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Donnerstag, 6. August 2026

Optimierungswahn

 






Muß ich das Rad neu erfinden?

Pippi sitzt, wie so oft, auf ihrem kleinen Balkon. Gerade hat sie in alten Fotos gestöbert.

Plötzlich bleibt ihr Blick an einem Bild aus dem Jahr 2015 hängen.

„Nanu, das gibt es doch gar nicht“, denkt sie.

„Soso … ich habe mich gar nicht neu erfunden, sondern wiedergefunden.“

Was fasziniert Pippi denn so?

Damals auf einem Ausflug: rote Hose, Jeansbluse, Frau von Stroh, bunte Kette und Madame Coloré.

Und heute?

Wieder auf einem Ausflug – mit roter Hose, Jeansbluse und Frau von Stroh.

„Hm, wie interessant. Irgendwie hatte ich schon damals einen Faible für farbenfrohe Kleidung“, murmelt sie vor sich hin.

Eine Weile betrachtet sie beide Fotos.

„Da stellt sich mir die Frage: Warum habe ich das eigentlich nicht beibehalten?

Ich bin im Mainstream, auf der Jagd nach immer neuen Trends, fast untergegangen. Und das nicht nur in Sachen Mode.

Kleidung, Frisur, Ernährung, Sport – alles sollte ständig optimiert werden. Und wenn ich ehrlich bin, bin ich davon noch immer nicht ganz frei.“

Pippi runzelt nachdenklich die Stirn.

Da meldet sich ganz leise die Stimme von Francia Elegancia.

„Ha! Warum wohl? Es gibt doch immer etwas zu verbessern. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Man muss sich anpassen, sonst stirbt man aus wie die Dinosaurier.“

Pippi schüttelt den Kopf.

„Nein, liebe Francia, nicht unbedingt – und schon gar nicht um jeden Preis.

Fortschritt und Mainstream sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Ich muss nicht jedem Modetrend hinterherlaufen. Ich muss auch nicht jeden Hype bei Ernährung, Sport oder Reisen mitmachen.

Ich weiß selbst am besten, welche Kleidung mir steht, welches Essen mir guttut und was zu meinem Leben passt.“

Francia Elegancia hebt eine Augenbraue.

„Also ich finde immer etwas an mir oder meiner Umwelt, das einer Verbesserung bedarf.“

Pippi lächelt.

„Kannst du. Darfst du auch, liebe Francia.

Ich habe mir jedoch vorgenommen, aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Leichtigkeit ist mein Monatsmotto. Weniger Perfektion. Mehr ich.

Und wenn ich mir das aktuelle Foto so ansehe, bin ich zufrieden mit mir.

Ich möchte den Fokus wieder aufs Bewahren legen.

Ich bin ich. Und ich bin gut so, wie ich bin.

Informationen und Anregungen hole ich mir weiterhin. Aber ich entscheide selbst, ob und wie ich sie für mich nutze.“

Francia Elegancia schaut noch einmal auf die beiden Bilder.

„Weißt du was? Du hast recht. Eigentlich bin ich auch ganz zufrieden mit mir.“

Sie macht eine kleine Pause, lächelt und sagt:

„Bis auf die Gelassenheit. Doch das wird schon.“

Was lernen wir daraus?

Vielleicht müssen wir das Rad gar nicht ständig neu erfinden.

Manchmal reicht es, zu entdecken, was schon immer zu uns gehört hat.

Weg vom Optimierungswahn.

Jeder Mensch ist gut so, wie er ist – mit allen Ecken, Kanten und ganz eigenen Farben.




Schön, dass du hier vorbeigeschaut hast. Wenn dir meine Gedanken ,Geschichten  und Bilder gefallen, freue ich mich, wenn du meinem Blog folgst. ☕🌿

Samstag, 1. August 2026

Monatsanfang mit Überraschung


 

Neue Wege gehen

Frida schreibt wieder einen Brief – und Pippi wird überrascht. Und ausgerechnet Francia Elegancia hat einen guten Tipp.


August. Ein neuer Monat beginnt.

Pippi sitzt wieder auf dem Balkon. Vor ihr der obligatorische Kaffee. In der Hand hält sie einen Brief von Frida.

Pippi sitzt da wie erstarrt, und der Kaffee wird kalt.

Was steht in dem Brief? Worüber ist Pippi so entsetzt?

Plötzlich fängt sie an zu murmeln.

„Das glaube ich nicht! Das kann, das darf nicht wahr sein!“

Sie liest die Zeilen noch einmal.

Es lässt sich nicht leugnen. Schwarz auf Weiß steht dort geschrieben:

„Meine liebe Pippi,

ich habe beschlossen, erst einmal für längere Zeit am Meer zu bleiben. Doch wir bleiben in Verbindung. Wir können uns ja schreiben. Es gibt WhatsApp und Videotelefonie.“

Pippi schüttelt den Kopf.

„Na, das geht ja schon gut los. Kann ja nur besser werden.“

Sie lächelt leicht.

„Na ja, zum Glück ist das Meer nicht so weit weg wie zum Beispiel Australien.“

Da erscheinen auf einmal Francia Elegancia und Flippi auf der Bildfläche.

Francia Elegancia hebt eine Augenbraue – hat sie sich das etwa von Frida abgeguckt?

„Meine liebe Pippi, das ist doch nun kein Weltuntergang.

Weißt du, als du mich so zack, mir nichts, dir nichts ans Meer verfrachtet hast, war ich echt sauer. Ich konnte nichts vorbereiten, keine To-do-Liste schreiben, und dort empfing mich pures Chaos.“

Sie seufzt theatralisch.

„Aber …“, will Pippi erwidern.

„Moment, ich bin noch nicht fertig“, unterbricht Francia Elegancia sie.

„Doch die Zeit am Meer hat mir gezeigt: Vieles kann man nicht planen. Wie war das? Dort bestimmt die Tide den Rhythmus. Und ich muss sagen – so ein kleines bisschen gelassener bin ich dort schon geworden.

Lassen wir jetzt einfach alles auf uns zukommen, was der August so parat hat.

Was hältst du von Leichtigkeit als Monatsmotto?“

Pippi schaut sie fragend an.

„Und das von dir? Jetzt bin ich doppelt überrascht. Ja gut … von mir aus. Ein Versuch ist es wert.“

Nun zupft Flippi an Pippis Ärmel.

„Du Pippi, ich habe eine Idee.

Du vermisst wahrscheinlich die Kaffeenachmittage im Chez Malou. Du kannst doch trotzdem hingehen – wir kommen mit. Vielleicht hat Sunny ja Lust und Zeit. Ich sitze dann einfach nur da und beobachte das Geschehen. Was meinst du?“

Francia Elegancia kichert.

„Gute Idee, Flippi.

Ich nörgele dann ein ganz kleines bisschen herum.

– Der Kronleuchter hängt schief.

– Der Milchschaum ist nicht gleichmäßig.

– Das Törtchen …“

„Schluss jetzt! Aufhören! Ist ja schon gut, ihr zwei.“

Pippi schüttelt lachend den Kopf.

„Nein, ihr seid schon zwei Flitzpiepen. Aber wenigstens habt ihr mich zum Lachen gebracht.“

Eine Weile sitzen alle drei einfach nur da und schauen in die Wolken.

Dann gibt sich Pippi einen Ruck.

„So, ich habe mich entschieden. Ich gönne Frida ihre Auszeit am Meer. Dann gibt es eben Briefe statt Kuchen.

Und ins Chez Malou kann ich beziehungsweise können wir trotzdem gehen.“

Mein Monatsmotto lautet:

Neue Wege gehen.

Nicht perfekt, aber glücklich.

Leichtigkeit soll mich begleiten, und am Wegesrand sammle ich kleine Glücksmomente.

„Und ihr seid mit von der Partie.“

Francia Elegancia und Flippi nicken zustimmend.

Tja, manchmal kann das Ende auch ein Anfang sein – und dem wohnt bekanntlich ein Zauber inne.

Willkommen, August. 🌿




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Samstag, 25. Juli 2026

Pippilotta Kocht

 


Küchendrama in 3 Akten

So, Flippi und Francia Elegancia sind am Meer und ich habe meine Ruhe.

Nun kann ich mich ohne die lästigen Quälgeister der Planung des Mittagessens widmen.

„Wann gibt es endlich Essen?“

Nörgelt Flippi immer herum.

„Also bitte die Zutaten immer genau abwiegen! Die Gurke in 2 cm große Stücke schneiden!“

Originalton Francia Elegancia.

Nein. Heute nicht.

Heute bestimme ich in meiner Küche.

So der Plan.

Hmm … was koche ich nun?

Was ist im Archiv?

Spinat. Kartoffeln. Fischstäbchen.

Der Klassiker?

Nö. Mal was anderes.

Eine Weile im Internet gestöbert und fündig geworden:

Smashed Potatoes mit Spinat und Fischstäbchen.

Oh ja, klingt super.

Auf den Kochlöffel schwingen.

Kartoffeln flott in der Mikrowelle gekocht, gepellt und in der Auflaufform zerquetscht.

So. Nun den Spinat dazugeben.

Oh.

Sollte Rahmspinat sein.

Naja. Ich habe nur Blattspinat da.

Wird halt improvisiert.

Ein Ei mit Milch und Gewürzen verquirlen und zack – rein in das Ganze.

Ist doch eine gute Alternative.

Jetzt noch die Fischstäbchen elegant im Auflauf verteilen und dann ab in den Ofen.

Kurz vor Backende noch geriebenen Käse als Topping.

