fähre nach Amalfi. Das Fährticket wollte ich ganz mutig auf Italienisch kaufen. Mit ein paar englischen Worten und etwas gutem Willen klappte es schließlich doch. Die kleine Schildkröte erinnert mich bis heute an diesen besonderen Urlaub und an dreißig gemeinsame Ehejahre.

Die jüngste Erinnerung in meiner Sammlung ist die Schneekugel aus Luxemburg. Der Besuch verschiedener Weihnachtsmärkte ist bei uns zu einer schönen Tradition geworden. Im vergangenen Jahr waren wir zu dritt unterwegs: mein ältester Sohn, mein Mann und ich. Eigentlich ging es mir gar nicht gut. Mein Rücken machte mir zu schaffen, dazu war es kalt und regnerisch. Mit Schmerztabletten und einer Portion Durchhaltewillen wollte ich trotzdem unbedingt mitfahren. Und trotz allem wurde es ein wunderschöner Tag. Gemeinsam über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, die Lichter zu genießen und einfach Zeit miteinander zu verbringen – das sind die Momente, die bleiben. Deshalb hat die kleine Schneekugel einen ganz besonderen Platz in meinem Erinnerungsschatzkästchen.

Wenn ich diese kleinen Schätze betrachte, sehe ich nicht nur Tropea, Amalfi oder Luxemburg. Ich sehe gemeinsame Zeit, kleine Abenteuer und Momente, die geblieben sind. Vielleicht sind es gerade diese Erinnerungen, die aus kleinen Souvenirs große Schätze machen. 🌿✨

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Sonntag, 21. Juni 2026

Das Wort geht auf Reisen

 


Ein Kreis schließt sich


Mit einem Bild fing alles an. Damals malte ich einen Superhund. Aus diesem Bild entstanden Geschichten und Gedanken. Das Bild selbst ist im Laufe der Jahre verschwunden, aber die Freude am Erzählen ist geblieben.


Heute ist aus meinen Geschichten wieder ein Bild entstanden.


Und das kam so.


Gestern Nachmittag geschah etwas Schönes. Während ich von meinen Geschichten erzählte, nahm eine Mit-Ausstellerin Stifte zur Hand und begann zu zeichnen. Farben, Blumen und Worte fanden ihren Weg aufs Papier. Als sie fertig war, lächelte sie und sagte: „Das Bunte passt zu Ihnen.“


Vielleicht hat sie recht. Denn Worte gehen auf Reisen. Und manchmal kehren sie als Begegnung, als Bild oder als Erinnerung zu uns zurück.


Und zuhause hat das Bild seinen Platz gefunden.


„Das Wort geht auf Reisen“ – und findet seinen Platz zuhause an meiner Pinnwand. ❤️


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Donnerstag, 18. Juni 2026

....und dann fühle ich mich zuhause

Anlässlich der Ausstellung „Heimatklänge“ möchte ich heute erzählen, warum ich schreibe, wie alles begann und warum Papier, Bleistift und Geschichten für mich ein Stück Heimat geworden sind. 


Ja, da stehe ich neben der Vitrine, in der meine literarischen Arbeiten ausgestellt sind.

Die Ausstellung wird von der Kultursparte der Karlskirche veranstaltet und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Heimatklänge“. Acht Vitrinen beschäftigen sich mit dem Thema „…dann fühle ich mich zuhause.“

Menschen aller Generationen waren eingeladen, ihre eigene Vitrine zu gestalten. Auch der Nachbarschaftstreff Goethesalon ist beteiligt – zwei weitere Frauen und meine Wenigkeit.

So viel vorweg.

Heute möchte ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und erzählen, warum ich schreibe und wie alles begann.

Ich fühle mich zuhause zwischen Papier und Bleistift, Geschichten und Gedichten. Wenn ich schreibe, wird es still um mich herum. Dann fühle ich mich angekommen.

Angefangen hat alles in meiner Kindheit. Schon damals habe ich Geschichten erfunden und erzählt. Heute halte ich sie auf Papier fest. Mit dem eigentlichen Schreiben habe ich allerdings erst sehr spät begonnen. Davor kam irgendwie immer das Leben dazwischen.

Das erste Samenkorn war ein Bild, das ich gemalt hatte – der „Superhund“. Ihn habe ich erfunden, um meine Söhne bei den Hausaufgaben zu motivieren und zu unterstützen. Viel später entstanden daraus die Geschichten von Glückshausen.

Zum eigentlichen Schreiben fand ich durch die Teilnahme an einem Schreibworkshop im Bergkloster Bestwig. Danach erstellte ich meinen ersten Blog. Anfangs schrieb ich dort ganz normale Beiträge über meinen Alltag. Später kam ein weiterer Blog hinzu: das „Literarische Schatzkästchen“, heute „Zwischenräume“. Dort finden meine Geschichten und Gedichte ihren Platz, viele davon mit autobiografischen Spuren.

Und wieder kam das Leben dazwischen. Das Schreiben lag lange Zeit brach.

Anfang dieses Jahres nahm ich an einem Kurzworkshop zum Thema Schreiben teil. Seitdem hat es mich wieder gepackt.

Mein Schreiben hat sich verändert. In den Geschichten von Pippi und Frida erzähle ich von den zwei Seiten in mir. Als typische Zwillinge und Scannerpersönlichkeit geht es in meinem Kopf oft bunt und lebhaft zu. Zum Glück gibt es auch die Stimme, die mich liebevoll wieder erdet.

Pippi und Frida eben. 😊

Nach Jahren, in denen mein wahres Ich unter Tonnen von Disziplin, Vernunft, Anpassung, Regeln und Vorschriften verschüttet war, ist es endlich wieder aufgetaucht.

Mein Schreiben ist lebendiger und freier geworden. Ich habe neue Gedichtformen entdeckt und muss nicht mehr dem Mainstream folgen.Jetzt zeigt Pippi, das Küstenkind, endlich wieder ihr ursprüngliches Ich.



Und genau dort, zwischen Papier und Bleistift, zwischen Geschichten und Gedichten, zwischen Pippi und Frida …

… da fühle ich mich zuhause.

Danke an alle, die meine Texte lesen, mich begleiten und mich auf meinem Weg ermutigen. Es ist schön, dass aus vielen kleinen Samenkörnern mit der Zeit etwas wachsen durfte.


Mittwoch, 10. Juni 2026

Vom Wiederfinden

 


Pippi und Frida – Fundstück aus Cuxhaven

Frida ist gespannt auf Pippis Mitbringsel aus Cuxhaven und sehr erstaunt. Was hat Pippi mitgebracht ...?


Mittwochnachmittag. Frida sitzt schon ganz gespannt am kleinen Bistrotisch und wartet auf Pippi.

Endlich bimmelt das Glöckchen und Pippi kommt wieder schwungvoll zur Tür herein. Auf dem Kopf die obligatorische Mütze.

Im Vorbeigehen ruft sie Frida ein „Moin“ zu und eilt Richtung Theke.

Frida runzelt die Stirn und hebt eine Augenbraue.

Wenig später kommt Pippi zurück und setzt sich mit einem verschmitzten Lächeln hin.

Bevor Frida irgendetwas sagen kann, steht auch schon Maurice bei ihnen.

„Voilà, Mesdames“, sagt er gut gelaunt und stellt zwei Himbeertörtchen und zwei Espressi mit Vanilleeis auf den Tisch.

Frida schaut Pippi irritiert an.

