Brief an Frida
Ein Nachmittag im September.
Pippi sitzt im „Chez Maurice“. Vor ihr auf dem Tisch stehen ein Latte Macchiato und ein Éclair mit Pistaziencreme. Daneben liegt ein Bogen Briefpapier.
Was gibt das denn?
Schauen wir mal.
Pippi sitzt an dem kleinen Holztisch und schaut nachdenklich aus dem Fenster. Sie trinkt einen Schluck Kaffee und nimmt einen Bissen von ihrem Éclair.
Dann seufzt sie verzweifelt.
Maurice, der gerade vorbeikommt, bleibt kurz stehen.
„Nanu, Pippi, so nachdenklich? Was ist los?“
Pippi blickt auf.
„Ach, weißt du, Maurice, ich wollte eigentlich Frida einen Brief schreiben. Doch mich überwältigen gerade die Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit hier.“
Maurice nickt.
„Kann ich mir gut vorstellen. Doch fang einfach an und schreib auf, was dir durch den Kopf geht.“
Maurice geht weiter.
Pippi trinkt noch einen Schluck Kaffee, atmet tief durch und fängt an zu schreiben.
Ma chère Frida,
weißt du, wo ich gerade sitze?
Im „Chez Maurice“!
Ja, richtig gelesen: im „Chez Maurice“.
Maurice führt jetzt das Café, zusammen mit seiner Freundin, einer fantastischen Konditorin.
Madame Malou ist gestürzt, hat sich die Hüfte gebrochen und daraufhin beschlossen, in den verdienten Ruhestand zu gehen.
Tja, und das Café hat eine neue Inneneinrichtung bekommen. Ziemlich modern.
Als ich nach langer Zeit mal wieder hier war und die Tür geöffnet habe, dachte ich: Mich tritt ein Pferd!
Ich war total geschockt.
Man, man, ich sage dir: Erst entscheidest du dich, ans Meer zu gehen, dann geht Madame Malou in den Ruhestand und jetzt wird auch noch das Café auf links gezogen.
Bisschen viel für so ein altes Haus wie mich.
Doch nein, das war ja noch nicht alles.
Bei uns zu Hause wurde endlich die Heizung erneuert. Die alten Heizkörper raus, neue rein. Ebenso die Leitungen. Im Treppenhaus wurden die Steigleitungen erneuert.
Das war beziehungsweise ist ein Lärm und ein Schmutz!
Zur Krönung mussten wir noch Möbel verrücken und Schränke ausräumen.
Ich muss sagen, ich war schon ein bisschen neidisch auf dich.
Ich dachte so bei mir: Na toll, du hast hier das totale Chaos und Frida chillt gemütlich im Strandkorb.
Obwohl … Strandkorb ist ja jetzt auch nicht mehr.
Der Herbst ist ins Land beziehungsweise ans Meer gezogen.
Ja, so schnell vergeht die Zeit.
Nun habe ich doch eine ganze Menge zu berichten gehabt. Zuerst saß ich einfach nur hier und wurde von den Erinnerungen überwältigt.
Du fehlst mir einfach.
Doch jetzt muss ich sagen: Es hat auch was, hier im „Chez Maurice“ zu sitzen und dir zu schreiben.
Ich glaube, das mache ich jetzt öfter.
Statt gemeinsam Kaffee zu trinken, trinke ich meinen Kaffee alleine und schreibe dir ein paar Zeilen.
Hast du eigentlich dort ein Lieblingscafé gefunden?
Wenn ja, dann schreibst du dort.
Hätte doch was.
So, ma chère Frida, nun aber Schluss für heute.
Ich winke mal rüber und sage:
Tschüss, bis bald.
Deine
Pippilotta
Pippi blickt zufrieden auf ihren Brief. Sie faltet ihn sorgfältig und steckt ihn in ein Kuvert.
Sie trinkt ihren Kaffee aus, isst das Éclair auf, bezahlt und macht sich beschwingt auf den Weg zur Post.
Schön, dass du hier vorbeigeschaut hast. Wenn dir meine Gedanken ,Geschichten und Bilder gefallen, freue ich mich, wenn du meinem Blog folgst. ☕🌿

Eine schöne Geschichte. Hast du sehr gut rüber gebracht.
AntwortenLöschenDankeschön 😍
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