Laut Rezept ca. 25 Minuten im Ofen.

Nicht bei mir.

Denn der gefrorene Spinat in ganzen Blöcken torpedierte das Ganze.

Das Endergebnis:

Fast eine Stunde im Ofen.

Sehr krosse Fischstäbchen.

Und auf dem Teller sehr smashed.

Aber es schmeckte erstaunlich gut.

Und das ist die Hauptsache.

Alles andere ist egal.

Zum Glück weilt Francia Elegancia gerade an der See.

Die hätte natürlich wieder ein paar schlaue Sprüche parat gehabt:

„Also, wenn im Rezept Rahmspinat steht, nimmt man den auch.“

„Spinat in ganzen Blöcken – den muss man natürlich auftauen!“

„Du und dein Improvisieren!“

Tja, meine Liebe.

Normal kann halt jeder.

Ich koche, wie es mir gefällt.

Fazit:

„Aus Schaden wird man klug. Und wo es hinkommt, ist es dunkel.“

Ein Spruch meiner Oma.

Naja … und Auftauen wäre vielleicht wirklich besser gewesen.

Oder Rahmspinat.

🙈😂

Doch probiert das Rezept ruhig mal aus.

Für 2 Personen braucht ihr:

  • 500 g Kartoffeln
  • 300 g Rahmspinat
    (oder Blattspinat – aber bitte vorher auftauen 😉)
  • 100 ml Milch
  • 1 Ei
  • Gewürze nach Geschmack
  • 6 Fischstäbchen
  • 50 g geriebenen Käse

Zubereitung:

Die Kartoffeln garen, pellen und in einer Auflaufform grob zerdrücken.

Den aufgetauten Spinat dazugeben.

Ei, Milch und Gewürze verquirlen und über die Kartoffel-Spinat-Mischung geben.

Die Fischstäbchen darauf verteilen und alles im Ofen backen.

Kurz vor Ende der Backzeit den geriebenen Käse darüberstreuen.

Und wenn ihr Blattspinat in ganzen gefrorenen Blöcken verwendet, plant besser etwas mehr Zeit ein. 😂🙈



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Donnerstag, 23. Juli 2026

Erdmännchen und Perfektionismus machen Urlaub


 

Die etwas unfreiwillige Reise von Flippi und Francia Elegancia


An einem Donnerstagvormittag bekommt Pippi Post von Frida.

Sie liest den Brief ganz gemütlich auf dem Balkon. Danach sitzt sie einfach eine Weile da und schaut in die Wolken.

Die Perfektionistin flüstert ihr dabei dauernd ins Ohr:

„Also, nun mach mal hin. Einfach so herumsitzen, tsts. Der Haushalt wartet.“

Das Erdmännchen hüpft wild umher.

„Was steht denn nun drin in dem Brief?“, nörgelt es.

Plötzlich haut Pippi auf den Balkontisch.

Mit energischer Stimme sagt sie:

„Jetzt ist Feierabend! Ich habe genug von euch beiden. Frida hat euch eingeladen. Ich denke, dass euch die Meeresbrise schon zur Vernunft bringen wird.

Zack, zack, im Frack! Koffer packen und ab geht die Post!“

Auf einmal herrscht gespenstische Stille.

Pippi schaut die beiden streng an.

„Ach ja, ab heute bekommt ihr auch Namen. Du, Erdmännchen, heißt Flippi. Und du, Perfektionistin, heißt Francia Elegancia.“

Flippi hüpft passenderweise sofort wild umher.

„Au ja! Flippi ist cool. Ans Meer wollte ich immer schon!“

Sprach's, verschwand und packte seine sieben Sachen.

Francia Elegancia guckt höchst pikiert, holt tief Luft und legt los:

„Der Name ... na gut, der passt schon. Aber der Rest, das geht so nicht. Ich muss erst eine To-do-Liste und eine Packliste erstellen. Außerdem brauchen wir einen genauen Zeitplan und ...“

„Stopp!“

Pippi unterbricht sie harsch.

„Keine Diskussion. Packen und Abmarsch!“

Beleidigt zieht Francia Elegancia von dannen.

Pippi schreibt Frida noch schnell eine kurze Nachricht, dass Besuch unterwegs ist.


Szenenwechsel: 

Donnerstagnachmittag an der Nordsee

Frida sitzt in ihrem Strandkorb und heißt die beiden herzlich willkommen.

Flippi stürzt sich sofort ins Abenteuer und beginnt, eine große Sandburg zu bauen.

Francia Elegancia schaut sich missmutig um.

Frida ermuntert sie, sich zu ihr in den Strandkorb zu setzen.

Francia schnaubt.

„Pah! Hinsetzen. Ich muss mich erst einmal sortieren und einen Plan für die nächsten Wochen entwerfen. Einfach so herumsitzen ...“

Sie schüttelt den Kopf.

„Außerdem steht der Strandkorb schief und du hast einen Kaffeefleck auf der Bluse.“

Frida hebt eine Augenbraue und lächelt maliziös.

„So, so. Was du nicht sagst. Ich danke dir für den Hinweis. Doch hier bestimme ich.

Ab sofort bleiben Pläne, Listen, Klemmbrett, Lineal und Wasserwaage im Koffer. Hier hat die Tide das Sagen.“

Francia Elegancia erhebt sich beleidigt und geht in Richtung Meer.

Vorher zischt sie Flippi noch zu:

„Die Sandburg ist krumm und schief.“

Der zuckt nur mit den Schultern.

„Egal. Die nächste Welle kommt sowieso.“

Frida schmunzelt.

Und so geht es erst einmal die nächsten Tage weiter.

Flippi hüpft herum, baut Burgen, jagt Möwen und beobachtet das Geschehen am Strand.

Francia Elegancia nörgelt und jammert.

Der Strandkorb steht schief.

Die Sandburg ist krumm.

Die Möwen fliegen völlig ungeordnet durcheinander.

Da Fischbrötchen ist labberig.

Und überhaupt: Niemand scheint hier einen vernünftigen Plan zu haben.

Dann wendet sich plötzlich das Blatt.

Francia Elegancia ist in sich gegangen.

Sie setzt sich zu Frida in den Strandkorb und sagt:

„Ich habe mir etwas überlegt. Vielleicht muss ich gar nicht immer so pedantisch sein. Einfach mal machen ist auch ganz schön.

Ich werde mir ein Grundgerüst zimmern. Aber ich lasse ein paar leere Regale darin. Für das Unvorhergesehene.“

Frida nickt bedächtig.

„Das ist doch schon mal ein Anfang. Nur mach bitte kein Großprojekt daraus“, entgegnet sie lachend.

Flippi meldet sich ebenfalls zu Wort.

„Ich habe mir auch etwas vorgenommen. Ich möchte versuchen, nicht mehr so viel Achterbahn zu fahren. Vielleicht verlege ich mich mal mehr aufs Beobachten. Das macht irgendwie auch Spaß.“

Frida hebt erstaunt eine Augenbraue.

„Nanu! Da hat die Meeresbrise wohl einiges weggepustet.“

Sie schaut die beiden an.

„Gute Ansätze, ihr zwei. Schauen wir mal, was daraus wird.“

Flippi und Francia Elegancia beschließen, noch eine Weile bei Frida zu bleiben und zu üben.

Flippi übt das Beobachten.

Francia Elegancia übt, nicht alles zu planen.

Und Frida übt sich darin, die beiden nicht allzu schnell wieder nach Hause zu schicken.

Pippi hingegen genießt ihre Ruhe.

Und irgendwann treffen sich alle wieder.


Moral von der Geschichte:

Es kommt immer anders, als man denkt.

Und manchmal ist das vielleicht sogar ganz gut so.



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Montag, 20. Juli 2026

Die 3 Deckel


 

Eine spontane Idee

Rosa und Blaumann erleben einen besonderen Sonntag und werden überrascht.

Es ist Sonntagvormittag und die 3 Deckel hängen ganz entspannt an der Garderobe.

Pippi schleicht etwas müde und lustlos umher.

„Nanu, was ist denn mit Pippi los? Heute so ruhig? Keine Action?“, wundert sich Frau von Stroh.

„Abwarten, einfach abwarten“, entgegnet Blaumann weise.

Plötzlich ertönen Stimmen aus dem Wohnzimmer.

„Was machen wir heute? Hast du irgendwelche Pläne?“, fragt Balu.

„Ach, ich weiß nicht. Ich habe zu nichts Lust, bin einfach müde. Ja, ja, ich weiß, ich sollte mich bewegen“, antwortet Pippi.

Nach fünf Minuten Ruhe fängt Pippi auf einmal wieder an zu sprechen.

„Weißt du, Balu, ich hatte gerade eine verrückte Idee. Wir könnten doch einfach zum Bahnhof gehen und spontan gucken, welcher Zug fährt. Das ist unser Ziel.“

„Die Idee ist gut. Ich hatte auch schon an einen Ausflug gedacht“, erwidert Balu.

Die 3 Deckel gucken erstaunt aus der Krempe.

Wer wohl mit auf Reisen geht?

Nach etwas geschäftigem Treiben geht es los.

Pippi schnappt sich Rosa, Balu nimmt Blaumann und dann geht es auf zum Bahnhof.

„Ich wusste es“, murmelt Blaumann vor sich hin.

Rosa ist ganz aufgeregt und Frau von Stroh froh über einen ruhigen Tag.

Am Bahnhof angekommen, wird die Anzeigetafel studiert und dann geht es hinein in den nächsten Zug.

„Na, jetzt sind wir gespannt, wo wir landen werden“, murmeln Rosa und Blaumann.

