Zwischenräume
Geschichten, Gedichte, Erinnerungen aus meinem Alltag.
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Donnerstag, 25. Juni 2026
Mittwoch, 24. Juni 2026
Herzensmomente
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| Manche Souvenirs sind klein. Die Erinnerungen dahinter sind es nicht. 🌿 |
Sonntag, 21. Juni 2026
Das Wort geht auf Reisen
Ein Kreis schließt sich
Mit einem Bild fing alles an. Damals malte ich einen Superhund. Aus diesem Bild entstanden Geschichten und Gedanken. Das Bild selbst ist im Laufe der Jahre verschwunden, aber die Freude am Erzählen ist geblieben.
Heute ist aus meinen Geschichten wieder ein Bild entstanden.
Und das kam so.
Gestern Nachmittag geschah etwas Schönes. Während ich von meinen Geschichten erzählte, nahm eine Mit-Ausstellerin Stifte zur Hand und begann zu zeichnen. Farben, Blumen und Worte fanden ihren Weg aufs Papier. Als sie fertig war, lächelte sie und sagte: „Das Bunte passt zu Ihnen.“
Vielleicht hat sie recht. Denn Worte gehen auf Reisen. Und manchmal kehren sie als Begegnung, als Bild oder als Erinnerung zu uns zurück.
Und zuhause hat das Bild seinen Platz gefunden.
„Das Wort geht auf Reisen“ – und findet seinen Platz zuhause an meiner Pinnwand. ❤️
Schön, dass du hier vorbeigeschaut hast. Wenn dir meine Gedanken und Geschichten gefallen, freue ich mich, wenn du meinem Blog folgst. ☕🌿
Donnerstag, 18. Juni 2026
....und dann fühle ich mich zuhause
Anlässlich der Ausstellung „Heimatklänge“ möchte ich heute erzählen, warum ich schreibe, wie alles begann und warum Papier, Bleistift und Geschichten für mich ein Stück Heimat geworden sind.
Ja, da stehe ich neben der Vitrine, in der meine literarischen Arbeiten ausgestellt sind.
Die Ausstellung wird von der Kultursparte der Karlskirche veranstaltet und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Heimatklänge“. Acht Vitrinen beschäftigen sich mit dem Thema „…dann fühle ich mich zuhause.“
Menschen aller Generationen waren eingeladen, ihre eigene Vitrine zu gestalten. Auch der Nachbarschaftstreff Goethesalon ist beteiligt – zwei weitere Frauen und meine Wenigkeit.
So viel vorweg.
Heute möchte ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und erzählen, warum ich schreibe und wie alles begann.
Ich fühle mich zuhause zwischen Papier und Bleistift, Geschichten und Gedichten. Wenn ich schreibe, wird es still um mich herum. Dann fühle ich mich angekommen.
Angefangen hat alles in meiner Kindheit. Schon damals habe ich Geschichten erfunden und erzählt. Heute halte ich sie auf Papier fest. Mit dem eigentlichen Schreiben habe ich allerdings erst sehr spät begonnen. Davor kam irgendwie immer das Leben dazwischen.
Das erste Samenkorn war ein Bild, das ich gemalt hatte – der „Superhund“. Ihn habe ich erfunden, um meine Söhne bei den Hausaufgaben zu motivieren und zu unterstützen. Viel später entstanden daraus die Geschichten von Glückshausen.
Zum eigentlichen Schreiben fand ich durch die Teilnahme an einem Schreibworkshop im Bergkloster Bestwig. Danach erstellte ich meinen ersten Blog. Anfangs schrieb ich dort ganz normale Beiträge über meinen Alltag. Später kam ein weiterer Blog hinzu: das „Literarische Schatzkästchen“, heute „Zwischenräume“. Dort finden meine Geschichten und Gedichte ihren Platz, viele davon mit autobiografischen Spuren.
Und wieder kam das Leben dazwischen. Das Schreiben lag lange Zeit brach.
Anfang dieses Jahres nahm ich an einem Kurzworkshop zum Thema Schreiben teil. Seitdem hat es mich wieder gepackt.
Mein Schreiben hat sich verändert. In den Geschichten von Pippi und Frida erzähle ich von den zwei Seiten in mir. Als typische Zwillinge und Scannerpersönlichkeit geht es in meinem Kopf oft bunt und lebhaft zu. Zum Glück gibt es auch die Stimme, die mich liebevoll wieder erdet.