„Was ist das denn?“

„Na, das siehst du doch“, erwidert Pippi unbekümmert. „Zwei Himbeertörtchen und zwei Affogato.“

„Ja, ja, doch das meine ich nicht.“

Frida ist leicht genervt.

„Ich bin schon die ganze Woche neugierig, was du aus dem Urlaub mitgebracht hast, und du stürmst erst mal zur Theke und bestellst etwas anderes als sonst.“

Pippi nimmt beruhigend Fridas Hand.

„Das gehört zu meinem Mitbringsel aus Cuxhaven. Ich habe keine Muscheln mitgebracht, keine Postkarten. Nicht mal ein neues Hobby.“

Frida schaut fragend.

„Sondern?“

Pippi nimmt einen Schluck Espresso.

„Mich selbst.“

Und dann beginnt sie zu erzählen.

„Weißt du, Frida, ich habe im Urlaub gemerkt, wie gut mir Leichtigkeit und das Spontane tun. Ich bin halt diese Mischung aus Pippi Langstrumpf und Erdmännchen. Zu dieser Erkenntnis bin ich im Urlaub gekommen. Und dazu stehe ich ab sofort.

Deswegen habe ich beschlossen: Die Nordsee fährt mit nach Hause.

Mein neues Motto:

Mehr Leichtigkeit – weg vom alten Zopf.“

Frida unterbricht Pippi.

„Aha, deswegen die Kuchenaktion heute.“

Pippi nickt.

Frida hebt die Augenbraue.

„Naja, stimmt schon. Pippi Langstrumpf und Erdmännchen passen zu dir. Und das merkt man auch jetzt, besonders nach dem Urlaub. Zwar noch ungewohnt, aber es gefällt mir gut.

Doch meinst du, dass du das auf Dauer beibehältst? So ein Urlaubsgefühl verfliegt doch nach einer Weile.“

Pippi schaut Frida mit leicht ironischem Blick an.

„So, meinst du? Das ist nämlich kein Urlaubsgefühl. Das ist ein wiedergefundenes Ich.

Der alte Zopf ist ab und schwimmt in der Nordsee.

Endgültig!

Nur mal ein Beispiel:

Vor zwei Tagen habe ich Blumen gegossen, einen Blumentopf versenkt, Wäsche gewaschen, meine verlorenen Stöcke wiederbekommen und gleich weiter verschenkt, war beim Kaffeenachmittag, habe mich zum Brunch und zu einer Ausstellung angemeldet und nebenbei noch eine Geschichte geschrieben und veröffentlicht. Und abends mit meinem Sohn telefoniert, einfach so."

Frida schaut Pippi verwundert an.

„Nein, Pippi, nicht dein Ernst?“

Pippi nickt.

„Freiwillig?“

Pippi nickt wieder.

Frida schüttelt den Kopf.

„Oh, da war das Erdmännchen aber auf Zucker. Und soll das jetzt ein Dauerzustand werden?“

Pippi schüttelt lachend den Kopf.

„Nein, Frida, natürlich nicht. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, wie lebendig meine Tage wieder sind.

Und so kleine Katastrophen erschüttern mich auch nicht mehr.

Das Erdmännchen hat sich nämlich auch  verändert. Es ist nicht mehr panisch, sondern freundlich und fragt nach. Es passt liebevoll auf mich auf.“

Pippi macht eine kurze Pause und lächelt Frida verschmitzt an.

„So wie du, liebe Frida.“

Frida hebt die Augenbraue.

„So, so. Ich bin also ein Erdmännchen. Das ist ja interessant. Aber eigentlich auch gut so. Stell dir mal vor, wir beide wären wie Pippi Langstrumpf.“

Pippi prustet los.

„Oh Mann, Frida, das wäre ein Chaos!“

Nun fängt auch Frida an zu lachen.

„Ja, ja, wir beide sind schon ein Gespann. Du Pippi Langstrumpf und ich das Erdmännchen. Doch deswegen sind wir ja schon seit Jahren beste Freundinnen. Wir ergänzen uns perfekt.“

Pippi nickt zustimmend.

Beide genießen noch ihren Kuchen und den Espresso.

„Weißt du, Pippi“, sagt Frida nach einer Weile, „das war eine richtig gute Idee mit dem Himbeertörtchen und dem Affogato.

Ich glaube, wir suchen uns jetzt jede Woche etwas Neues aus.“

Pippi klatscht begeistert in die Hände.

„Au ja, super Idee! So machen wir das.“

Anschließend verlassen Pippi und Frida gut gelaunt das „Chez Malou“.

So hat Pippis Reise an die Nordsee frischen Wind in den Mittwochnachmittag gepustet.

Mal sehen, was nächste Woche passiert ...



Mittwoch, 3. Juni 2026

Urlaubsimpressionen


 

Pippi und Frida – wenn eine eine Reise tut ...


Pippi ist wieder im Lande und hat eine Menge zu erzählen.

Es ist wieder Mittwochnachmittag, 15.00 Uhr. Frida wartet schon ganz entspannt auf Pippi.

Da bimmelt die kleine Ladenglocke und Pippi betritt schwungvoll das „Chez Malou“.

Auf dem Kopf eine flotte graue Mütze mit rosa Schirm und dem Aufdruck „Küstenkind“.

„Moin Frida“, begrüßt sie ihre Freundin gut gelaunt.

„Moin Pippi. Noch im Urlaubsmodus? Flotte Mütze.“

Frida schmunzelt.

„Danke. Und ja.“

Pippi lächelt sehnsuchtsvoll.

„Der Körper ist hier, die Seele noch am Meer.“

Auch Maurice begrüßt Pippi und stellt die übliche Bestellung auf den Tisch: Latte Macchiato und Erdbeertörtchen.

Frida trinkt einen Schluck Kaffee.

„Nun erzähl doch mal. Die Bilder auf Instagram waren schon vielversprechend.“

Pippi nimmt ebenfalls einen Schluck Kaffee und beginnt:

„Es war wunderschön. Das Wetter super – blauer Himmel, Sonne, Wolken und viel Wind. Außerdem war ich richtig abenteuerlustig. Eigentlich wollte ich es diesmal ruhiger angehen lassen.“

„Eigentlich ...“, fügt sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.

„Oh oh, ich ahne es. Erdmännchenalarm!“, ruft Frida dazwischen.

Pippi nickt.

„Naja, ein bisschen schon. Am ersten Tag haben wir einen entspannten Strandspaziergang gemacht. Der Rückweg verlief allerdings schon anders als geplant. Die letzten Meter bin ich mit dem Bus gefahren, weil der rechte Fuß herumzickte.

In der Ferienwohnung hieß es dann: Fuß hochlegen, Creme drauf und Schmerztablette nehmen. Geholfen hat es nur bedingt.

Tag zwei: 

Ausflug zum Waldzoo in Wingst und zum Deutschen Olymp, einem wunderschönen Aussichtsturm. Natürlich wieder viel gelaufen, Meditationsschleifen inklusive.

Der undankbare Fuß war mega beleidigt und schmerzte vor sich hin. Dabei habe ich ihm so viel geboten: herrliche Natur, tolle Tiere und eine spektakuläre Aussicht vom Turm.“

„Pippi, Pippi, du machst Sachen“, wirft Frida kopfschüttelnd ein.

„Tja, das war noch nicht alles“, fährt Pippi fort.

Frida hebt eine Augenbraue.

„Tag drei war der Clou.“

Pippi erzählt weiter:

„Es sollte ein gemütlicher Ausflug nach Altenbruch werden – mit Schiffegucken vom Deich.