Nach knapp einer Stunde ist das Ziel erreicht: Göttingen.

Es soll in den Botanischen Garten gehen.

Zügig marschieren Pippi und Balu los.

„Wo müssen wir lang, Pippi?“, fragt Balu.

„Hmm, ich weiß wieder nicht, ob es links oder rechts herum zum Botanischen Garten geht. Egal, wir gehen rechts herum“, antwortet Pippi entschlossen.

„Oh, oh, das geht ja schon gut los“, flüstert Blaumann ahnungsvoll.

Rosa kichert.

„Ja, ja, woher kennen wir das?“

Eine Weile spazieren die beiden über den begrünten Stadtwall.

„Du, Balu, ich glaube, wir hätten doch links herum gehen sollen. Egal, alle Wege führen nach Rom“, gibt sich Pippi optimistisch.

Balu guckt sie etwas besorgt an.

„Na ja, hoffentlich verkraften das deine Knie und dein Fuß.“

Pippi wedelt abwehrend mit ihrem Stock.

„Papperlapapp. Wird schon gut gehen. Nur die Harten kommen in Garten.“

Rosa und Blaumann nicken sich schmunzelnd mit den Krempen zu.

Irgendwann kommt die Truppe im Botanischen Garten an.

Rosa und Blaumann schauen sich staunend um.

Welche Pracht! Überall blüht und grünt es.

Pippi und Balu machen eine kleine Verschnaufpause auf einer lauschigen Bank.

Nach einem kleinen Rundgang durch den restlichen Garten wird der Rückweg angetreten.

Natürlich wieder über den restlichen Stadtwall.

Dieser Weg ist jetzt nicht wesentlich kürzer.

Und so wurde aus „Wir besuchen den Botanischen Garten“ zusätzlich eine komplette Umrundung des Stadtwalls.

„Ich habe es geahnt“, meint Blaumann zu Rosa.

Rosa hebt lapidar die Krempe.

„Ich auch. Doch das ist typisch Pippi.“

Blaumann nickt wissend mit der Krempe.

„Na ja, morgen wird sie dann wieder jammern, dass ihre armen Hufe wehtun und dick sind.“

Rosa lächelt.

„Klar, wie Kloßbrühe. Auch das ist typisch Pippi und gehört dazu. Trotzdem war die Idee mega und der Ausflug hat richtig Spaß gemacht.“

Am Bahnhof angekommen, geht es wieder zurück nach Hause.

Müde, aber glücklich und zufrieden erreichen alle vier ihre Wohnung.

Rosa und Blaumann haben Frau von Stroh viel zu erzählen.

Pippi und Balu genießen den restlichen Sonntag und Pippi tüftelt schon an der nächsten Idee.

Moral von der Geschichte

Oft passieren die besten Dinge, wenn man nichts plant und einfach mal macht.



Einblicke in unseren spontanen Ausflug 


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Mittwoch, 1. Juli 2026

Die 3 Deckel

 





Frau von Stroh erlebt eine Überraschung

Ein heißer Sonntagnachmittag im Juni bei Pippi und Balu.

Pippi schleicht wie eine Blindschleiche von einer Ecke in die andere. Schließlich lässt sie sich mit einem tiefen Seufzer in ihren Balkonstuhl sinken. Theatralisch fächert sie sich Luft zu.
„Unerträglich, diese Hitze. Ich habe zu nichts Lust – zu rein gar nichts. Ich begebe mich für den Rest des Tages in den Energiesparmodus.“

Balu nickt schmunzelnd.
„Mach das, liebe Pippi. Mach das.“

Pippi nimmt ihr Handy und scrollt lustlos durch ihre Fotos.
Plötzlich ertönt ein lauter Aufschrei.
„Das gibt es doch nicht! Ich werde verrückt!“
Aufgeregt wedelt sie mit dem Handy.

Balu hebt unwirsch den Kopf von seinem Buch.
„Mensch Pippi, was schreist du denn so los?“

Pippi hält ihm begeistert das Handy vor die Nase.
„Guck mal! Da ist ja Frau von Stroh! Das war 2015, auf dem Hessentag mit meinem Großen. Solange habe ich Frau von Stroh schon.“

Balu schüttelt amüsiert den Kopf.
„Das ist doch schön. Doch deswegen machst du so einen Aufstand? Ich dachte schon, Wunder was passiert wäre. Hast du noch was oder kann ich weiterlesen?“

Leicht pikiert nimmt Pippi ihr Handy zurück und betrachtet das Foto eingehend.

Auf einmal springt sie hoch, quetscht sich an Balu vorbei und verschwindet in ihrem Zimmer.

„Aha … Energiesparmodus. So viel dazu“, brummelt Balu vor sich hin.

Die drei „Deckel“ beobachten das Ganze interessiert von der Garderobe aus.

„Jetzt wird es spannend“, flüstert Rosa Frau von Stroh zu.

Richtig vermutet.

Nachdem Pippi eine Weile in ihrem Zimmer herumgerumpelt hat, kommt sie freudestrahlend heraus. 

Triumphierend schwenkt sie etwas in der Hand.
Frau von Stroh wird blass und blinzelt unter ihrer Krempe hervor.
„Nein, das glaube ich nicht“, murmelt sie.

Zack, hängt Madame Coloré unter Frau von Stroh an der Garderobe.
Diese ist sichtlich gerührt.
„Madame Coloré! Wie schön, dich endlich wiederzusehen. Ich dachte schon, du wärst ausgewandert.“

Die Tasche schüttelt fröhlich ihren Henkel.
„Ach was! Ich habe nur auf den richtigen Sommer gewartet.“

Rosa und Blaumann schauen die beiden verwundert an.
„Was?! Ihr kennt euch schon seit 2015? Dann seid ihr ja ein richtiges Veteranenteam!“, rufen sie im Chor.

Beide nicken.
„2015 bin ich zu Pippi gekommen“, erzählt Madame Coloré. „Dann landete ich plötzlich in der Verbannung im Kleiderschrank. Doch ich habe die Hoffnung nie aufgegeben. Und nun bin ich endlich wieder da.“

Frau von Stroh nickt zustimmend.
„Tja, das gleiche Schicksal wie ich. Doch nun ist die Verbannung aufgehoben und ich hoffe auf noch viele gemeinsame Sommerabenteuer – hoffentlich mit dir, liebe Madame Coloré.“

„Bestimmt werden wir das“, entgegnet diese und schwingt vergnügt ihren Henkel.

Rosa und Blaumann strahlen.
„Herzlich willkommen im Team!“

Rosa lacht.
„Seht ihr? Ich wusste, der Nachmittag wird spannend. Von wegen Energiesparmodus!“

Blaumann nickt.
„Ja, mit Pippi wird es nie langweilig.“

Frau von Stroh lächelt zufrieden.
„Gut, dass Pippi aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist und ihre alte Kreativität wiedergefunden hat“, schmunzelt Frau von Stroh.
Madame Coloré bestätigt das mit einem fröhlichen Henkelnicken.

Von diesem Tag an hingen nun Rosa, Blaumann, Frau von Stroh und Madame Coloré friedlich nebeneinander an der Garderobe und freuten sich auf viele gemeinsame Sommerabenteuer.

Tja, manchmal geht man im Leben ein paar Meditationsschleifen, bis man entdeckt, dass sich der Kreis schließt.
Genau wie bei Frau von Stroh und Madame Coloré. Ihre gemeinsame Reise begann schon 2015. Damals ahnten die beiden noch nicht, dass sie eines Tages mit zwei Kappen Gespräche führen und Pippis Leser zum Schmunzeln bringen würden.


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Freitag, 26. Juni 2026

Unterhaltung an der Garderobe


 



Drei "Deckel" im Gespräch

Bei Pippi zu Hause hängen an der Garderobe zwei Kappen und ein Strohhut. Sie haben sich einiges zu erzählen.

Es ist ein früher Junimorgen. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Plötzlich ertönt ein leises Kichern. Es kommt von Rosa, der Kappe mit dem rosa Schirm.

„Nein, das glaube ich nicht! Was ist das denn?“, murmelt sie vor sich hin und kichert weiter.

Davon wird Blaumann, die Kappe mit dem blauen Schirm, wach.

Unwirsch brummt er: „Mensch Rosa, was machst du denn für einen Lärm am frühen Morgen?“

Rosa schaut ihn unschuldig an.

„Oh, sorry! Habe ich dich geweckt? Aber guck mal, was da neben dir hängt! So ein elegantes, buntes Strohhütchen.“

Schon kichert sie wieder.

Entnervt verdreht Blaumann den Schirm.

„Na und? Es ist halt Sommer. Da trägt man eben Strohhut.“

Inzwischen ist auch Frau von Stroh wach geworden.

„Pardon, geht es bitte etwas leiser?“, sagt sie und schaut etwas pikiert unter ihrer Krempe hervor.

Rosa schnaubt empört.

„Also nun tu mal nicht so vornehm. Wir sind hier bei Pippi, da geht es nicht so förmlich zu. Woher kommst du eigentlich? Gestern hingst du noch gar nicht hier.“

Blaumann holt tief Luft und lächelt Frau von Stroh freundlich an.

„Guten Morgen. Ich bin Blaumann und die charmante Kappe neben mir ist Rosa. Etwas unkonventionell, aber das Herz auf dem rechten Fleck.“

Rosa unterbricht ihn grummelnd.

„Ja, ja, schon gut. Genau, ich bin Rosa – etwas verrückt, spontan, aber ganz verträglich.“

Frau von Stroh nickt lächelnd.

