Aus Alt wird NeuEs ist ein sonniger Nachmittag im September. Nach dem Mittagessen verkündet Pippi plötzlich: „Ich habe spontan beschlossen, heute Nachmittag ins ‚Chez Malou‘ zu gehen. Mal sehen, wie es Madame Malou und Maurice geht.“ Balu nickt zustimmend. „Mach das, liebe Pippi. Ich werde eine Runde laufen gehen.“ Gesagt, getan. Kurze Zeit später steht Pippi vor dem Café. Mit dabei diesmal Francia Elegancia und Flippi. Francia Elegancia hebt eine Augenbraue und schaut auf das Café. „Also, hier stimmt was nicht“, murmelt sie vor sich hin. Pippi runzelt die Stirn. „Wir sind noch nicht mal im Café und schon hast du was zu monieren.“ „Schon gut, bin ja schon still“, grummelt Francia Elegancia. Pippi öffnet schwungvoll die Tür und bleibt wie erstarrt auf der Schwelle stehen. „Was ist das denn! Wie sieht es hier aus?“ Pippi ist entsetzt. Die komplette Inneneinrichtung ist neu. Kleine runde Holztische, bunte Sessel und Hocker bestimmen das Bild. Die Wände sind in einem sanften Hellblau gestrichen und quer über der Wand leuchtet in Neonschrift: „Chez Maurice“ Zum Glück ist die alte, gläserne Theke geblieben und aus den Lautsprecherboxen tönen weiterhin französische Chansons. Auch die alte Espressomaschine zischt und dampft vor sich hin. Pippi macht einen vorsichtigen Schritt ins Café. Da eilt auch schon beschwingt Maurice auf sie zu. „Bonjour Pippi, lange nicht gesehen“, begrüßt er sie herzlich. „Bonjour Maurice“, stammelt Pippi. „Ja, ich sehe, du bist total verwirrt. Verständlich.“ Maurice nickt. „Ja, bin ich“, erwidert Pippi. „Wo ist denn deine Mutter und was ist hier passiert?“ Da kommt, wie aufs Stichwort, Madame Malou an zwei Gehhilfen angehumpelt. Auch sie begrüßt Pippi sehr herzlich. Etwas verwundert schaut sie sich um. „Wo ist denn Frida?“ Pippi holt Luft – doch Madame Malou unterbricht sie. „Ich glaube, wir haben uns eine Menge zu erzählen. Das geht am besten bei Kaffee und Kuchen. Setzen wir uns doch.“ Die beiden Frauen setzen sich an einen Tisch am Fenster. Bei Maurice ordern sie Latte Macchiato und zwei Stück frischen Pflaumenkuchen mit Sahne. Bald steht das Gewünschte vor ihnen und sie nehmen jede einen Schluck Kaffee. Pippi rührt in ihrem Kaffee und beginnt zu erzählen. „Also, Frida ist ans Meer in den Urlaub gefahren. Dann kriege ich plötzlich einen Brief von ihr. Darin schreibt sie, sie nimmt eine Auszeit und bleibt erstmal eine Weile am Meer. Somit waren unsere Kaffeenachmittage erstmal hinfällig. Doch nun habe ich beschlossen, ich kann auch ohne Frida Kaffee trinken gehen. Vielleicht frage ich ja mal Sunny, ob sie mitkommen möchte.“ Madame Malou nimmt einen Schluck Kaffee, dann beginnt auch sie zu erzählen. „Ach so ist das. Ja, scheinbar brechen neue Zeiten an. Wie du gemerkt hast, ist hier auch alles neu. Maurice ist jetzt der neue Chef und deswegen heißt es jetzt auch ‚Chez Maurice‘. Ich hatte einen Unfall, musste operiert werden und habe eine neue Hüfte bekommen. In der Reha habe ich dann beschlossen: Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um aufzuhören. So kam es dann. Maurice war erst nicht begeistert, doch ich konnte ihn überzeugen. Nun haben er und seine Freundin, eine begnadete Konditorin, das Zepter beziehungsweise den Rührlöffel in der Hand. Und ich genieße meinen wohlverdienten Ruhestand. Ab und zu schaue ich mal kurz vorbei. Zum Glück hast du mich heute hier angetroffen.“ Pippi schüttelt den Kopf. „Man, man, erst verschwindet Frida ans Meer, du kriegst eine neue Hüfte und plötzlich wird aus ‚Chez Malou‘ ‚Chez Maurice‘. Verrückt.“ Madame Malou nickt. „Ja, so schnell kann es manchmal gehen. Doch etwas Neues hat auch seinen Reiz.“ Beide sitzen eine Weile da und hängen ihren Gedanken nach. Draußen geht das Leben weiter und im Café hört man leise Löffel klappern, Stimmengewirr und gedämpftes Gelächter. „So“, sagt Madame Malou nach einer Weile, „ich werde mich mal wieder auf den Weg machen. War schön, dass wir uns getroffen haben. Ich hoffe, du kommst jetzt wieder öfter vorbei.“ Pippi nickt. „Ja, das mache ich. Und ich habe mich auch gefreut“, erwidert sie. Wenig später verlässt eine nachdenkliche Pippi das Café. Francia Elegancia muss natürlich noch ihren Senf dazugeben. „Ich wusste ja gleich, dass etwas nicht stimmt. Und die Einrichtung ist ziemlich modern. Vor allem die Sessel sind etwas unbequem. Aber im Großen und Ganzen hat es mir gefallen. Auch der Pflaumenkuchen – lecker! Nur der Milchschaum beim Latte Macchiato war nicht so gleichmäßig. Doch das sind Kleinigkeiten.“ „Also, ich fand es cool. Viel Platz zum Beobachten“, kommt es von Flippi. Pippi lächelt süffisant. „Na, da bin ich ja beruhigt. Und ich habe Frida und Balu eine Menge zu berichten.“ Wie war das? „Erstens kommt es anders, als man zweitens denkt.“ Nun schauen wir mal, wie es so weitergeht mit und im „Chez Maurice“. Schön, dass du hier vorbeigeschaut hast. Wenn dir meine Gedanken ,Geschichten und Bilder gefallen, freue ich mich, wenn du meinem Blog folgst. ☕🌿 Bild: KI-generiert mit ChatGPT |

Eine sehr schöne Story . Hat Spaß gemacht sie zu lesen.
AntwortenLöschenDankeschön 😍
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