Pippi und Frida eben. 😊
Nach Jahren, in denen mein wahres Ich unter Tonnen von Disziplin, Vernunft, Anpassung, Regeln und Vorschriften verschüttet war, ist es endlich wieder aufgetaucht.
Mein Schreiben ist lebendiger und freier geworden. Ich habe neue Gedichtformen entdeckt und muss nicht mehr dem Mainstream folgen.Jetzt zeigt Pippi, das Küstenkind, endlich wieder ihr ursprüngliches Ich.

Und genau dort, zwischen Papier und Bleistift, zwischen Geschichten und Gedichten, zwischen Pippi und Frida …
… da fühle ich mich zuhause.
Danke an alle, die meine Texte lesen, mich begleiten und mich auf meinem Weg ermutigen. Es ist schön, dass aus vielen kleinen Samenkörnern mit der Zeit etwas wachsen durfte.
Samstag, 13. Juni 2026
Sommerpause
Pippi und Frida haben sich einen Strandkorb gesucht.
Mittwoch, 10. Juni 2026
Vom Wiederfinden
Frida ist gespannt auf Pippis Mitbringsel aus Cuxhaven und sehr erstaunt. Was hat Pippi mitgebracht ...?
Mittwochnachmittag. Frida sitzt schon ganz gespannt am kleinen Bistrotisch und wartet auf Pippi.
Endlich bimmelt das Glöckchen und Pippi kommt wieder schwungvoll zur Tür herein. Auf dem Kopf die obligatorische Mütze.
Im Vorbeigehen ruft sie Frida ein „Moin“ zu und eilt Richtung Theke.
Frida runzelt die Stirn und hebt eine Augenbraue.
Wenig später kommt Pippi zurück und setzt sich mit einem verschmitzten Lächeln hin.
Bevor Frida irgendetwas sagen kann, steht auch schon Maurice bei ihnen.
„Voilà, Mesdames“, sagt er gut gelaunt und stellt zwei Himbeertörtchen und zwei Espressi mit Vanilleeis auf den Tisch.
Frida schaut Pippi irritiert an.
„Was ist das denn?“
„Na, das siehst du doch“, erwidert Pippi unbekümmert. „Zwei Himbeertörtchen und zwei Affogato.“
„Ja, ja, doch das meine ich nicht.“
Frida ist leicht genervt.
„Ich bin schon die ganze Woche neugierig, was du aus dem Urlaub mitgebracht hast, und du stürmst erst mal zur Theke und bestellst etwas anderes als sonst.“
Pippi nimmt beruhigend Fridas Hand.
„Das gehört zu meinem Mitbringsel aus Cuxhaven. Ich habe keine Muscheln mitgebracht, keine Postkarten. Nicht mal ein neues Hobby.“
Frida schaut fragend.
„Sondern?“
Pippi nimmt einen Schluck Espresso.
„Mich selbst.“
Und dann beginnt sie zu erzählen.
„Weißt du, Frida, ich habe im Urlaub gemerkt, wie gut mir Leichtigkeit und das Spontane tun. Ich bin halt diese Mischung aus Pippi Langstrumpf und Erdmännchen. Zu dieser Erkenntnis bin ich im Urlaub gekommen. Und dazu stehe ich ab sofort.
Deswegen habe ich beschlossen: Die Nordsee fährt mit nach Hause.
Mein neues Motto:
Mehr Leichtigkeit – weg vom alten Zopf.“
Frida unterbricht Pippi.
„Aha, deswegen die Kuchenaktion heute.“
Pippi nickt.
Frida hebt die Augenbraue.
„Naja, stimmt schon. Pippi Langstrumpf und Erdmännchen passen zu dir. Und das merkt man auch jetzt, besonders nach dem Urlaub. Zwar noch ungewohnt, aber es gefällt mir gut.
Doch meinst du, dass du das auf Dauer beibehältst? So ein Urlaubsgefühl verfliegt doch nach einer Weile.“
Pippi schaut Frida mit leicht ironischem Blick an.
„So, meinst du? Das ist nämlich kein Urlaubsgefühl. Das ist ein wiedergefundenes Ich.
Der alte Zopf ist ab und schwimmt in der Nordsee.
Endgültig!