„Ich bin Frau von Stroh und wohne eigentlich schon sehr lange hier. Nur hat man mich zu einem Leben im Stoffbeutel mit Stoffblumenkränzen verbannt. Gestern wurde ich endlich wieder hervorgeholt. Ab und zu durfte ich als Karnevalsoutfit oder beim Weltgebetstag mitkommen. Ein ziemlich ödes Dasein. Ich hoffe, meine Verbannung ist nun beendet. Gestern durfte ich sogar auf eine Ausstellung. Ich würde mich sehr freuen, wenn noch viele weitere Ausflüge dazukämen. Meine Trägerin macht jedenfalls einen sehr fröhlichen Eindruck.“

Rosa und Blaumann nicken zustimmend.

Dann schaut Rosa etwas bedröppelt unter ihrem Schirm hervor.

„Du Arme. Das tut mir wirklich leid. Da habe ich es viel besser. Ich bin zusammen mit Blaumann aus Cuxhaven hierher gereist. Dort hingen wir auf einem Ständer auf einer Terrasse. Jeden Tag das Gleiche: morgens raus, abends rein. Unzählige Leute probierten uns an und gingen wieder weiter. Nur der Ausblick auf den Hafen machte das Ganze erträglich.“

Blaumann übernimmt das Erzählen.

„Eines Tages kam ein älteres Ehepaar vorbei und blieb stehen. Er flott und rüstig, sie etwas gehbehindert mit Walkingstöcken – aber ebenfalls flott und irgendwie herrlich lustig. Nach kurzem Überlegen saßen wir plötzlich auf ihren Köpfen. Und genau da begann unser neues Leben.“

Rosa strahlt.

„Schon in Cuxhaven ging es los. Meine neue Besitzerin heißt Petra, wird aber nur Pippi genannt. Sie ist ihrer Namensvetterin wirklich sehr ähnlich: quirlig, spontan, kreativ und immer für eine Überraschung gut. Langweilig wird es mit ihr nie. Allein was wir in Cuxhaven erlebt haben – darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben! Aus einem gemütlichen Schiffegucken in Altenbruch wurde plötzlich eine halbe Nordseeexpedition. Und auch hier zu Hause ist immer etwas los. Es ist bunt, lebendig, kreativ und manchmal ein bisschen chaotisch. Ich bin rundum zufrieden.“

Blaumann nickt zustimmend.

„Mein neuer Kopf ist das komplette Gegenteil von Pippi. Eher der Typ Balu der Bär – ruhig, gelassen und gemütlich. Er ist der perfekte Ausgleich zu der quirligen Pippi. Auch ich bin absolut zufrieden.“

Frau von Stroh schaut begeistert unter ihrer Krempe hervor.

„Das hört sich wunderbar an. Da habe ich ja wirklich eine Menge verpasst. Jetzt bin ich gespannt, was ich in diesem Sommer alles erleben werde.“

„Wir drücken dir die Daumen!“, antworten Rosa und Blaumann wie aus einem Mund.

Die drei „Deckel“ beschlossen noch am selben Morgen, beste Freunde für immer zu sein.

Seitdem hängen sie friedlich nebeneinander an der Garderobe und freuen sich auf jeden neuen Tag bei Pippi und Balu.

Und wer morgens ganz genau hinhört, kann manchmal ein leises Kichern, ein gemütliches Brummen und ein sanftes Rascheln vernehmen. Aber pssst ... dieses Geheimnis kennen nur Pippi, Balu und die drei „Deckel“.


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Mittwoch, 24. Juni 2026

Herzensmomente

Manche Souvenirs sind klein. Die Erinnerungen dahinter sind es nicht. 🌿

 


Souvenirs
klein, liebevoll
Fundstücke voller Geschichten
gesammelt für mein Erinnerungsschatzkästchen
Herzensmomente


Manche Mitbringsel sind klein und unscheinbar. Und doch bewahren sie etwas Kostbares: Erinnerungen an besondere Orte, an schöne Tage und an Augenblicke, die geblieben sind.

So wächst im Laufe der Jahre mein ganz persönliches Erinnerungsschatzkästchen. Jedes Souvenir erzählt seine eigene Geschichte und lässt ein Stück Sommer, Meer und Reiseglück wieder aufleben.

Die kleine Kirche aus Tropea in Italien erinnert mich an einen heißen Sommertag. Mein jüngster Sohn und ich wollten unbedingt hinauf zur Kirche auf dem Hügel. In der glühenden Mittagshitze machten wir uns auf den Weg – ohne Wasser dabei zu haben. Als wäre das nicht genug gewesen, hatte mein Sohn auch noch fürchterlichen Muskelkater. Heute können wir darüber lachen. Und seit er als Backpacker für einige Zeit in Australien unterwegs ist, ist diese Erinnerung für mich noch kostbarer geworden. Sie erzählt von gemeinsamer Zeit, von kleinen Abenteuern und von einem Sommertag, den ich gerne in meinem Herzen bewahre.

Die Schildkröte aus Amalfi kam während einer ganz besonderen Reise zu uns. Zu unserem 30. Hochzeitstag verbrachten mein Mann und ich unseren Urlaub in Sorrent. Von dort aus ging es mit der Fähre nach Amalfi. Das Fährticket wollte ich ganz mutig auf Italienisch kaufen. Mit ein paar englischen Worten und etwas gutem Willen klappte es schließlich doch. Die kleine Schildkröte erinnert mich bis heute an diesen besonderen Urlaub und an dreißig gemeinsame Ehejahre.

Die jüngste Erinnerung in meiner Sammlung ist die Schneekugel aus Luxemburg. Der Besuch verschiedener Weihnachtsmärkte ist bei uns zu einer schönen Tradition geworden. Im vergangenen Jahr waren wir zu dritt unterwegs: mein ältester Sohn, mein Mann und ich. Eigentlich ging es mir gar nicht gut. Mein Rücken machte mir zu schaffen, dazu war es kalt und regnerisch. Mit Schmerztabletten und einer Portion Durchhaltewillen wollte ich trotzdem unbedingt mitfahren. Und trotz allem wurde es ein wunderschöner Tag. Gemeinsam über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, die Lichter zu genießen und einfach Zeit miteinander zu verbringen – das sind die Momente, die bleiben. Deshalb hat die kleine Schneekugel einen ganz besonderen Platz in meinem Erinnerungsschatzkästchen.

Wenn ich diese kleinen Schätze betrachte, sehe ich nicht nur Tropea, Amalfi oder Luxemburg. Ich sehe gemeinsame Zeit, kleine Abenteuer und Momente, die geblieben sind. Vielleicht sind es gerade diese Erinnerungen, die aus kleinen Souvenirs große Schätze machen. 🌿✨

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Sonntag, 21. Juni 2026

Das Wort geht auf Reisen

 


Ein Kreis schließt sich


Mit einem Bild fing alles an. Damals malte ich einen Superhund. Aus diesem Bild entstanden Geschichten und Gedanken. Das Bild selbst ist im Laufe der Jahre verschwunden, aber die Freude am Erzählen ist geblieben.


Heute ist aus meinen Geschichten wieder ein Bild entstanden.


Und das kam so.


Gestern Nachmittag geschah etwas Schönes. Während ich von meinen Geschichten erzählte, nahm eine Mit-Ausstellerin Stifte zur Hand und begann zu zeichnen. Farben, Blumen und Worte fanden ihren Weg aufs Papier. Als sie fertig war, lächelte sie und sagte: „Das Bunte passt zu Ihnen.“


Vielleicht hat sie recht. Denn Worte gehen auf Reisen. Und manchmal kehren sie als Begegnung, als Bild oder als Erinnerung zu uns zurück.


Und zuhause hat das Bild seinen Platz gefunden.


„Das Wort geht auf Reisen“ – und findet seinen Platz zuhause an meiner Pinnwand. ❤️


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Donnerstag, 18. Juni 2026

....und dann fühle ich mich zuhause

Anlässlich der Ausstellung „Heimatklänge“ möchte ich heute erzählen, warum ich schreibe, wie alles begann und warum Papier, Bleistift und Geschichten für mich ein Stück Heimat geworden sind. 


Ja, da stehe ich neben der Vitrine, in der meine literarischen Arbeiten ausgestellt sind.

Die Ausstellung wird von der Kultursparte der Karlskirche veranstaltet und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Heimatklänge“. Acht Vitrinen beschäftigen sich mit dem Thema „…dann fühle ich mich zuhause.“

Menschen aller Generationen waren eingeladen, ihre eigene Vitrine zu gestalten. Auch der Nachbarschaftstreff Goethesalon ist beteiligt – zwei weitere Frauen und meine Wenigkeit.

So viel vorweg.

Heute möchte ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und erzählen, warum ich schreibe und wie alles begann.

Ich fühle mich zuhause zwischen Papier und Bleistift, Geschichten und Gedichten. Wenn ich schreibe, wird es still um mich herum. Dann fühle ich mich angekommen.

Angefangen hat alles in meiner Kindheit. Schon damals habe ich Geschichten erfunden und erzählt. Heute halte ich sie auf Papier fest. Mit dem eigentlichen Schreiben habe ich allerdings erst sehr spät begonnen. Davor kam irgendwie immer das Leben dazwischen.

Das erste Samenkorn war ein Bild, das ich gemalt hatte – der „Superhund“. Ihn habe ich erfunden, um meine Söhne bei den Hausaufgaben zu motivieren und zu unterstützen. Viel später entstanden daraus die Geschichten von Glückshausen.