Dort angekommen erfuhren wir, dass der Bus laut Fahrplan und Auskunft der Einheimischen nur noch nachmittags und abends zurückfährt. Das haben wir leider nicht hinterfragt.

Also starteten wir erst einmal eine Besichtigungstour durch Kirche und Dorf. Beides wunderschön und interessant.

Im Anschluss ging es zum Schiffegucken. Der Weg dorthin kam uns ellenlang vor und ich war schon leicht genervt. Doch irgendwann erreichten wir den Strand und wurden mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Erst einmal Pause.

Wie geht es weiter?

Ich kam auf die glorreiche Idee, zu Fuß nach Cuxhaven zurückzulaufen. Laut Google Maps nur sechs Kilometer am Strand entlang.

Ich: "Super, das machen wir!"

„Nein! Ich glaube es nicht!“, ruft Frida entsetzt dazwischen.

„Doch, doch“, fährt Pippi fort.

Mein Mann fragte auch, ob ich das schaffe.

 Und ich, ganz Pippi Langstrumpf: "Ich habe es noch nie probiert, also schaffe ich das."

Gesagt, getan. Ein Eis als Wegzehrung und los ging es.

Zunächst war alles entspannt. Links Wasser und Schiffe, rechts Deich und Schafe. Nur kamen uns immer wieder Lastwagen entgegen.

An einer Gabelung bog der Radweg links ab, wir gingen jedoch geradeaus weiter. Ein fataler Fehler. Der Weg endete vor einem Werkstor. Ein unfreundlicher Mitarbeiter ließ uns nicht passieren.

Also alles retour.

Ich war zum zweiten Mal genervt und brummelte vor mich hin.

An der Dicken Berta, dem alten Leuchtturm, machten wir Pause und hielten Lagebesprechung. Wir entschieden uns, bis zu einer Bushaltestelle zu laufen, die nur zwanzig Minuten entfernt sein sollte.

Auch das klappte nicht wie geplant.

Wir marschierten wieder eine gefühlte Ewigkeit durch sengende Hitze ohne Schatten. Zwischendurch ging der Rucksack meines Mannes kaputt, ich bekam Nasenbluten und der Fuß schmerzte höllisch.

Irgendwann erreichten wir zum Glück eine Haltestelle – total am Ende, aber auch stolz, es geschafft zu haben.“

„Du liebe Güte, Pippi“, meint Frida kopfschüttelnd. „Das war ja ein Abenteuer. Pippi Langstrumpf und Erdmännchen im Doppelpack.“

Pippi nickt.

„Ja Frida, da hast du komplett recht.

Als wir wieder in Cuxhaven waren, wurde sich erst einmal im Café gestärkt. Zurück in unserer Unterkunft ging dann allerdings nichts mehr.

Der rechte Fuß und das linke Knie gründeten einen Betriebsrat und traten in Streik.

Ihre Forderung lautete: "Keine Gewaltmärsche mehr – ab sofort!"

Ich bin dann eingeknickt und die letzten Urlaubstage wurde der Schongang eingelegt.

Aber ich muss sagen: Es war trotzdem ein fantastischer Urlaub. Kein klassischer Touriurlaub, sondern einfach auf eigene Faust losziehen, viele Kleinigkeiten entdecken, Meditationsschleifen inklusive.

Irgendwie waren wir immer zur rechten Zeit am rechten Ort.

Dadurch haben wir die MS Deutschland, das ursprüngliche Traumschiff, die AIDAperla und eine Segelschiffparade mit rund fünfzig Schiffen gesehen.

Außerdem haben wir herrliche Sonnenuntergänge bestaunt und einfach nur mal dagesessen und nichts gemacht.“

„Ach Pippi, das hört sich wirklich nach einer gelungenen Urlaubswoche an. Und weißt du was? Du wirkst richtig erholt und entspannt.

Du bist halt eine Mischung aus Pippi Langstrumpf und Erdmännchen. Genau das macht dich aus.“

Frida lächelt Pippi liebevoll an.

Pippi schmunzelt.

„Danke, Frida. Ja, das bin ich wirklich.

Doch es war jahrelang zugeschüttet und ich habe es jetzt endlich wieder ausgegraben. Das habe ich besonders in diesem Urlaub gespürt.

Und noch etwas habe ich aus diesem Urlaub mitgebracht. Doch davon erzähle ich dir nächste Woche.“

„Na, da bin ich gespannt“, erwidert Frida.

Beide Frauen sitzen noch eine Weile zusammen und genießen das Leben um sich herum.

Nachdem sie bezahlt haben, verlassen sie beschwingt und gut gelaunt das „Chez Malou“.



Küstenkind. 🌊⚓🩷



Mittwoch, 20. Mai 2026

Humor ist....



 Wie war das? Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Und genau das ist Pippis Motto.
Setzen wir uns also zu ihnen an den Tisch und hören, was Pippi und Frida heute zu erzählen haben.

Wie jeden Mittwoch sitzt Frida im „Chez Malou“ und wartet auf Pippi.
Um kurz nach 15 Uhr öffnet sich die Tür und Pippi kommt herein.

„Bonjour“, begrüßt sie Frida etwas verhalten.
„Bonjour, Pippi“, antwortet diese verwundert.

Pippi winkt Maurice heran.

„Bonjour Madame, was kann ich für Sie tun?“

"Für mich heute bitte ein Éclair mit Pistaziencreme und Kamillentee“, antwortet Pippi.

Frida hebt die Augenbrauen und schaut sie verdutzt an.

„Also ich nehme wie immer einen Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen“, sagt sie zu Maurice.

Wenig später steht die Bestellung auf dem Tisch.
Frida rührt langsam ihren Kaffee um und schaut Pippi fragend an.

„Sag mal … was ist denn los?
Éclair und Kamillentee?“

Pippi lächelt dezent.

„Tja … zahnlos im ,Chez Malou‘ sitze ich heute. Hatte letzte Woche doch die Zahn-OP, und statt einem wurden gleich zwei Zähne gezogen.“

Sie grinst vorsichtig.

„Mit Kopftuch, Krückstock und Zahnlücke wäre ich glatt karnevalstauglich als Hexe.“

Wieder huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.

„Und bis das Provisorium kommt, lächle ich eben königlich dezent — wie die Queen. Nur mit Kamillentee statt Krone.“

Dann nimmt sie vorsichtig einen kleinen Bissen vom Éclair.

Frida prustet los.

„Entschuldige, Pippi … aber du bist wirklich eine Marke.“

Kopfschüttelnd lacht sie weiter.

„Das muss dir erstmal einer nachmachen. Zwei Zähne gezogen — und statt zu jammern, verpackst du alles mit Humor. Ja, ja … du mit deinem speziellen Humor.“

Pippi zuckt mit den Schultern.

„Weißt du, Frida, mein Humor hat mich schon durch so manche schwere Situation getragen. Klar, am Anfang hätte ich heulen können.
,Nein‘, dachte ich, ,nicht schon wieder. Langsam habe ich wirklich genug. Irgendwas ist doch immer.‘
Aber dann schüttele ich mich — und zack — fällt mir wieder etwas Lustiges ein.“

Sie nimmt einen Schluck Kamillentee.

„Und außerdem soll Lachen ja gesund sein. Deshalb gehe ich schließlich auch zum Lachyoga.“

Frida lächelt und nimmt Pippis Hand.

„Ich finde wirklich toll, wie du das meisterst. Mit Humor wird vieles leichter. Vielleicht probiere ich das bei der nächsten doofen Situation auch mal.“

Pippi nickt zustimmend.