Nur mal ein Beispiel:
Vor zwei Tagen habe ich Blumen gegossen, einen Blumentopf versenkt, Wäsche gewaschen, meine verlorenen Stöcke wiederbekommen und gleich weiter verschenkt, war beim Kaffeenachmittag, habe mich zum Brunch und zu einer Ausstellung angemeldet und nebenbei noch eine Geschichte geschrieben und veröffentlicht. Und abends mit meinem Sohn telefoniert, einfach so."
Frida schaut Pippi verwundert an.
„Nein, Pippi, nicht dein Ernst?“
Pippi nickt.
„Freiwillig?“
Pippi nickt wieder.
Frida schüttelt den Kopf.
„Oh, da war das Erdmännchen aber auf Zucker. Und soll das jetzt ein Dauerzustand werden?“
Pippi schüttelt lachend den Kopf.
„Nein, Frida, natürlich nicht. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, wie lebendig meine Tage wieder sind.
Und so kleine Katastrophen erschüttern mich auch nicht mehr.
Das Erdmännchen hat sich nämlich auch verändert. Es ist nicht mehr panisch, sondern freundlich und fragt nach. Es passt liebevoll auf mich auf.“
Pippi macht eine kurze Pause und lächelt Frida verschmitzt an.
„So wie du, liebe Frida.“
Frida hebt die Augenbraue.
„So, so. Ich bin also ein Erdmännchen. Das ist ja interessant. Aber eigentlich auch gut so. Stell dir mal vor, wir beide wären wie Pippi Langstrumpf.“
Pippi prustet los.
„Oh Mann, Frida, das wäre ein Chaos!“
Nun fängt auch Frida an zu lachen.
„Ja, ja, wir beide sind schon ein Gespann. Du Pippi Langstrumpf und ich das Erdmännchen. Doch deswegen sind wir ja schon seit Jahren beste Freundinnen. Wir ergänzen uns perfekt.“
Pippi nickt zustimmend.
Beide genießen noch ihren Kuchen und den Espresso.
„Weißt du, Pippi“, sagt Frida nach einer Weile, „das war eine richtig gute Idee mit dem Himbeertörtchen und dem Affogato.
Ich glaube, wir suchen uns jetzt jede Woche etwas Neues aus.“
Pippi klatscht begeistert in die Hände.
„Au ja, super Idee! So machen wir das.“
Anschließend verlassen Pippi und Frida gut gelaunt das „Chez Malou“.
So hat Pippis Reise an die Nordsee frischen Wind in den Mittwochnachmittag gepustet.
Mal sehen, was nächste Woche passiert ...
Mittwoch, 3. Juni 2026
Urlaubsimpressionen
Pippi und Frida – wenn eine eine Reise tut ...
Pippi ist wieder im Lande und hat eine Menge zu erzählen.
Es ist wieder Mittwochnachmittag, 15.00 Uhr. Frida wartet schon ganz entspannt auf Pippi.
Da bimmelt die kleine Ladenglocke und Pippi betritt schwungvoll das „Chez Malou“.
Auf dem Kopf eine flotte graue Mütze mit rosa Schirm und dem Aufdruck „Küstenkind“.
„Moin Frida“, begrüßt sie ihre Freundin gut gelaunt.
„Moin Pippi. Noch im Urlaubsmodus? Flotte Mütze.“
Frida schmunzelt.
„Danke. Und ja.“
Pippi lächelt sehnsuchtsvoll.
„Der Körper ist hier, die Seele noch am Meer.“
Auch Maurice begrüßt Pippi und stellt die übliche Bestellung auf den Tisch: Latte Macchiato und Erdbeertörtchen.
Frida trinkt einen Schluck Kaffee.
„Nun erzähl doch mal. Die Bilder auf Instagram waren schon vielversprechend.“
Pippi nimmt ebenfalls einen Schluck Kaffee und beginnt:
„Es war wunderschön. Das Wetter super – blauer Himmel, Sonne, Wolken und viel Wind. Außerdem war ich richtig abenteuerlustig. Eigentlich wollte ich es diesmal ruhiger angehen lassen.“
„Eigentlich ...“, fügt sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.
„Oh oh, ich ahne es. Erdmännchenalarm!“, ruft Frida dazwischen.
Pippi nickt.
„Naja, ein bisschen schon. Am ersten Tag haben wir einen entspannten Strandspaziergang gemacht. Der Rückweg verlief allerdings schon anders als geplant. Die letzten Meter bin ich mit dem Bus gefahren, weil der rechte Fuß herumzickte.