Zum eigentlichen Schreiben fand ich durch die Teilnahme an einem Schreibworkshop im Bergkloster Bestwig. Danach erstellte ich meinen ersten Blog. Anfangs schrieb ich dort ganz normale Beiträge über meinen Alltag. Später kam ein weiterer Blog hinzu: das „Literarische Schatzkästchen“, heute „Zwischenräume“. Dort finden meine Geschichten und Gedichte ihren Platz, viele davon mit autobiografischen Spuren.

Und wieder kam das Leben dazwischen. Das Schreiben lag lange Zeit brach.

Anfang dieses Jahres nahm ich an einem Kurzworkshop zum Thema Schreiben teil. Seitdem hat es mich wieder gepackt.

Mein Schreiben hat sich verändert. In den Geschichten von Pippi und Frida erzähle ich von den zwei Seiten in mir. Als typische Zwillinge und Scannerpersönlichkeit geht es in meinem Kopf oft bunt und lebhaft zu. Zum Glück gibt es auch die Stimme, die mich liebevoll wieder erdet.

Pippi und Frida eben. 😊

Nach Jahren, in denen mein wahres Ich unter Tonnen von Disziplin, Vernunft, Anpassung, Regeln und Vorschriften verschüttet war, ist es endlich wieder aufgetaucht.

Mein Schreiben ist lebendiger und freier geworden. Ich habe neue Gedichtformen entdeckt und muss nicht mehr dem Mainstream folgen.Jetzt zeigt Pippi, das Küstenkind, endlich wieder ihr ursprüngliches Ich.



Und genau dort, zwischen Papier und Bleistift, zwischen Geschichten und Gedichten, zwischen Pippi und Frida …

… da fühle ich mich zuhause.

Danke an alle, die meine Texte lesen, mich begleiten und mich auf meinem Weg ermutigen. Es ist schön, dass aus vielen kleinen Samenkörnern mit der Zeit etwas wachsen durfte.


Mittwoch, 10. Juni 2026

Vom Wiederfinden

 


Pippi und Frida – Fundstück aus Cuxhaven

Frida ist gespannt auf Pippis Mitbringsel aus Cuxhaven und sehr erstaunt. Was hat Pippi mitgebracht ...?


Mittwochnachmittag. Frida sitzt schon ganz gespannt am kleinen Bistrotisch und wartet auf Pippi.

Endlich bimmelt das Glöckchen und Pippi kommt wieder schwungvoll zur Tür herein. Auf dem Kopf die obligatorische Mütze.

Im Vorbeigehen ruft sie Frida ein „Moin“ zu und eilt Richtung Theke.

Frida runzelt die Stirn und hebt eine Augenbraue.

Wenig später kommt Pippi zurück und setzt sich mit einem verschmitzten Lächeln hin.

Bevor Frida irgendetwas sagen kann, steht auch schon Maurice bei ihnen.

„Voilà, Mesdames“, sagt er gut gelaunt und stellt zwei Himbeertörtchen und zwei Espressi mit Vanilleeis auf den Tisch.

Frida schaut Pippi irritiert an.

„Was ist das denn?“

„Na, das siehst du doch“, erwidert Pippi unbekümmert. „Zwei Himbeertörtchen und zwei Affogato.“

„Ja, ja, doch das meine ich nicht.“

Frida ist leicht genervt.

„Ich bin schon die ganze Woche neugierig, was du aus dem Urlaub mitgebracht hast, und du stürmst erst mal zur Theke und bestellst etwas anderes als sonst.“

Pippi nimmt beruhigend Fridas Hand.

„Das gehört zu meinem Mitbringsel aus Cuxhaven. Ich habe keine Muscheln mitgebracht, keine Postkarten. Nicht mal ein neues Hobby.“

Frida schaut fragend.

„Sondern?“

Pippi nimmt einen Schluck Espresso.

„Mich selbst.“

Und dann beginnt sie zu erzählen.

„Weißt du, Frida, ich habe im Urlaub gemerkt, wie gut mir Leichtigkeit und das Spontane tun. Ich bin halt diese Mischung aus Pippi Langstrumpf und Erdmännchen. Zu dieser Erkenntnis bin ich im Urlaub gekommen. Und dazu stehe ich ab sofort.

Deswegen habe ich beschlossen: Die Nordsee fährt mit nach Hause.

Mein neues Motto:

Mehr Leichtigkeit – weg vom alten Zopf.“

Frida unterbricht Pippi.

„Aha, deswegen die Kuchenaktion heute.“

Pippi nickt.

Frida hebt die Augenbraue.

„Naja, stimmt schon. Pippi Langstrumpf und Erdmännchen passen zu dir. Und das merkt man auch jetzt, besonders nach dem Urlaub. Zwar noch ungewohnt, aber es gefällt mir gut.

Doch meinst du, dass du das auf Dauer beibehältst? So ein Urlaubsgefühl verfliegt doch nach einer Weile.“

Pippi schaut Frida mit leicht ironischem Blick an.

„So, meinst du? Das ist nämlich kein Urlaubsgefühl. Das ist ein wiedergefundenes Ich.

Der alte Zopf ist ab und schwimmt in der Nordsee.

Endgültig!

Nur mal ein Beispiel:

Vor zwei Tagen habe ich Blumen gegossen, einen Blumentopf versenkt, Wäsche gewaschen, meine verlorenen Stöcke wiederbekommen und gleich weiter verschenkt, war beim Kaffeenachmittag, habe mich zum Brunch und zu einer Ausstellung angemeldet und nebenbei noch eine Geschichte geschrieben und veröffentlicht. Und abends mit meinem Sohn telefoniert, einfach so."

Frida schaut Pippi verwundert an.

„Nein, Pippi, nicht dein Ernst?“

Pippi nickt.

„Freiwillig?“

Pippi nickt wieder.

Frida schüttelt den Kopf.

„Oh, da war das Erdmännchen aber auf Zucker. Und soll das jetzt ein Dauerzustand werden?“

Pippi schüttelt lachend den Kopf.

„Nein, Frida, natürlich nicht. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, wie lebendig meine Tage wieder sind.

Und so kleine Katastrophen erschüttern mich auch nicht mehr.

Das Erdmännchen hat sich nämlich auch  verändert. Es ist nicht mehr panisch, sondern freundlich und fragt nach. Es passt liebevoll auf mich auf.“

Pippi macht eine kurze Pause und lächelt Frida verschmitzt an.

„So wie du, liebe Frida.“

Frida hebt die Augenbraue.

„So, so. Ich bin also ein Erdmännchen. Das ist ja interessant. Aber eigentlich auch gut so. Stell dir mal vor, wir beide wären wie Pippi Langstrumpf.“

Pippi prustet los.

„Oh Mann, Frida, das wäre ein Chaos!“

Nun fängt auch Frida an zu lachen.

„Ja, ja, wir beide sind schon ein Gespann. Du Pippi Langstrumpf und ich das Erdmännchen. Doch deswegen sind wir ja schon seit Jahren beste Freundinnen. Wir ergänzen uns perfekt.“

Pippi nickt zustimmend.

Beide genießen noch ihren Kuchen und den Espresso.

„Weißt du, Pippi“, sagt Frida nach einer Weile, „das war eine richtig gute Idee mit dem Himbeertörtchen und dem Affogato.

Ich glaube, wir suchen uns jetzt jede Woche etwas Neues aus.“

Pippi klatscht begeistert in die Hände.

„Au ja, super Idee! So machen wir das.“

Anschließend verlassen Pippi und Frida gut gelaunt das „Chez Malou“.

So hat Pippis Reise an die Nordsee frischen Wind in den Mittwochnachmittag gepustet.

Mal sehen, was nächste Woche passiert ...



Mittwoch, 3. Juni 2026

Urlaubsimpressionen


 

Pippi und Frida – wenn eine eine Reise tut ...


Pippi ist wieder im Lande und hat eine Menge zu erzählen.

Es ist wieder Mittwochnachmittag, 15.00 Uhr. Frida wartet schon ganz entspannt auf Pippi.

Da bimmelt die kleine Ladenglocke und Pippi betritt schwungvoll das „Chez Malou“.

Auf dem Kopf eine flotte graue Mütze mit rosa Schirm und dem Aufdruck „Küstenkind“.

„Moin Frida“, begrüßt sie ihre Freundin gut gelaunt.

„Moin Pippi. Noch im Urlaubsmodus? Flotte Mütze.“

Frida schmunzelt.

„Danke. Und ja.“

Pippi lächelt sehnsuchtsvoll.

„Der Körper ist hier, die Seele noch am Meer.“

Auch Maurice begrüßt Pippi und stellt die übliche Bestellung auf den Tisch: Latte Macchiato und Erdbeertörtchen.

Frida trinkt einen Schluck Kaffee.

„Nun erzähl doch mal. Die Bilder auf Instagram waren schon vielversprechend.“

Pippi nimmt ebenfalls einen Schluck Kaffee und beginnt:

„Es war wunderschön. Das Wetter super – blauer Himmel, Sonne, Wolken und viel Wind. Außerdem war ich richtig abenteuerlustig. Eigentlich wollte ich es diesmal ruhiger angehen lassen.“

„Eigentlich ...“, fügt sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.

„Oh oh, ich ahne es. Erdmännchenalarm!“, ruft Frida dazwischen.

Pippi nickt.

„Naja, ein bisschen schon. Am ersten Tag haben wir einen entspannten Strandspaziergang gemacht. Der Rückweg verlief allerdings schon anders als geplant. Die letzten Meter bin ich mit dem Bus gefahren, weil der rechte Fuß herumzickte.