Eine Weile beobachten beide schweigend das Leben draußen vor den Fenstern des Cafés.

Dann sagt Pippi:
„Das Wetter ist heute irgendwie durchwachsen. Wollen wir statt in den Park lieber Sunny besuchen?“

"Gute Idee“, antwortet Frida sofort.

Nachdem sie bezahlt haben, verlassen sie das „Chez Malou“ und gehen gemeinsam Richtung „Villa Sunny“.
Beschwingt und fröhlich laufen sie nebeneinander her.

Ja — mit Humor geht vieles leichter.





Mittwoch, 13. Mai 2026

Muttertag


 
Wird einmal im Jahr gefeiert.

Setzen wir uns zu Pippi und Frida an den Tisch und hören, was sie zu diesem Thema zu sagen haben.

Wie so oft an einem Mittwoch sitzt Frida an dem kleinen Bistrotisch im Chez Malou.
Kurz nach 15 Uhr bimmelt das Glöckchen über der Tür.
Pippi kommt herein – mit ihrem typischen Pippilotta-Blick, leicht ironisch und verschmitzt.

„Bonjour, Frida – nachträglich alles Gute zum Muttertag.“

„Bonjour, Pippi, dir auch alles Gute“, erwidert Frida.

Maurice kommt mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.

„Bonjour, auch von mir alles Gute zum Muttertag“, sagt er mit einem verschwörerischen Lächeln.
Pippi lächelt.
„Merci, Maurice.“


Sie hebt ihr Glas.
„Ein Hoch auf alle Mütter“, ruft sie laut durchs Café.

Frida hebt eine Augenbraue und runzelt leicht die Stirn.

Bevor Pippi weitersprechen kann, kommt Madame Malou an den Tisch und setzt sich dazu.

„Ja, genau – ein Hoch auf uns Mütter“, sagt sie und lächelt versonnen.
Pippi und Frida schauen überrascht auf.

„Mais oui, ich bin auch eine Maman. Mein Sohn Maurice bringt Ihnen jeden Mittwoch Kaffee und Kuchen.“

„Was? Das gibt es doch nicht!“, rufen Pippi und Frida wie aus einem Mund.

Madame Malou nickt.
„Maurice ist das, was mir aus einer großen Liebe geblieben ist.
Am Anfang war ich verzweifelt – allein in einem fremden Land, ohne Arbeit und schwanger.
Doch die Vorbesitzerin war meine Rettung. Ich durfte hier arbeiten, und nach der Geburt war sie eine Art Ersatzoma für Maurice.
Es war keine leichte Zeit – viel Arbeit, wenig Schlaf und kaum Ruhe.
Aber ich habe es nie bereut.
Maurice ist das Beste, was mir passieren konnte.
Und Muttertag? Den mag ich. Einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen – das darf auch sein.“

Sie lächelt, nickt den beiden zu und geht zurück hinter den Tresen.

Pippi und Frida sind einen Moment lang still.

Dann hebt Frida die Augenbraue.
„Tja… das ist mal eine Überraschung.
Aber sag mal, Pippi – was war denn eben mit dir los?“

Pippi schmunzelt.
„Ach, mir geht dieses ganze Theater um den Muttertag auf die Nerven. Einmal im Jahr – viel zu wenig.
Und immer öfter wird selbst dieser Tag vom Konsum überlagert.
Dabei sollte doch eigentlich jeder Tag ein bisschen Muttertag sein.“

Frida nickt.
„Da hast du recht. Mutter sein ist eine große Aufgabe – und niemand bereitet einen wirklich darauf vor.
Man ist plötzlich alles: Familienmanagerin, Trösterin, Organisatorin…
Und viele Frauen arbeiten zusätzlich, so wie Madame Malou.“

Sie hält kurz inne.

„Ich frage mich manchmal: Wie haben wir das alles geschafft?
Woher kam die Kraft?“

Pippi seufzt leise.
„Ich weiß es nicht genau.

Aber Kraft haben mir vor allem meine Jungs gegeben.
Sie aufwachsen zu sehen, sie zu begleiten – ihre Lebendigkeit, ihre Kreativität…
Und dann sind sie losgezogen in die Welt.
Der Große nach Colonia, der Jüngere auf Weltreise  -zur Zeit Work and Travel in Australien.“

Sie lächelt nachdenklich.
„Und für mich begann ein neuer Abschnitt.
Jetzt trete ich ein Stück zurück.
Bin mehr im Hintergrund – aber mit offenem Ohr und offener Tür.
Ich bin gerne Mutter.
Auch wenn es nicht immer leicht ist.“

Frida blickt eine Weile vor sich hin.

„Ja, bei mir ist es ähnlich. Meine Tochter ist auch meine Kraftquelle.
Ich erinnere mich noch an ihr erstes Lächeln, das erste ‚Mama‘, die ersten Schritte.
Dann Kindergarten, Schule, Ausbildung… und irgendwann ihr Flug hinaus in die Welt.
Heute hat sie ihre eigene kleine Boutique in Hamburg.“

Sie lächelt leise.
„Wir sehen uns nicht oft. Das ist manchmal schwer.
Aber wir müssen loslassen – auch wenn ein Hauch Wehmut dabei ist.
Und ja… ich bin auch gerne Mutter.“

Beide sitzen einen Moment still da.
Draußen ziehen Menschen vorbei, die Sonne scheint, Vögel zwitschern.

Dann richtet sich Pippi auf.
„Weißt du, Frida… eigentlich sind wir zwei richtige Glückspilze.
Unsere Kinder gehen ihren eigenen Weg.
Treffen Entscheidungen, fallen hin und stehen wieder auf – ohne dass wir eingreifen müssen.
Und wir – wir lassen los…
und bleiben doch ein Zuhause, zu dem sie immer zurückkehren können.“

Frida nickt.
„Genau so ist es.

Und vielleicht ist jetzt unsere Zeit gekommen –
für all das, was wir immer ein bisschen aufgeschoben haben.“

Sie lächelt.
„Komm, wir drehen noch eine Runde durch den Stadtpark.“

Gesagt, getan.
Sie bezahlen, verlassen das Chez Malou und gehen Richtung Park.

Sie gehen nebeneinander her, ohne Eile.
Zwischen ihren Schritten liegt all das, was war –
und das, was noch kommt.

Ein stiller Zwischenraum.
Voller Leben.



Ein Geschenk, das geblieben ist 


Mittwoch, 6. Mai 2026

Beautysünden

 


Entstehen dann, wenn der Inschwehu seinen Senf zum Thema Beauty dazu gibt.

Der Blick in den Spiegel spricht dann Bände.



Pippi und Frida – von Kajal, Dauerwellen und anderen Katastrophen

Wie jeden Mittwoch sitzt Frida im Café „Chez Malou“ und wartet auf Pippi.

Das Glöckchen klingelt, die Tür geht auf – und Pippi kommt herein.
Sie eilt auf Frida zu und setzt sich.

Maurice ist auch schon zur Stelle mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.

Pippi nimmt einen Schluck Kaffee und holt etwas aus ihrem Rucksack – ein Fotoalbum.
Sie lächelt versonnen.

„Weißt du noch, Frida… früher?
Wir wollten unbedingt jeden neuen Trend mitmachen.
Egal, ob er zu uns passte oder nicht.“

Frida nickt zustimmend.
„Ja, ich erinnere mich. Aber sag mal – wie bist du denn auf dieses Thema gekommen?“

Pippi schmunzelt.
„Durch meinen Blog. Ich folge da einigen interessanten Frauen.
Eine Bloggerin aus Wien hat neulich über Beautysünden geschrieben.
Da dachte ich: Oh ja… kennst du auch.
Und dann habe ich in alten Fotoalben gestöbert – und bin fündig geworden.“

Pippi nimmt einen kleinen Bissen vom Erdbeertörtchen und schlägt das Album auf.