In der Ferienwohnung hieß es dann: Fuß hochlegen, Creme drauf und Schmerztablette nehmen. Geholfen hat es nur bedingt.
Tag zwei:
Ausflug zum Waldzoo in Wingst und zum Deutschen Olymp, einem wunderschönen Aussichtsturm. Natürlich wieder viel gelaufen, Meditationsschleifen inklusive.
Der undankbare Fuß war mega beleidigt und schmerzte vor sich hin. Dabei habe ich ihm so viel geboten: herrliche Natur, tolle Tiere und eine spektakuläre Aussicht vom Turm.“
„Pippi, Pippi, du machst Sachen“, wirft Frida kopfschüttelnd ein.
„Tja, das war noch nicht alles“, fährt Pippi fort.
Frida hebt eine Augenbraue.
„Tag drei war der Clou.“
Pippi erzählt weiter:
„Es sollte ein gemütlicher Ausflug nach Altenbruch werden – mit Schiffegucken vom Deich.
Dort angekommen erfuhren wir, dass der Bus laut Fahrplan und Auskunft der Einheimischen nur noch nachmittags und abends zurückfährt. Das haben wir leider nicht hinterfragt.
Also starteten wir erst einmal eine Besichtigungstour durch Kirche und Dorf. Beides wunderschön und interessant.
Im Anschluss ging es zum Schiffegucken. Der Weg dorthin kam uns ellenlang vor und ich war schon leicht genervt. Doch irgendwann erreichten wir den Strand und wurden mit einer fantastischen Aussicht belohnt.
Erst einmal Pause.
Wie geht es weiter?
Ich kam auf die glorreiche Idee, zu Fuß nach Cuxhaven zurückzulaufen. Laut Google Maps nur sechs Kilometer am Strand entlang.
Ich: "Super, das machen wir!"
„Nein! Ich glaube es nicht!“, ruft Frida entsetzt dazwischen.
„Doch, doch“, fährt Pippi fort.
Mein Mann fragte auch, ob ich das schaffe.
Und ich, ganz Pippi Langstrumpf: "Ich habe es noch nie probiert, also schaffe ich das."
Gesagt, getan. Ein Eis als Wegzehrung und los ging es.
Zunächst war alles entspannt. Links Wasser und Schiffe, rechts Deich und Schafe. Nur kamen uns immer wieder Lastwagen entgegen.
An einer Gabelung bog der Radweg links ab, wir gingen jedoch geradeaus weiter. Ein fataler Fehler. Der Weg endete vor einem Werkstor. Ein unfreundlicher Mitarbeiter ließ uns nicht passieren.
Also alles retour.
Ich war zum zweiten Mal genervt und brummelte vor mich hin.
An der Dicken Berta, dem alten Leuchtturm, machten wir Pause und hielten Lagebesprechung. Wir entschieden uns, bis zu einer Bushaltestelle zu laufen, die nur zwanzig Minuten entfernt sein sollte.
Auch das klappte nicht wie geplant.
Wir marschierten wieder eine gefühlte Ewigkeit durch sengende Hitze ohne Schatten. Zwischendurch ging der Rucksack meines Mannes kaputt, ich bekam Nasenbluten und der Fuß schmerzte höllisch.
Irgendwann erreichten wir zum Glück eine Haltestelle – total am Ende, aber auch stolz, es geschafft zu haben.“
„Du liebe Güte, Pippi“, meint Frida kopfschüttelnd. „Das war ja ein Abenteuer. Pippi Langstrumpf und Erdmännchen im Doppelpack.“
Pippi nickt.
„Ja Frida, da hast du komplett recht.
Als wir wieder in Cuxhaven waren, wurde sich erst einmal im Café gestärkt. Zurück in unserer Unterkunft ging dann allerdings nichts mehr.
Der rechte Fuß und das linke Knie gründeten einen Betriebsrat und traten in Streik.
Ihre Forderung lautete: "Keine Gewaltmärsche mehr – ab sofort!"
Ich bin dann eingeknickt und die letzten Urlaubstage wurde der Schongang eingelegt.
Aber ich muss sagen: Es war trotzdem ein fantastischer Urlaub. Kein klassischer Touriurlaub, sondern einfach auf eigene Faust losziehen, viele Kleinigkeiten entdecken, Meditationsschleifen inklusive.
Irgendwie waren wir immer zur rechten Zeit am rechten Ort.