In der Ferienwohnung hieß es dann: Fuß hochlegen, Creme drauf und Schmerztablette nehmen. Geholfen hat es nur bedingt.

Tag zwei: 

Ausflug zum Waldzoo in Wingst und zum Deutschen Olymp, einem wunderschönen Aussichtsturm. Natürlich wieder viel gelaufen, Meditationsschleifen inklusive.

Der undankbare Fuß war mega beleidigt und schmerzte vor sich hin. Dabei habe ich ihm so viel geboten: herrliche Natur, tolle Tiere und eine spektakuläre Aussicht vom Turm.“

„Pippi, Pippi, du machst Sachen“, wirft Frida kopfschüttelnd ein.

„Tja, das war noch nicht alles“, fährt Pippi fort.

Frida hebt eine Augenbraue.

„Tag drei war der Clou.“

Pippi erzählt weiter:

„Es sollte ein gemütlicher Ausflug nach Altenbruch werden – mit Schiffegucken vom Deich.

Dort angekommen erfuhren wir, dass der Bus laut Fahrplan und Auskunft der Einheimischen nur noch nachmittags und abends zurückfährt. Das haben wir leider nicht hinterfragt.

Also starteten wir erst einmal eine Besichtigungstour durch Kirche und Dorf. Beides wunderschön und interessant.

Im Anschluss ging es zum Schiffegucken. Der Weg dorthin kam uns ellenlang vor und ich war schon leicht genervt. Doch irgendwann erreichten wir den Strand und wurden mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Erst einmal Pause.

Wie geht es weiter?

Ich kam auf die glorreiche Idee, zu Fuß nach Cuxhaven zurückzulaufen. Laut Google Maps nur sechs Kilometer am Strand entlang.

Ich: "Super, das machen wir!"

„Nein! Ich glaube es nicht!“, ruft Frida entsetzt dazwischen.

„Doch, doch“, fährt Pippi fort.

Mein Mann fragte auch, ob ich das schaffe.

 Und ich, ganz Pippi Langstrumpf: "Ich habe es noch nie probiert, also schaffe ich das."

Gesagt, getan. Ein Eis als Wegzehrung und los ging es.

Zunächst war alles entspannt. Links Wasser und Schiffe, rechts Deich und Schafe. Nur kamen uns immer wieder Lastwagen entgegen.

An einer Gabelung bog der Radweg links ab, wir gingen jedoch geradeaus weiter. Ein fataler Fehler. Der Weg endete vor einem Werkstor. Ein unfreundlicher Mitarbeiter ließ uns nicht passieren.

Also alles retour.

Ich war zum zweiten Mal genervt und brummelte vor mich hin.

An der Dicken Berta, dem alten Leuchtturm, machten wir Pause und hielten Lagebesprechung. Wir entschieden uns, bis zu einer Bushaltestelle zu laufen, die nur zwanzig Minuten entfernt sein sollte.

Auch das klappte nicht wie geplant.

Wir marschierten wieder eine gefühlte Ewigkeit durch sengende Hitze ohne Schatten. Zwischendurch ging der Rucksack meines Mannes kaputt, ich bekam Nasenbluten und der Fuß schmerzte höllisch.

Irgendwann erreichten wir zum Glück eine Haltestelle – total am Ende, aber auch stolz, es geschafft zu haben.“

„Du liebe Güte, Pippi“, meint Frida kopfschüttelnd. „Das war ja ein Abenteuer. Pippi Langstrumpf und Erdmännchen im Doppelpack.“

Pippi nickt.

„Ja Frida, da hast du komplett recht.

Als wir wieder in Cuxhaven waren, wurde sich erst einmal im Café gestärkt. Zurück in unserer Unterkunft ging dann allerdings nichts mehr.

Der rechte Fuß und das linke Knie gründeten einen Betriebsrat und traten in Streik.

Ihre Forderung lautete: "Keine Gewaltmärsche mehr – ab sofort!"

Ich bin dann eingeknickt und die letzten Urlaubstage wurde der Schongang eingelegt.

Aber ich muss sagen: Es war trotzdem ein fantastischer Urlaub. Kein klassischer Touriurlaub, sondern einfach auf eigene Faust losziehen, viele Kleinigkeiten entdecken, Meditationsschleifen inklusive.

Irgendwie waren wir immer zur rechten Zeit am rechten Ort.

Dadurch haben wir die MS Deutschland, das ursprüngliche Traumschiff, die AIDAperla und eine Segelschiffparade mit rund fünfzig Schiffen gesehen.

Außerdem haben wir herrliche Sonnenuntergänge bestaunt und einfach nur mal dagesessen und nichts gemacht.“

„Ach Pippi, das hört sich wirklich nach einer gelungenen Urlaubswoche an. Und weißt du was? Du wirkst richtig erholt und entspannt.

Du bist halt eine Mischung aus Pippi Langstrumpf und Erdmännchen. Genau das macht dich aus.“

Frida lächelt Pippi liebevoll an.

Pippi schmunzelt.

„Danke, Frida. Ja, das bin ich wirklich.

Doch es war jahrelang zugeschüttet und ich habe es jetzt endlich wieder ausgegraben. Das habe ich besonders in diesem Urlaub gespürt.

Und noch etwas habe ich aus diesem Urlaub mitgebracht. Doch davon erzähle ich dir nächste Woche.“

„Na, da bin ich gespannt“, erwidert Frida.

Beide Frauen sitzen noch eine Weile zusammen und genießen das Leben um sich herum.

Nachdem sie bezahlt haben, verlassen sie beschwingt und gut gelaunt das „Chez Malou“.



Küstenkind. 🌊⚓🩷



Mittwoch, 20. Mai 2026

Humor ist....



 Wie war das? Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Und genau das ist Pippis Motto.
Setzen wir uns also zu ihnen an den Tisch und hören, was Pippi und Frida heute zu erzählen haben.

Wie jeden Mittwoch sitzt Frida im „Chez Malou“ und wartet auf Pippi.
Um kurz nach 15 Uhr öffnet sich die Tür und Pippi kommt herein.

„Bonjour“, begrüßt sie Frida etwas verhalten.
„Bonjour, Pippi“, antwortet diese verwundert.

Pippi winkt Maurice heran.

„Bonjour Madame, was kann ich für Sie tun?“

"Für mich heute bitte ein Éclair mit Pistaziencreme und Kamillentee“, antwortet Pippi.

Frida hebt die Augenbrauen und schaut sie verdutzt an.

„Also ich nehme wie immer einen Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen“, sagt sie zu Maurice.

Wenig später steht die Bestellung auf dem Tisch.
Frida rührt langsam ihren Kaffee um und schaut Pippi fragend an.

„Sag mal … was ist denn los?
Éclair und Kamillentee?“

Pippi lächelt dezent.

„Tja … zahnlos im ,Chez Malou‘ sitze ich heute. Hatte letzte Woche doch die Zahn-OP, und statt einem wurden gleich zwei Zähne gezogen.“

Sie grinst vorsichtig.

„Mit Kopftuch, Krückstock und Zahnlücke wäre ich glatt karnevalstauglich als Hexe.“

Wieder huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.

„Und bis das Provisorium kommt, lächle ich eben königlich dezent — wie die Queen. Nur mit Kamillentee statt Krone.“

Dann nimmt sie vorsichtig einen kleinen Bissen vom Éclair.

Frida prustet los.

„Entschuldige, Pippi … aber du bist wirklich eine Marke.“

Kopfschüttelnd lacht sie weiter.

„Das muss dir erstmal einer nachmachen. Zwei Zähne gezogen — und statt zu jammern, verpackst du alles mit Humor. Ja, ja … du mit deinem speziellen Humor.“

Pippi zuckt mit den Schultern.

„Weißt du, Frida, mein Humor hat mich schon durch so manche schwere Situation getragen. Klar, am Anfang hätte ich heulen können.
,Nein‘, dachte ich, ,nicht schon wieder. Langsam habe ich wirklich genug. Irgendwas ist doch immer.‘
Aber dann schüttele ich mich — und zack — fällt mir wieder etwas Lustiges ein.“

Sie nimmt einen Schluck Kamillentee.

„Und außerdem soll Lachen ja gesund sein. Deshalb gehe ich schließlich auch zum Lachyoga.“

Frida lächelt und nimmt Pippis Hand.

„Ich finde wirklich toll, wie du das meisterst. Mit Humor wird vieles leichter. Vielleicht probiere ich das bei der nächsten doofen Situation auch mal.“

Pippi nickt zustimmend.

Eine Weile beobachten beide schweigend das Leben draußen vor den Fenstern des Cafés.

Dann sagt Pippi:
„Das Wetter ist heute irgendwie durchwachsen. Wollen wir statt in den Park lieber Sunny besuchen?“

"Gute Idee“, antwortet Frida sofort.

Nachdem sie bezahlt haben, verlassen sie das „Chez Malou“ und gehen gemeinsam Richtung „Villa Sunny“.
Beschwingt und fröhlich laufen sie nebeneinander her.

Ja — mit Humor geht vieles leichter.





Mittwoch, 13. Mai 2026

Muttertag


 
Wird einmal im Jahr gefeiert.

Setzen wir uns zu Pippi und Frida an den Tisch und hören, was sie zu diesem Thema zu sagen haben.

Wie so oft an einem Mittwoch sitzt Frida an dem kleinen Bistrotisch im Chez Malou.
Kurz nach 15 Uhr bimmelt das Glöckchen über der Tür.
Pippi kommt herein – mit ihrem typischen Pippilotta-Blick, leicht ironisch und verschmitzt.