„Da, schau, Frida… wir beide auf einer Party.
Nein – guck dir das an! Unsere Haare… diese Dauerwelle.
Wie ein ondulierter Pudel.“

Beide lachen herzhaft.

Frida blättert weiter.
„Pippi, nein – unser Make-up!
Viel zu dunkel… dieser blaue Lidschatten, der Kajalstrich…
und dann noch Rouge und knalliger Lippenstift.
Reine Kriegsbemalung.“

Sie kriegen sich kaum noch ein vor Lachen.

Frida hebt die Augenbraue.
„Weißt du, Pippi… manchmal denke ich, wir hatten damals keinen Spiegel.“

Pippi seufzt leise.
„Ja… das denke ich auch oft.
Aber ich wollte immer dazugehören. Nicht auffallen.
Das hat man mir lange eingeredet.

Die Rebellin in mir ist irgendwann ganz leise geworden…
aber jetzt kommt sie langsam wieder zum Vorschein.“

Frida lächelt Pippi liebevoll an.
„Ja, Pippi, ich weiß. Mir ist es ähnlich ergangen.
Aber du bist jetzt auf einem guten Weg.
Das finde ich richtig toll – da kann ich mir eine Scheibe von dir abschneiden.
Ich sage nur: die rote Hose.“

Beide blättern noch eine Weile schmunzelnd durch das Album.

Plötzlich klappt Pippi es entschlossen zu.

„So, jetzt genug in der Vergangenheit gestöbert.
Was war, war.
Es gehört zu unserem Leben – auch die Beautysünden.
Zu der Zeit war es eben modern.
Gut nur, dass wir uns weiterentwickelt haben.“

Frida nickt.
„Genau, Pippi – du hast recht.
Heute lachen wir einfach darüber.

Wir stehen zu unserem Alter,
zu den grauen Haaren, den Falten
und auch zu den paar Kilos zu viel.

Und wir tragen trotzdem bunte Kleidung
und schminken uns dezent.“

Pippi klatscht in die Hände.
„Bravo, Frida – so machen wir das.
Weil wir es können.“

Draußen geht das Leben weiter.
Die beiden Freundinnen bezahlen
und verlassen gut gelaunt das „Chez Malou“.



„Schönheit beginnt in dem Moment, in dem du beschließt, du selbst zu sein.“ — Coco Chanel


Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht nehmt ihr dann wieder Platz
an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨


Sonntag, 3. Mai 2026

Herr Jammerowski


 

Inschwehu
hartnäckig, penetrant
Weltmeister im Jammern
sitzt auf dem Sofa
nervtötend 

Ja, wer kennt ihn nicht –
Herrn Jammerowski.

Auch bekannt als innerer Schweinehund,
kurz Inschwehu.

Er mischt sich in fast alle Bereiche unseres Lebens ein.
Besonders gern, wenn es um Fitness geht.
Aber auch zu Mode und Beauty
hat er erstaunlich viel zu sagen.

Wehe, wenn Frau dann nicht standfest ist…
Der Blick in den Spiegel spricht Bände –
Beautysünden lassen grüßen.

Davon können Pippi und Frida ein Lied singen.
Und ganz bestimmt viele andere Frauen auch.



Mittwoch, 29. April 2026

Und heute..


führen uns diese Erinnerungen
genau dorthin zurück –
an einen kleinen Tisch,
mit Kaffee und Kuchen. 

Pippi und Frida – Besuch von Herrn Jammerowski
 
Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Frida sitzt heute bei herrlichem Wetter draußen auf der Terrasse.

Ein kleines Holzpodest mit ein paar Bistrotischen,
große Terrakottakübel mit Orangenbäumchen sorgen für mediterranes Flair.
Üppig bepflanzte Balkonkästen dienen als Sichtschutz zur Straße.

Kurz nach 15 Uhr kommt auch Pippi dazu.
„Bonjour, ma chère Frida – was für ein herrliches Wetter.“
Sie setzt sich lächelnd.

Wenig später stehen zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen vor ihnen.
Draußen läuft ein Jogger vorbei,
Radfahrer ziehen ihre Bahnen
und zwei Mädchen sausen lachend mit dem Skateboard vorbei.

Pippi trinkt einen Schluck, nimmt einen kleinen Bissen
– und seufzt.
„Ich sollte mich eigentlich auch mehr bewegen.
Was habe ich früher alles gemacht…
Schwimmbad, Fitnessstudio, Nordic Walking – sogar kurz Zumba.
Und jetzt… mit Ach und Krach eine Hunderunde um den Block.“
Gedankenverloren zerkrümelt sie ihr Erdbeertörtchen.

Frida hebt ihre Augenbraue.
„Also deswegen musst du deinen Kuchen nicht zerstören.
Seufzen hilft auch nicht.
Einfach machen – nicht reden.“

Pippi runzelt die Stirn.
„Ha, du bist gut, Frida. Einfach machen…
Ich habe nämlich Besuch – Herrn Jammerowski.“

„Moment mal… wen hast du zu Besuch?“, unterbricht Frida.

Pippi holt tief Luft.
„Herrn Jammerowski.
Auch bekannt als innerer Schweinehund – kurz Inschwehu.
Hartnäckig, penetrant und Weltmeister im Jammern.
Schwimmbad – zu kalt und zu nass.
Nordic Walking – zu wetterabhängig.
Fitnessstudio – zu voll, und der Muskelkater lässt grüßen.
So geht das in einer Tour.
Dagegen kommst du kaum an.
Meistens gewinnt er… oder wir einigen uns auf einen lauwarmen Kompromiss.“
Sie schüttelt den Kopf und trinkt einen Schluck Kaffee.

Frida lächelt leicht.
„Natürlich kenne ich Herrn Jammerowski.
Er klopft auch bei mir regelmäßig an die Tür.
Meine Strategie: Tür nicht öffnen.
Ignoranz – das Zauberwort.
Zweimal die Woche gehe ich ins Fitnessstudio,
ein paar Runden Egym, danach Sauna.
Und ansonsten baue ich Bewegung in den Alltag ein.“

Pippi schaut sie erstaunt an.
„Boah… das klingt eigentlich nach einem guten Plan.
Vielleicht sollte ich das auch mal probieren.“

Frida nickt.
„Mach das. Versuch es ein paar Wochen –
und irgendwann wird es Routine.“

Sie lächelt.
„Weißt du, ma chère Pippi…
nicht nur Herr Jammerowski schaut gerne vorbei,
sondern auch dieses kleine Erdmännchen in dir,
das immer alles auf einmal will.
Fokussiere dich auf eine Sache – dann wird das schon.“

Pippi nimmt Fridas Hand.
„Ach Frida… was wäre ich ohne dich.
Du erdest mich immer, wenn ich mal wieder abhebe.
Und das mit der einen Sache –
das sagt mein Mann auch schon lange.“
Beide lächeln sich an.

 Sie sitzen noch eine Weile,
beobachten das Leben auf der Straße
und genießen den warmen Frühlingstag.

Dann zahlen sie
und beschließen spontan, noch einen kleinen Spaziergang zu machen.
Beschwingt verlassen sie das Café
und gehen gemeinsam Richtung Stadtpark. 