Dadurch haben wir die MS Deutschland, das ursprüngliche Traumschiff, die AIDAperla und eine Segelschiffparade mit rund fünfzig Schiffen gesehen.
Außerdem haben wir herrliche Sonnenuntergänge bestaunt und einfach nur mal dagesessen und nichts gemacht.“
„Ach Pippi, das hört sich wirklich nach einer gelungenen Urlaubswoche an. Und weißt du was? Du wirkst richtig erholt und entspannt.
Du bist halt eine Mischung aus Pippi Langstrumpf und Erdmännchen. Genau das macht dich aus.“
Frida lächelt Pippi liebevoll an.
Pippi schmunzelt.
„Danke, Frida. Ja, das bin ich wirklich.
Doch es war jahrelang zugeschüttet und ich habe es jetzt endlich wieder ausgegraben. Das habe ich besonders in diesem Urlaub gespürt.
Und noch etwas habe ich aus diesem Urlaub mitgebracht. Doch davon erzähle ich dir nächste Woche.“
„Na, da bin ich gespannt“, erwidert Frida.
Beide Frauen sitzen noch eine Weile zusammen und genießen das Leben um sich herum.
Nachdem sie bezahlt haben, verlassen sie beschwingt und gut gelaunt das „Chez Malou“.
![]() |
| Küstenkind. 🌊⚓🩷 |
Mittwoch, 27. Mai 2026
Nordseegrüße von Pippi 🌊
Im Chez Malou
sitzt Frida wie jeden Mittwoch.
Ein Latte Macchiato
und ein Erdbeertörtchen
stehen auf dem kleinen Bistrotisch.
Ein Stuhl bleibt leer.
Pippi schickt liebe Grüße vom Meer.
Frida sitzt diesen Mittwoch allein.
Im Chez Malou.
Sonntag, 24. Mai 2026
Geburtstag
66 Jahre.
Vieles hat sich verändert.
Mit 29 war ich flott unterwegs – Schmuck, Farbe, ein bisschen Glamour.
Dann kamen Familie, Alltag und viele Jahre, in denen praktisch wichtiger war als verspielt.
Und heute?
Heute gab es Tomate-Mozzarella, Tiramisu, Pizza, Bücher, Duft, spontane rosa Sneaker – und die Erkenntnis: Farbe macht immer noch Spaß.
Vieles ist anders geworden.
Aber eins habe ich mir bewahrt:
das Lächeln, den Schalk – und offenbar die Freude daran, mich hübsch zu machen.
Nicht weniger ich.
Nur anders.
Und vielleicht ein kleines bisschen mutiger, als ich lange gedacht habe.
Und noch etwas lerne ich gerade:
Lücken gehören zum Leben.
Nicht alles muss perfekt gefüllt werden.
Nicht jeder Tag muss produktiv sein.
Manchmal darf man auch einfach blau machen.
Und manchmal findet man genau dann wieder ein Stück von sich selbst.
Auf die nächsten Kapitel. ❤️🩷
Mittwoch, 20. Mai 2026
Humor ist....
Mittwoch, 13. Mai 2026
Muttertag
Setzen wir uns zu Pippi und Frida an den Tisch und hören, was sie zu diesem Thema zu sagen haben.
Wie so oft an einem Mittwoch sitzt Frida an dem kleinen Bistrotisch im Chez Malou.
Kurz nach 15 Uhr bimmelt das Glöckchen über der Tür.
Pippi kommt herein – mit ihrem typischen Pippilotta-Blick, leicht ironisch und verschmitzt.
„Bonjour, Frida – nachträglich alles Gute zum Muttertag.“
„Bonjour, Pippi, dir auch alles Gute“, erwidert Frida.
Maurice kommt mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.
„Bonjour, auch von mir alles Gute zum Muttertag“, sagt er mit einem verschwörerischen Lächeln.
Pippi lächelt.
„Merci, Maurice.“
Frida hebt eine Augenbraue und runzelt leicht die Stirn.
Bevor Pippi weitersprechen kann, kommt Madame Malou an den Tisch und setzt sich dazu.
„Ja, genau – ein Hoch auf uns Mütter“, sagt sie und lächelt versonnen.
Pippi und Frida schauen überrascht auf.
„Mais oui, ich bin auch eine Maman. Mein Sohn Maurice bringt Ihnen jeden Mittwoch Kaffee und Kuchen.“
„Was? Das gibt es doch nicht!“, rufen Pippi und Frida wie aus einem Mund.