„Bonjour, Frida – nachträglich alles Gute zum Muttertag.“

„Bonjour, Pippi, dir auch alles Gute“, erwidert Frida.

Maurice kommt mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.

„Bonjour, auch von mir alles Gute zum Muttertag“, sagt er mit einem verschwörerischen Lächeln.
Pippi lächelt.
„Merci, Maurice.“


Sie hebt ihr Glas.
„Ein Hoch auf alle Mütter“, ruft sie laut durchs Café.

Frida hebt eine Augenbraue und runzelt leicht die Stirn.

Bevor Pippi weitersprechen kann, kommt Madame Malou an den Tisch und setzt sich dazu.

„Ja, genau – ein Hoch auf uns Mütter“, sagt sie und lächelt versonnen.
Pippi und Frida schauen überrascht auf.

„Mais oui, ich bin auch eine Maman. Mein Sohn Maurice bringt Ihnen jeden Mittwoch Kaffee und Kuchen.“

„Was? Das gibt es doch nicht!“, rufen Pippi und Frida wie aus einem Mund.

Madame Malou nickt.
„Maurice ist das, was mir aus einer großen Liebe geblieben ist.
Am Anfang war ich verzweifelt – allein in einem fremden Land, ohne Arbeit und schwanger.
Doch die Vorbesitzerin war meine Rettung. Ich durfte hier arbeiten, und nach der Geburt war sie eine Art Ersatzoma für Maurice.
Es war keine leichte Zeit – viel Arbeit, wenig Schlaf und kaum Ruhe.
Aber ich habe es nie bereut.
Maurice ist das Beste, was mir passieren konnte.
Und Muttertag? Den mag ich. Einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen – das darf auch sein.“

Sie lächelt, nickt den beiden zu und geht zurück hinter den Tresen.

Pippi und Frida sind einen Moment lang still.

Dann hebt Frida die Augenbraue.
„Tja… das ist mal eine Überraschung.
Aber sag mal, Pippi – was war denn eben mit dir los?“

Pippi schmunzelt.
„Ach, mir geht dieses ganze Theater um den Muttertag auf die Nerven. Einmal im Jahr – viel zu wenig.
Und immer öfter wird selbst dieser Tag vom Konsum überlagert.
Dabei sollte doch eigentlich jeder Tag ein bisschen Muttertag sein.“

Frida nickt.
„Da hast du recht. Mutter sein ist eine große Aufgabe – und niemand bereitet einen wirklich darauf vor.
Man ist plötzlich alles: Familienmanagerin, Trösterin, Organisatorin…
Und viele Frauen arbeiten zusätzlich, so wie Madame Malou.“

Sie hält kurz inne.

„Ich frage mich manchmal: Wie haben wir das alles geschafft?
Woher kam die Kraft?“

Pippi seufzt leise.
„Ich weiß es nicht genau.

Aber Kraft haben mir vor allem meine Jungs gegeben.
Sie aufwachsen zu sehen, sie zu begleiten – ihre Lebendigkeit, ihre Kreativität…
Und dann sind sie losgezogen in die Welt.
Der Große nach Colonia, der Jüngere auf Weltreise  -zur Zeit Work and Travel in Australien.“

Sie lächelt nachdenklich.
„Und für mich begann ein neuer Abschnitt.
Jetzt trete ich ein Stück zurück.
Bin mehr im Hintergrund – aber mit offenem Ohr und offener Tür.
Ich bin gerne Mutter.
Auch wenn es nicht immer leicht ist.“

Frida blickt eine Weile vor sich hin.

„Ja, bei mir ist es ähnlich. Meine Tochter ist auch meine Kraftquelle.
Ich erinnere mich noch an ihr erstes Lächeln, das erste ‚Mama‘, die ersten Schritte.
Dann Kindergarten, Schule, Ausbildung… und irgendwann ihr Flug hinaus in die Welt.
Heute hat sie ihre eigene kleine Boutique in Hamburg.“

Sie lächelt leise.
„Wir sehen uns nicht oft. Das ist manchmal schwer.
Aber wir müssen loslassen – auch wenn ein Hauch Wehmut dabei ist.
Und ja… ich bin auch gerne Mutter.“

Beide sitzen einen Moment still da.
Draußen ziehen Menschen vorbei, die Sonne scheint, Vögel zwitschern.

Dann richtet sich Pippi auf.
„Weißt du, Frida… eigentlich sind wir zwei richtige Glückspilze.
Unsere Kinder gehen ihren eigenen Weg.
Treffen Entscheidungen, fallen hin und stehen wieder auf – ohne dass wir eingreifen müssen.
Und wir – wir lassen los…
und bleiben doch ein Zuhause, zu dem sie immer zurückkehren können.“

Frida nickt.
„Genau so ist es.

Und vielleicht ist jetzt unsere Zeit gekommen –
für all das, was wir immer ein bisschen aufgeschoben haben.“

Sie lächelt.
„Komm, wir drehen noch eine Runde durch den Stadtpark.“

Gesagt, getan.
Sie bezahlen, verlassen das Chez Malou und gehen Richtung Park.

Sie gehen nebeneinander her, ohne Eile.
Zwischen ihren Schritten liegt all das, was war –
und das, was noch kommt.

Ein stiller Zwischenraum.
Voller Leben.



Ein Geschenk, das geblieben ist 


Mittwoch, 6. Mai 2026

Beautysünden

 


Entstehen dann, wenn der Inschwehu seinen Senf zum Thema Beauty dazu gibt.

Der Blick in den Spiegel spricht dann Bände.



Pippi und Frida – von Kajal, Dauerwellen und anderen Katastrophen

Wie jeden Mittwoch sitzt Frida im Café „Chez Malou“ und wartet auf Pippi.

Das Glöckchen klingelt, die Tür geht auf – und Pippi kommt herein.
Sie eilt auf Frida zu und setzt sich.

Maurice ist auch schon zur Stelle mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.

Pippi nimmt einen Schluck Kaffee und holt etwas aus ihrem Rucksack – ein Fotoalbum.
Sie lächelt versonnen.

„Weißt du noch, Frida… früher?
Wir wollten unbedingt jeden neuen Trend mitmachen.
Egal, ob er zu uns passte oder nicht.“

Frida nickt zustimmend.
„Ja, ich erinnere mich. Aber sag mal – wie bist du denn auf dieses Thema gekommen?“

Pippi schmunzelt.
„Durch meinen Blog. Ich folge da einigen interessanten Frauen.
Eine Bloggerin aus Wien hat neulich über Beautysünden geschrieben.
Da dachte ich: Oh ja… kennst du auch.
Und dann habe ich in alten Fotoalben gestöbert – und bin fündig geworden.“

Pippi nimmt einen kleinen Bissen vom Erdbeertörtchen und schlägt das Album auf.

„Da, schau, Frida… wir beide auf einer Party.
Nein – guck dir das an! Unsere Haare… diese Dauerwelle.
Wie ein ondulierter Pudel.“

Beide lachen herzhaft.

Frida blättert weiter.
„Pippi, nein – unser Make-up!
Viel zu dunkel… dieser blaue Lidschatten, der Kajalstrich…
und dann noch Rouge und knalliger Lippenstift.
Reine Kriegsbemalung.“

Sie kriegen sich kaum noch ein vor Lachen.

Frida hebt die Augenbraue.
„Weißt du, Pippi… manchmal denke ich, wir hatten damals keinen Spiegel.“

Pippi seufzt leise.
„Ja… das denke ich auch oft.
Aber ich wollte immer dazugehören. Nicht auffallen.
Das hat man mir lange eingeredet.

Die Rebellin in mir ist irgendwann ganz leise geworden…
aber jetzt kommt sie langsam wieder zum Vorschein.“

Frida lächelt Pippi liebevoll an.
„Ja, Pippi, ich weiß. Mir ist es ähnlich ergangen.
Aber du bist jetzt auf einem guten Weg.
Das finde ich richtig toll – da kann ich mir eine Scheibe von dir abschneiden.
Ich sage nur: die rote Hose.“

Beide blättern noch eine Weile schmunzelnd durch das Album.

Plötzlich klappt Pippi es entschlossen zu.

„So, jetzt genug in der Vergangenheit gestöbert.
Was war, war.
Es gehört zu unserem Leben – auch die Beautysünden.
Zu der Zeit war es eben modern.
Gut nur, dass wir uns weiterentwickelt haben.“

Frida nickt.
„Genau, Pippi – du hast recht.
Heute lachen wir einfach darüber.

Wir stehen zu unserem Alter,
zu den grauen Haaren, den Falten
und auch zu den paar Kilos zu viel.

Und wir tragen trotzdem bunte Kleidung
und schminken uns dezent.“

Pippi klatscht in die Hände.
„Bravo, Frida – so machen wir das.
Weil wir es können.“

Draußen geht das Leben weiter.
Die beiden Freundinnen bezahlen
und verlassen gut gelaunt das „Chez Malou“.



„Schönheit beginnt in dem Moment, in dem du beschließt, du selbst zu sein.“ — Coco Chanel


Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht nehmt ihr dann wieder Platz
an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨


Sonntag, 3. Mai 2026

Herr Jammerowski


 

Inschwehu
hartnäckig, penetrant
Weltmeister im Jammern
sitzt auf dem Sofa
nervtötend 

Ja, wer kennt ihn nicht –
Herrn Jammerowski.

Auch bekannt als innerer Schweinehund,
kurz Inschwehu.

Er mischt sich in fast alle Bereiche unseres Lebens ein.
Besonders gern, wenn es um Fitness geht.
Aber auch zu Mode und Beauty
hat er erstaunlich viel zu sagen.

Wehe, wenn Frau dann nicht standfest ist…
Der Blick in den Spiegel spricht Bände –
Beautysünden lassen grüßen.

Davon können Pippi und Frida ein Lied singen.
Und ganz bestimmt viele andere Frauen auch.



Mittwoch, 29. April 2026

Und heute..


führen uns diese Erinnerungen
genau dorthin zurück –
an einen kleinen Tisch,
mit Kaffee und Kuchen. 

Pippi und Frida – Besuch von Herrn Jammerowski
 
Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Frida sitzt heute bei herrlichem Wetter draußen auf der Terrasse.

Ein kleines Holzpodest mit ein paar Bistrotischen,
große Terrakottakübel mit Orangenbäumchen sorgen für mediterranes Flair.
Üppig bepflanzte Balkonkästen dienen als Sichtschutz zur Straße.

Kurz nach 15 Uhr kommt auch Pippi dazu.
„Bonjour, ma chère Frida – was für ein herrliches Wetter.“
Sie setzt sich lächelnd.

Wenig später stehen zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen vor ihnen.
Draußen läuft ein Jogger vorbei,
Radfahrer ziehen ihre Bahnen
und zwei Mädchen sausen lachend mit dem Skateboard vorbei.

Pippi trinkt einen Schluck, nimmt einen kleinen Bissen
– und seufzt.
„Ich sollte mich eigentlich auch mehr bewegen.
Was habe ich früher alles gemacht…
Schwimmbad, Fitnessstudio, Nordic Walking – sogar kurz Zumba.
Und jetzt… mit Ach und Krach eine Hunderunde um den Block.“
Gedankenverloren zerkrümelt sie ihr Erdbeertörtchen.

Frida hebt ihre Augenbraue.
„Also deswegen musst du deinen Kuchen nicht zerstören.
Seufzen hilft auch nicht.
Einfach machen – nicht reden.“

Pippi runzelt die Stirn.
„Ha, du bist gut, Frida. Einfach machen…
Ich habe nämlich Besuch – Herrn Jammerowski.“

„Moment mal… wen hast du zu Besuch?“, unterbricht Frida.

Pippi holt tief Luft.
„Herrn Jammerowski.
Auch bekannt als innerer Schweinehund – kurz Inschwehu.
Hartnäckig, penetrant und Weltmeister im Jammern.
Schwimmbad – zu kalt und zu nass.
Nordic Walking – zu wetterabhängig.
Fitnessstudio – zu voll, und der Muskelkater lässt grüßen.
So geht das in einer Tour.
Dagegen kommst du kaum an.
Meistens gewinnt er… oder wir einigen uns auf einen lauwarmen Kompromiss.“
Sie schüttelt den Kopf und trinkt einen Schluck Kaffee.

Frida lächelt leicht.
„Natürlich kenne ich Herrn Jammerowski.
Er klopft auch bei mir regelmäßig an die Tür.
Meine Strategie: Tür nicht öffnen.
Ignoranz – das Zauberwort.
Zweimal die Woche gehe ich ins Fitnessstudio,
ein paar Runden Egym, danach Sauna.
Und ansonsten baue ich Bewegung in den Alltag ein.“

Pippi schaut sie erstaunt an.
„Boah… das klingt eigentlich nach einem guten Plan.
Vielleicht sollte ich das auch mal probieren.“

Frida nickt.
„Mach das. Versuch es ein paar Wochen –
und irgendwann wird es Routine.“

Sie lächelt.
„Weißt du, ma chère Pippi…
nicht nur Herr Jammerowski schaut gerne vorbei,
sondern auch dieses kleine Erdmännchen in dir,
das immer alles auf einmal will.
Fokussiere dich auf eine Sache – dann wird das schon.“

Pippi nimmt Fridas Hand.
„Ach Frida… was wäre ich ohne dich.
Du erdest mich immer, wenn ich mal wieder abhebe.
Und das mit der einen Sache –
das sagt mein Mann auch schon lange.“
Beide lächeln sich an.

 Sie sitzen noch eine Weile,
beobachten das Leben auf der Straße
und genießen den warmen Frühlingstag.

Dann zahlen sie
und beschließen spontan, noch einen kleinen Spaziergang zu machen.
Beschwingt verlassen sie das Café
und gehen gemeinsam Richtung Stadtpark. 





 "Manchmal liegt das Wichtigste schon längst in uns  - wir müssen nur noch anfangen. "



        
Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨

Mittwoch, 25. März 2026

Gespräche zwischen Kaffee und Kuchen

 


Pippi und Frida – Haben Träume ein Verfallsdatum?

Ein weiterer Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Pippi entdeckt ein kleines, leerstehendes Lädchen – und plötzlich ist er wieder da: ein alter Traum.
Gemeinsam mit Frida und Madame Malou stellt sich eine leise Frage:
Haben Träume ein Verfallsdatum?

Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Zeit für ein Gespräch zwischen Pippi und Frida.

Mittwoch, kurz nach 15 Uhr.
Frida sitzt wie immer an dem kleinen Tisch am Fenster, beobachtet das bunte Treiben auf der Straße und wartet auf Pippi.
Da – klingeling, klingeling.
Die kleine Messingglocke über der Tür ertönt und Pippi stürmt herein.

„Hallo Frida“, japse ich und bleibe vor unserem Tisch stehen.
„Du glaubst ja nicht, was ich gerade gesehen habe! In der Kastanienallee – dieser kleine Laden mit Krimskrams… er steht leer! Und plötzlich hatte ich einen Geistesblitz. Weißt du noch… unser Traum von damals?“

„Stopp! Halt!“, ruft Frida und hebt die Augenbraue.
„Mensch Pippi, komm erst einmal an. Setz dich, atme durch – und dann erzähl.“
„Ich glaube, dein Erdmännchen hat heute Ausgang“, sagt sie schmunzelnd.

Etwas pikiert setze ich mich.
Wenig später steht unsere Bestellung vor uns: Kaffee, Latte Macchiato, ein Éclair und ein Erdbeertörtchen.
Ich rühre langsam meinen Kaffee um, nehme einen Schluck und räuspere mich.

„Pardon, Frida“, sage ich zerknirscht.
„Ja… da sind wohl wieder die Pferde mit mir durchgegangen. Heute ist Erdmännchen-Tag. Tausend Ideen im Kopf. Muss der Frühling sein.“

Frida lächelt versonnen.
„Stimmt… ich erinnere mich. Ich wollte Mode entwerfen und verkaufen. Und du hast schon damals wundervolle Gedichte geschrieben und Karten gestaltet. Wir wollten alles in einem kleinen Lädchen zusammenbringen.“
Sie seufzt leise.
„Was ist daraus geworden? Manchmal habe ich das Gefühl… Träume haben ein Verfallsdatum. Und wenn es abgelaufen ist, zerfallen sie zu Staub.“

„Das Leben ist passiert. Ganz einfach das Leben, mes Dames.“
Wir schauen auf.
Madame Malou steht neben unserem Tisch und setzt sich mit einem leichten Lächeln zu uns.
Frida hebt fragend die Augenbraue.

Madame Malou atmet tief ein.
„Ich komme aus einem kleinen Dorf in der Provence. Meine Kindheit habe ich in der Parfümerie meines Onkels verbracht. Diese Düfte… diese kleinen, brodelnden Kolben… alles war Magie. Mein Traum war klar: Ich werde Parfümeurin.“
„Also ging ich nach Paris. Ausbildung, bestanden – und dann kam l’amour.“
Sie lächelt kurz, fast wehmütig.
„Mein Traumprinz brachte mich nach Deutschland. Doch das Märchen hielt nicht lange. Er ging. Und ich stand da – ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne Plan.“
Wir hören still zu.
„Meine Rettung war dieses Café. Erst als Aushilfe, später fest. Die Besitzerin wurde mir wie eine Mutter. Ich zog bei ihr ein… und eines Tages erbte ich alles.“
Jetzt lächelt sie warm.
„Dieses Café wurde mein neuer Traum.
Et voilà – la vie ist nicht immer bunt. Aber es kommt darauf an, was man daraus macht.“
Mit einem leichten Nicken steht sie auf und geht zurück zur Theke.

Wir bleiben nachdenklich zurück.
Ich lasse meinen Blick schweifen.
Wie viele ungelebte Träume sitzen wohl hier im Café –
und gehen draußen auf der Straße an uns vorbei?
Das junge Paar dort drüben.
Der ältere Herr mit seinem kleinen Dackel.
Wovon träumen sie wohl?

Plötzlich streckt mir Frida die Hand entgegen.
„Weißt du, Pippi… ich glaube, Träume haben kein Verfallsdatum. Vielleicht verändern sie sich nur. Vielleicht müssen wir einfach die Perspektive wechseln.“
Sie lächelt mich an.
„Das Leben, das man lebt, in einen Traum verwandeln –
so wie Madame Malou.“

Einen Moment lang ist es still zwischen uns.
Dann sagt sie leise:
„Ich hole heute meine Nähmaschine aus dem Keller.“
Ich lächle zurück.
„Und ich meine Kiste mit dem Tonpapier. Ich richte mir eine kleine Kreativecke ein.“
Wir bezahlen, stehen auf und machen uns beschwingt auf den Heimweg.

Mit einem leisen Gefühl:
Manche Träume warten einfach darauf, wieder gesehen zu werden.

Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. 🌿☕📖✨