 "Manchmal liegt das Wichtigste schon längst in uns  - wir müssen nur noch anfangen. "



        
Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨

Mittwoch, 25. März 2026

Gespräche zwischen Kaffee und Kuchen

 


Pippi und Frida – Haben Träume ein Verfallsdatum?

Ein weiterer Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Pippi entdeckt ein kleines, leerstehendes Lädchen – und plötzlich ist er wieder da: ein alter Traum.
Gemeinsam mit Frida und Madame Malou stellt sich eine leise Frage:
Haben Träume ein Verfallsdatum?

Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Zeit für ein Gespräch zwischen Pippi und Frida.

Mittwoch, kurz nach 15 Uhr.
Frida sitzt wie immer an dem kleinen Tisch am Fenster, beobachtet das bunte Treiben auf der Straße und wartet auf Pippi.
Da – klingeling, klingeling.
Die kleine Messingglocke über der Tür ertönt und Pippi stürmt herein.

„Hallo Frida“, japse ich und bleibe vor unserem Tisch stehen.
„Du glaubst ja nicht, was ich gerade gesehen habe! In der Kastanienallee – dieser kleine Laden mit Krimskrams… er steht leer! Und plötzlich hatte ich einen Geistesblitz. Weißt du noch… unser Traum von damals?“

„Stopp! Halt!“, ruft Frida und hebt die Augenbraue.
„Mensch Pippi, komm erst einmal an. Setz dich, atme durch – und dann erzähl.“
„Ich glaube, dein Erdmännchen hat heute Ausgang“, sagt sie schmunzelnd.

Etwas pikiert setze ich mich.
Wenig später steht unsere Bestellung vor uns: Kaffee, Latte Macchiato, ein Éclair und ein Erdbeertörtchen.
Ich rühre langsam meinen Kaffee um, nehme einen Schluck und räuspere mich.

„Pardon, Frida“, sage ich zerknirscht.
„Ja… da sind wohl wieder die Pferde mit mir durchgegangen. Heute ist Erdmännchen-Tag. Tausend Ideen im Kopf. Muss der Frühling sein.“

Frida lächelt versonnen.
„Stimmt… ich erinnere mich. Ich wollte Mode entwerfen und verkaufen. Und du hast schon damals wundervolle Gedichte geschrieben und Karten gestaltet. Wir wollten alles in einem kleinen Lädchen zusammenbringen.“
Sie seufzt leise.
„Was ist daraus geworden? Manchmal habe ich das Gefühl… Träume haben ein Verfallsdatum. Und wenn es abgelaufen ist, zerfallen sie zu Staub.“

„Das Leben ist passiert. Ganz einfach das Leben, mes Dames.“
Wir schauen auf.
Madame Malou steht neben unserem Tisch und setzt sich mit einem leichten Lächeln zu uns.
Frida hebt fragend die Augenbraue.

Madame Malou atmet tief ein.
„Ich komme aus einem kleinen Dorf in der Provence. Meine Kindheit habe ich in der Parfümerie meines Onkels verbracht. Diese Düfte… diese kleinen, brodelnden Kolben… alles war Magie. Mein Traum war klar: Ich werde Parfümeurin.“
„Also ging ich nach Paris. Ausbildung, bestanden – und dann kam l’amour.“
Sie lächelt kurz, fast wehmütig.
„Mein Traumprinz brachte mich nach Deutschland. Doch das Märchen hielt nicht lange. Er ging. Und ich stand da – ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne Plan.“
Wir hören still zu.
„Meine Rettung war dieses Café. Erst als Aushilfe, später fest. Die Besitzerin wurde mir wie eine Mutter. Ich zog bei ihr ein… und eines Tages erbte ich alles.“
Jetzt lächelt sie warm.
„Dieses Café wurde mein neuer Traum.
Et voilà – la vie ist nicht immer bunt. Aber es kommt darauf an, was man daraus macht.“
Mit einem leichten Nicken steht sie auf und geht zurück zur Theke.

Wir bleiben nachdenklich zurück.
Ich lasse meinen Blick schweifen.
Wie viele ungelebte Träume sitzen wohl hier im Café –
und gehen draußen auf der Straße an uns vorbei?
Das junge Paar dort drüben.
Der ältere Herr mit seinem kleinen Dackel.
Wovon träumen sie wohl?

Plötzlich streckt mir Frida die Hand entgegen.
„Weißt du, Pippi… ich glaube, Träume haben kein Verfallsdatum. Vielleicht verändern sie sich nur. Vielleicht müssen wir einfach die Perspektive wechseln.“
Sie lächelt mich an.
„Das Leben, das man lebt, in einen Traum verwandeln –
so wie Madame Malou.“

Einen Moment lang ist es still zwischen uns.
Dann sagt sie leise:
„Ich hole heute meine Nähmaschine aus dem Keller.“
Ich lächle zurück.
„Und ich meine Kiste mit dem Tonpapier. Ich richte mir eine kleine Kreativecke ein.“
Wir bezahlen, stehen auf und machen uns beschwingt auf den Heimweg.

Mit einem leisen Gefühl:
Manche Träume warten einfach darauf, wieder gesehen zu werden.

Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. 🌿☕📖✨

Mittwoch, 18. März 2026

Gespräche zwischen Kaffee und Kuchen

 
 
Pippi und Frida – Gedanken über den Frühling

Es ist wieder Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Heute jedoch macht Pippi etwas Überraschendes – und daraus entwickelt sich ein Gespräch über den Frühling und was er mit uns macht.

Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Zeit für ein Gespräch zwischen Pippi und Frida.

Frida sitzt wie immer an dem kleinen Bistrotisch am Fenster. Sie schaut hinaus und wartet auf Pippi. Aus der alten Lautsprecherbox klingt leise ein Chanson von Édith Piaf.

Plötzlich steht Pippi vor Frida und ruft fröhlich:
„Bonjour ma chère Frida!“
Frida zuckt zusammen.
„Mensch Pippi, erschrick mich doch nicht so!“
Pippi entschuldigt sich lachend und setzt sich. Da steht auch schon Maurice an ihrem Tisch und fragt höflich:
„Bonjour, die Damen – wie immer?“
Frida nickt.
„Ja, wie immer. Kaffee und Éclair mit Pistaziencreme.“
Pippi schüttelt den Kopf.
„Nein, für mich heute einen Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen, bitte.“
Maurice notiert die Bestellung und geht 
beschwingt Richtung Theke.

Frida hebt ihre Augenbraue.
„Pippi, was war das denn eben? Warum etwas Neues?“
Ich antworte schelmisch:
„Es ist Frühling. Alles neu macht der Mai.“
Frida runzelt die Stirn.
„Also ich verstehe heute gar nichts mehr. Und außerdem – nur so nebenbei – es ist März.“
Ich zucke mit den Schultern.
„Ach Frida, nun sei nicht so streng. Dann eben März. Aber es ist Frühling. Schau doch mal raus: Die ersten Krokusse sprießen, die Sonne lacht vom Himmel und die Vögel zwitschern wieder fröhlicher. Die dunklen, schweren Mäntel weichen langsam hellen, luftigen Jacken.
Hach – und ich erwache zu neuem Leben und habe richtig Lust auf etwas Neues. Deshalb 
Latte Macchiato und Erdbeertörtchen.“

Ich schaue Frida neugierig an.
„Und wie ist das mit dir, Frida? Spürst du nicht auch den Frühling und hast Lust auf etwas Neues?“

Da steht plötzlich Madame Malou persönlich an unserem Tisch.
„Voilà, mes dames: ein Kaffee, ein Latte Macchiato, ein Éclair mit Pistaziencreme – und tadaaa, das Erdbeertörtchen.“
Sie lächelt verschmitzt und sagt:
„Ja, manchmal beginnt der Frühling mit einem Erdbeertörtchen.“
Dann zwinkert sie und schwebt graziös davon.