Madame Malou nickt.
„Maurice ist das, was mir aus einer großen Liebe geblieben ist.
Am Anfang war ich verzweifelt – allein in einem fremden Land, ohne Arbeit und schwanger.
Doch die Vorbesitzerin war meine Rettung. Ich durfte hier arbeiten, und nach der Geburt war sie eine Art Ersatzoma für Maurice.
Es war keine leichte Zeit – viel Arbeit, wenig Schlaf und kaum Ruhe.
Aber ich habe es nie bereut.
Maurice ist das Beste, was mir passieren konnte.
Und Muttertag? Den mag ich. Einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen – das darf auch sein.“
Sie lächelt, nickt den beiden zu und geht zurück hinter den Tresen.
Pippi und Frida sind einen Moment lang still.
Dann hebt Frida die Augenbraue.
„Tja… das ist mal eine Überraschung.
Aber sag mal, Pippi – was war denn eben mit dir los?“
Pippi schmunzelt.
„Ach, mir geht dieses ganze Theater um den Muttertag auf die Nerven. Einmal im Jahr – viel zu wenig.
Und immer öfter wird selbst dieser Tag vom Konsum überlagert.
Dabei sollte doch eigentlich jeder Tag ein bisschen Muttertag sein.“
Frida nickt.
„Da hast du recht. Mutter sein ist eine große Aufgabe – und niemand bereitet einen wirklich darauf vor.
Man ist plötzlich alles: Familienmanagerin, Trösterin, Organisatorin…
Und viele Frauen arbeiten zusätzlich, so wie Madame Malou.“
Sie hält kurz inne.
„Ich frage mich manchmal: Wie haben wir das alles geschafft?
Woher kam die Kraft?“
Pippi seufzt leise.
„Ich weiß es nicht genau.
Aber Kraft haben mir vor allem meine Jungs gegeben.
Sie aufwachsen zu sehen, sie zu begleiten – ihre Lebendigkeit, ihre Kreativität…
Und dann sind sie losgezogen in die Welt.
Der Große nach Colonia, der Jüngere auf Weltreise -zur Zeit Work and Travel in Australien.“
Sie lächelt nachdenklich.
„Und für mich begann ein neuer Abschnitt.
Jetzt trete ich ein Stück zurück.
Bin mehr im Hintergrund – aber mit offenem Ohr und offener Tür.
Ich bin gerne Mutter.
Auch wenn es nicht immer leicht ist.“
Frida blickt eine Weile vor sich hin.
„Ja, bei mir ist es ähnlich. Meine Tochter ist auch meine Kraftquelle.
Ich erinnere mich noch an ihr erstes Lächeln, das erste ‚Mama‘, die ersten Schritte.
Dann Kindergarten, Schule, Ausbildung… und irgendwann ihr Flug hinaus in die Welt.
Heute hat sie ihre eigene kleine Boutique in Hamburg.“
Sie lächelt leise.
„Wir sehen uns nicht oft. Das ist manchmal schwer.
Aber wir müssen loslassen – auch wenn ein Hauch Wehmut dabei ist.
Und ja… ich bin auch gerne Mutter.“
Beide sitzen einen Moment still da.
Draußen ziehen Menschen vorbei, die Sonne scheint, Vögel zwitschern.
Dann richtet sich Pippi auf.
„Weißt du, Frida… eigentlich sind wir zwei richtige Glückspilze.
Unsere Kinder gehen ihren eigenen Weg.
Treffen Entscheidungen, fallen hin und stehen wieder auf – ohne dass wir eingreifen müssen.
Und wir – wir lassen los…
und bleiben doch ein Zuhause, zu dem sie immer zurückkehren können.“
Frida nickt.
„Genau so ist es.
Und vielleicht ist jetzt unsere Zeit gekommen –
für all das, was wir immer ein bisschen aufgeschoben haben.“
Sie lächelt.
„Komm, wir drehen noch eine Runde durch den Stadtpark.“
Gesagt, getan.
Sie bezahlen, verlassen das Chez Malou und gehen Richtung Park.
Sie gehen nebeneinander her, ohne Eile.
Zwischen ihren Schritten liegt all das, was war –
und das, was noch kommt.
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| Ein Geschenk, das geblieben ist |
