Pippi und Frida hängen beide ihren Gedanken nach und genießen ihren Kaffee und Kuchen.

Frida hebt langsam wieder ihre Augenbraue.
„Also… wenn ich so in mich hineinhorche, spüre ich auch eine kleine Veränderung. Die Tage sind länger, die Luft milder und die Leute freundlicher. Und ja – ich fühle mich auch irgendwie fitter. Erst gestern habe ich die Wintersachen weggeräumt.
Ich glaube, Pippi, du hast recht. Es ist Frühling. Zeit für etwas Neues.“

Wir nicken uns zu und trinken den Rest unseres Kaffees.
Draußen auf der Straße geht das Leben weiter. Eine junge Mutter überquert mit ihren zwei Kindern die Straße. Beide haben ein Eis in der Hand und lächeln selig. Ein junger Mann mit einem bunten Strauß leuchtender Tulpen eilt vorbei – vielleicht auf dem Weg zu seiner Freundin.

Ich lehne mich entspannt zurück und denke tief in mir drinnen:
Ja, es ist Frühling.

Plötzlich sagt Frida:
„Ja, Pippi, du hast recht – es ist Frühling.
Und manchmal beginnt ein neuer Abschnitt des Lebens mit einem anderen Stück Kuchen.“

Und so ist der Frühling ein weiteres Puzzleteil im Zwischenraum des Lebens.

Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch im Zwischenraum des Lebens.

Mittwoch, 4. März 2026

Silberne Gedanken



Ein Gedanke für die Nacht 


Ein Atemzug im Mondlicht


Es ist Vollmond. Rund und Prall steht er leuchtend am Himmel.

Sein heller Schein wirft bizarre Schatten in mein dunkeles Zimmer. Ich stehe am offenen Fenster und spüre die kühle,würzige Nachtluft auf meiner Haut.Nachtschwarze Stille hüllt mich ein.Die meisten Menschen schlafen schon,doch meine Gedanken wandern umher.Sie sind klarer,tiefer und weniger laut als am Tag. 

Es ist ein besonderer Moment: der heutige Tag ist gelebt,das Gestern Geschichte und das Morgen noch in weiter Ferne. 

Ich bewundere staunend das Silber auf den Dächern und die funkelnden Sterne am Firmament. In diesem Augenblick bin ich ganz bei mir und eins mit der Nacht. Tiefer Frieden umgibt mich.Ich atme durch, lasse los und nehme die Stille mit ins Bett.

Und der Vollmond lächelt mir zu und flüstert leise : "Angenehme Nachtruhe "

Mittwoch, 24. Juli 2019

Die Schildkröte Pippilotta und Herr Jammerowski



Tiere, Niedlich, Grün, Natur




Halli,Hallo ihr Lieben.Hier ist wieder Pippilotta,die Schildkröte.
Heute berichte ich euch von meinem lieben, naja lieb,wie man`s nimmt, Untermieter dem Schweinhund alias Herr Jammerowski.
Wie ihr schon wisst,läuft ja dieses Jahr mein großes Projekt mit der weisen Eule.Jeden Tag gibt es ein neues Thema und dieser Monat steht unter dem Motto "Fitness".Uaaah,arrrg.Richtig,genau arrrg.
Fitness und Schildkröte Pippilotta,eher zwiespältig.
Warum? Das hat viele Gründe,wie z.Bsp. die besagten Quatschis,falsche Vorstellungen,übertriebener Ehrgeiz,vergleichen mit anderen Schildkröten oder sonstigem Getier usw.Ich sage nur der geplatzte Traum und Leopard.Ja,richtig gelesen,der olle Leopard schwirrte immer noch in Pippilottas Kopf herum.Doch ich habe jetzt so  richtig einen Denkzettel verpasst bekommen. Zum Glück waren  2 Personen zur Stelle,die mir wieder auf die Schildkrötenbeine geholfen haben.Die eine Person war der Herr Jammerowski,ja genau der,komisch aber wahr,kicher,kicher.Die andere Person,die Läuferschildkröte.
Doch schön der Reihe nach.
Kaum war die E-Mail mit dem Thema Fitness bei mir gelandet,zack,sprang so ein kleines Teufelchen aus meiner Schublade im Gehirn und krakelte los.Fitness,super,genau mein Ding,auf geht es!
Erschwerend dazu  kam meine beste Feindin,die Waage um die Ecke gesaust und hielt mir ein Schild vor die Nase:"zugenommen!"Die beiden im Duo eine fatale Kombination.Als ob es nicht schon reichen würde tauchten Quatschi"wie siehst du den aus" und Quatschi "was sollen die Leute denken" aus der Versenkung auf.Unter der schweren Last brach die arme Schildkröte Pippilotta zusammen.Mein gerade errichteter Rohbau vom schönen neuen Lebenshaus hielt dem bösartigen Bombardement nicht stand und zerfiel in seine Einzelteile.Oh nein,was passierte? Ihr ahnt es schon.Genau,meine Wenigkeit erlitt einen schweren Rückfall in alte Muster und die Feuerphase loderte hell auf.Die Walkingschuhe wurden geschnürt und ich lief los als ob es kein Morgen geben würde.Dazu noch eine ordentliche Portion Gymnastik.Das Motto schneller,höher,weiter.
Meine Familie versuchte vorsichtig mit Wassergüßen der Feuersbrunst Herr zu werden.Nichts zu machen.Herr Jammerowski jammerte,klagte und wimmerte zum Stein erweichen.
"Was machst du denn ?Es ist zuviel!Ich kann nicht mehr!Denke an deine Gelenke!Du hältst das auf Dauer nicht durch!"
Alle diese Phrasen schnürten das Feuer nur noch.Mit zusammen gebissenen Zähnen knurrte ich :"
Ich zeige es euch!Ich kann das!Ich schaffe das!"Alle Warnzeichen des Körpers wurden vehement ignoriert.Ende vom Lied,ein großer Wasserguss in Form von :alle Gräten schmerzten,völliger Erschöpfung  und Nerv im Rücken eingeklemmt machte dem Feuer den Garaus.Nach nur 1 Woche lag ich wieder mal total platt in der Ecke,mutierte zur Schnappschildkräte und biss um mich.
Pippilotta,Pippilotta sagte ich zu mir selber,"was machst du nur wieder für Sachen?"
Da ertönte ganz leise und zaghaft ein kleines Stimmchen in meinem Kopf:"Pippilotta,du bist eine Schildkröte und kein Leopard!"
Herr Jammerowski unterfütterte das Ganze und holte sich die Läuferschildkröte mit ins Boot.
Gemeinsam löschten sie das große Feuer und zurück blieb ein ganz kleines Glutnest.Dieses Glutnest war der Anfang einer neuen Ära.
Wie kam es nun dazu? Die liebe Läuferschildkröte sagte;während eines Gespräches,wo ich ihr wiedermal die Ohren voll jammerte;ganz ruhig zu mir:"Warum machst du es denn nicht wie ich und konzentrierst dich auf eine Sportart?Lege den Fokus doch auf das Schwimmen,das magst du doch."
Boah,wow,irgendwie lösten diese Sätze etwas aus in mir,es war als ob jemand einen Schalter umlegte.In mir fing es langsam an zu arbeiten,es kocht,brodelte und die Gedanken wurden etliche Male umgerührt.Herr Jammerowski würzte die ganze Suppe mit Sprüchen wie:"du bist eine Schildkröte,die lieben Wasser,walken wolltest du doch nur weil es irgendwann mal total in war,weil du wie die Läuferschildkröte sein wolltest,haha,hihi eine Schildkröte mit Walkingschuhen und Stöcken,er schüttelte sich vor Lachen(das war jetzt gemein),schwimmen ist toll,das kannst du das ganze Jahr machen,durch die Aquagymnastik kennst du schon eine Menge sympathische Frauen,auja schwimmen ist toll,bitte kein walken mehr."
Also lange Rede,kurzer Sinn.Jetzt kommt es:
Feierlicher Moment! Tusch,taraaaa!
Pippilotta hat die Walkingschuhe und Stöcke an den Nagel gehängt!!!!!!!
Ab sofort heißt es Pippilotta,die Wasserschildkröte.Wie lautet auch ein Rat der weisen Eule Fitness soll ein langfristiges Projekt sein und dazu sind Babyschritte nötig.Meine Babyschritte sind ,das ich mich auf die Aquagymnastik und das Schwimmen konzentriere,also 2 mal in der Woche Sport.Da nun der Kamerad Spaß mit an Bord ist,stehen die Chancen sehr gut,das es eine Dauereinrichtung wird.Ferner wird Bewegung in den Alltag intrigiert,Einkaufen plus Spaziergang,statt ein Tablett wird der Tisch in mehren Einzelschritten gedeckt,statt die Wäsche in den Wäschekorb zu packen wird ein paar mal zwischen Waschmaschine und Wäscheständer hin und her gelaufen,beim Putzen kann wunderbar Musik einschalten und ein kleines Tänzchen wagen.Man muss nur den Mut haben los zu lassen und offen zu  sein für Neues.
Diese Woche wurde die neue Ära schon eingeläutet und etliche Runden im Schwimmbad gedreht.Es tat einfach nur gut und hat super viel Spaß gemacht.Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen  viele sympathische Mitschwimmerin getroffen und heute als Belohnung nach dem Schwimmen ein kleines Kaffeekränzchen gehalten.

Was lernen wir daraus?
Schweinehunde sind im Grunde genommen doch ganz liebe Zeitgenossen,die auch prima als Aufpasser und Beschützer fungieren.Somit hat Herr Jammerowski Wohnrecht auf Lebenszeit.
Außerdem sollten wir öfter mal die Perspektive wechseln und über den Tellerrand schauen,unsere Komfortzone Stück für Stück erweitern.

So meine Lieben,Pippilotta hat fertig für heute.
Fortsetzung folgt....





Sonntag, 10. Februar 2019

Die Schildkröte Pippilotta und die "Quatschis"



Tiere, Niedlich, Grün, Natur



"Achtung unbezahlte Werbung wegen Namensnennung."

Hallo,da bin ich mal wieder,Pippilotta die Schildkröte.
Heute geht es um die "Quatschis",sehr lästige Untermieter von mir.Den Namen hat eine sehr kluge Eule kreiert,mit der ich seit letztem Jahr in Kontakt stehe.Sie hilft mir auf meinem Weg zu mir selbst.
An den geplatzten Traum könnt ihr euch doch sicherlich noch erinnern und genau mit dem fing alles an.Dieser geplatzte Traum löste so zu sagen eine Kettenreaktion aus und seither schleppe ich eine lange Reihe geplatzter Träume hinter mir her.Darum habt ihr auch solange nichts von mir gehört.
Mit Heife der weisen Eule versuche ich nun wieder Ordnung in mein Gefühlschaos zu bekommen.
Das ist mein Jahresprojekt für dieses Jahr.Im vergangenen Jahr durfte ich schon ein kurzes Coaching mit der Eule machen und habe gemerkt,wie gut mir das tut.Jetzt so zu sagen die Vollversion.
Wie immer ich verplausche mich.

Nun zu den "Quatschis".Ich denke jeder hatte sie schon mal zu Besuch.Einige sind auch freundlich,aber die meisten sind ganz üble Zeitgenossen und wollen dir nur schaden."Quatschis" sind Übermittler,die Botschaften deiner Mitschildkröten in dein Ohr flüstern.Sie haben ganz unterschiedliche Namen,meine heißen :"reiß dich mal zusammen",was sollen die Leute denken","das kannst du nicht"",wie siehst du denn wieder aus" um nur die Hauptakteure zu nennen.Das fiese an ihnen ist,sie sind wie ein Bumerang und kommen immer wieder zurück.Meistens dann wenn du angefangen hast,dich zu verändern oder neu zu orientieren.Das können sie überhaupt nicht leiden,Neuanfang,Neuorientierung sind ihre Gegenspieler.

Woher kommen sie denn nun eigentlich?"Quatschis"haben ihren Ursprung in deiner Kindheit und in der Umgebung in der du auf gewachsen bist.Meist stecken nahe Angehörige dahinter,meist die Schildkrötenmütter,die unter dem Deckmantel Fürsorge und Liebe dir diese "Quatschis" tagtäglich unters Futter mischen.Als kleine Minischildkröte glaubst du das auch alles brav,doch sobald du eine Teenagerschildkröte wirst,regt sich erster Wiederstand.Natürlich wird dieser sofort im Keim erstickt und ehe du dich versiehst bist du eine erwachsene Schildkröte und dies lästigen Untermieter haben sich als ständige Mitbewohner etabliert.Sie haben deine Träume , Visionen im Keim erstickt und  wollen dir permanent ein schlechtes Gewissen  einreden.
Die Auswirkungen sind verheerend,du hast dein eigenes ICH verloren und weißt überhaupt nicht,wer du bist,was für eine Persönlichkeit in dir schlummert.Du bist wie ein Vulkan,in dir gärt und brodelt es und völlig und vorher gesehen brichst du aus.Ein ganzer Lavastrom an unterdrückten Gefühlen und Emotionen ergießt sich über deine Umwelt,die davon völlig überrumpelt wird.
Die Folgen sind ebenfalls massiv,dieser Ausbruch zieht Streit,Unverständnis,Wut,Trauer und Neid nach sich.Ehe du dich versieht steckst du mitten im Gefühlssumpf und wenn du nicht aufpasst versinkst du darin.Alles und jeder nervt dich.Deine Mitschildkröten verstehen dich nicht mehr,sie erleben auf einmal wie aus der friedlichen Schildkröte eine Riesenschnappschildkröte wird.Für alle keine schöne Situation.
Ja,ihr Lieben genau das ist meine Situation im Moment.Die bösen "Quatschis" prasseln gerade wieder ihr ganz Bombardement auf mich nieder.Ihnen gefällt es überhaupt nicht,das ich die Hilfe der klugen Eule in Anspruch nehmen will.

Doch diesmal werden nicht sie als Sieger hervorgehen sondern ich.Es wird ein langer,steiniger Weg sein,den ich in ganz kleinen Minischritten gehen werde,wie es sich für eine Schildkröte gehört.
Ich werde solange graben,bis meine Träume zu Tage getreten sind und ich werde mein Leben leben.
Mein neues Vorbild wird die "Pippi Langstrumpf" sein,die ihr sicherlich kennt.Mein absolutes Lieblingsbuch aus Kindertagen.Von ihrer Verfasserin "Astrid Lindgren" stammt auch mein neues
Lebensmotto: