Im Chez Malou
sitzt Frida wie jeden Mittwoch.
Ein Latte Macchiato
und ein Erdbeertörtchen
stehen auf dem kleinen Bistrotisch.
Ein Stuhl bleibt leer.
Pippi schickt liebe Grüße vom Meer.
Frida sitzt diesen Mittwoch allein.
Im Chez Malou.
Worte für die Zwischenräume
Im Chez Malou
sitzt Frida wie jeden Mittwoch.
Ein Latte Macchiato
und ein Erdbeertörtchen
stehen auf dem kleinen Bistrotisch.
Ein Stuhl bleibt leer.
Pippi schickt liebe Grüße vom Meer.
Frida sitzt diesen Mittwoch allein.
Im Chez Malou.
66 Jahre.
Vieles hat sich verändert.
Mit 29 war ich flott unterwegs – Schmuck, Farbe, ein bisschen Glamour.
Dann kamen Familie, Alltag und viele Jahre, in denen praktisch wichtiger war als verspielt.
Und heute?
Heute gab es Tomate-Mozzarella, Tiramisu, Pizza, Bücher, Duft, spontane rosa Sneaker – und die Erkenntnis: Farbe macht immer noch Spaß.
Vieles ist anders geworden.
Aber eins habe ich mir bewahrt:
das Lächeln, den Schalk – und offenbar die Freude daran, mich hübsch zu machen.
Nicht weniger ich.
Nur anders.
Und vielleicht ein kleines bisschen mutiger, als ich lange gedacht habe.
Und noch etwas lerne ich gerade:
Lücken gehören zum Leben.
Nicht alles muss perfekt gefüllt werden.
Nicht jeder Tag muss produktiv sein.
Manchmal darf man auch einfach blau machen.
Und manchmal findet man genau dann wieder ein Stück von sich selbst.
Auf die nächsten Kapitel. ❤️🩷
Setzen wir uns zu Pippi und Frida an den Tisch und hören, was sie zu diesem Thema zu sagen haben.
Wie so oft an einem Mittwoch sitzt Frida an dem kleinen Bistrotisch im Chez Malou.
Kurz nach 15 Uhr bimmelt das Glöckchen über der Tür.
Pippi kommt herein – mit ihrem typischen Pippilotta-Blick, leicht ironisch und verschmitzt.
„Bonjour, Frida – nachträglich alles Gute zum Muttertag.“
„Bonjour, Pippi, dir auch alles Gute“, erwidert Frida.
Maurice kommt mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.
„Bonjour, auch von mir alles Gute zum Muttertag“, sagt er mit einem verschwörerischen Lächeln.
Pippi lächelt.
„Merci, Maurice.“
Frida hebt eine Augenbraue und runzelt leicht die Stirn.
Bevor Pippi weitersprechen kann, kommt Madame Malou an den Tisch und setzt sich dazu.
„Ja, genau – ein Hoch auf uns Mütter“, sagt sie und lächelt versonnen.
Pippi und Frida schauen überrascht auf.
„Mais oui, ich bin auch eine Maman. Mein Sohn Maurice bringt Ihnen jeden Mittwoch Kaffee und Kuchen.“
„Was? Das gibt es doch nicht!“, rufen Pippi und Frida wie aus einem Mund.
Madame Malou nickt.
„Maurice ist das, was mir aus einer großen Liebe geblieben ist.
Am Anfang war ich verzweifelt – allein in einem fremden Land, ohne Arbeit und schwanger.
Doch die Vorbesitzerin war meine Rettung. Ich durfte hier arbeiten, und nach der Geburt war sie eine Art Ersatzoma für Maurice.
Es war keine leichte Zeit – viel Arbeit, wenig Schlaf und kaum Ruhe.
Aber ich habe es nie bereut.
Maurice ist das Beste, was mir passieren konnte.
Und Muttertag? Den mag ich. Einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen – das darf auch sein.“
Sie lächelt, nickt den beiden zu und geht zurück hinter den Tresen.
Pippi und Frida sind einen Moment lang still.
Dann hebt Frida die Augenbraue.
„Tja… das ist mal eine Überraschung.
Aber sag mal, Pippi – was war denn eben mit dir los?“
Pippi schmunzelt.
„Ach, mir geht dieses ganze Theater um den Muttertag auf die Nerven. Einmal im Jahr – viel zu wenig.
Und immer öfter wird selbst dieser Tag vom Konsum überlagert.
Dabei sollte doch eigentlich jeder Tag ein bisschen Muttertag sein.“
Frida nickt.
„Da hast du recht. Mutter sein ist eine große Aufgabe – und niemand bereitet einen wirklich darauf vor.
Man ist plötzlich alles: Familienmanagerin, Trösterin, Organisatorin…
Und viele Frauen arbeiten zusätzlich, so wie Madame Malou.“
Sie hält kurz inne.
„Ich frage mich manchmal: Wie haben wir das alles geschafft?
Woher kam die Kraft?“
Pippi seufzt leise.
„Ich weiß es nicht genau.
Aber Kraft haben mir vor allem meine Jungs gegeben.
Sie aufwachsen zu sehen, sie zu begleiten – ihre Lebendigkeit, ihre Kreativität…
Und dann sind sie losgezogen in die Welt.
Der Große nach Colonia, der Jüngere auf Weltreise -zur Zeit Work and Travel in Australien.“
Sie lächelt nachdenklich.
„Und für mich begann ein neuer Abschnitt.
Jetzt trete ich ein Stück zurück.
Bin mehr im Hintergrund – aber mit offenem Ohr und offener Tür.
Ich bin gerne Mutter.
Auch wenn es nicht immer leicht ist.“
Frida blickt eine Weile vor sich hin.
„Ja, bei mir ist es ähnlich. Meine Tochter ist auch meine Kraftquelle.
Ich erinnere mich noch an ihr erstes Lächeln, das erste ‚Mama‘, die ersten Schritte.
Dann Kindergarten, Schule, Ausbildung… und irgendwann ihr Flug hinaus in die Welt.
Heute hat sie ihre eigene kleine Boutique in Hamburg.“
Sie lächelt leise.
„Wir sehen uns nicht oft. Das ist manchmal schwer.
Aber wir müssen loslassen – auch wenn ein Hauch Wehmut dabei ist.
Und ja… ich bin auch gerne Mutter.“
Beide sitzen einen Moment still da.
Draußen ziehen Menschen vorbei, die Sonne scheint, Vögel zwitschern.
Dann richtet sich Pippi auf.
„Weißt du, Frida… eigentlich sind wir zwei richtige Glückspilze.
Unsere Kinder gehen ihren eigenen Weg.
Treffen Entscheidungen, fallen hin und stehen wieder auf – ohne dass wir eingreifen müssen.
Und wir – wir lassen los…
und bleiben doch ein Zuhause, zu dem sie immer zurückkehren können.“
Frida nickt.
„Genau so ist es.
Und vielleicht ist jetzt unsere Zeit gekommen –
für all das, was wir immer ein bisschen aufgeschoben haben.“
Sie lächelt.
„Komm, wir drehen noch eine Runde durch den Stadtpark.“
Gesagt, getan.
Sie bezahlen, verlassen das Chez Malou und gehen Richtung Park.
Sie gehen nebeneinander her, ohne Eile.
Zwischen ihren Schritten liegt all das, was war –
und das, was noch kommt.
![]() |
| Ein Geschenk, das geblieben ist |
Afrika
geheimnisvoll und lebendig
Ursprung der Menschheit
Elefanten streifen durchs Land
ruhig, kraftvoll, verbunden
Einzigartig.
„Weißt du noch?“ fragt Pippi leise.
Frida nickt. „Manche Orte bleiben für immer.“
Meine Hochzeitsreise.
Entstehen dann, wenn der Inschwehu seinen Senf zum Thema Beauty dazu gibt.
Der Blick in den Spiegel spricht dann Bände.
Pippi und Frida – von Kajal, Dauerwellen und anderen Katastrophen
Wie jeden Mittwoch sitzt Frida im Café „Chez Malou“ und wartet auf Pippi.
Das Glöckchen klingelt, die Tür geht auf – und Pippi kommt herein.
Sie eilt auf Frida zu und setzt sich.
Maurice ist auch schon zur Stelle mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.
Pippi nimmt einen Schluck Kaffee und holt etwas aus ihrem Rucksack – ein Fotoalbum.
Sie lächelt versonnen.
„Weißt du noch, Frida… früher?
Wir wollten unbedingt jeden neuen Trend mitmachen.
Egal, ob er zu uns passte oder nicht.“
Frida nickt zustimmend.
„Ja, ich erinnere mich. Aber sag mal – wie bist du denn auf dieses Thema gekommen?“
Pippi schmunzelt.
„Durch meinen Blog. Ich folge da einigen interessanten Frauen.
Eine Bloggerin aus Wien hat neulich über Beautysünden geschrieben.
Da dachte ich: Oh ja… kennst du auch.
Und dann habe ich in alten Fotoalben gestöbert – und bin fündig geworden.“
Pippi nimmt einen kleinen Bissen vom Erdbeertörtchen und schlägt das Album auf.
„Da, schau, Frida… wir beide auf einer Party.
Nein – guck dir das an! Unsere Haare… diese Dauerwelle.
Wie ein ondulierter Pudel.“
Beide lachen herzhaft.
Frida blättert weiter.
„Pippi, nein – unser Make-up!
Viel zu dunkel… dieser blaue Lidschatten, der Kajalstrich…
und dann noch Rouge und knalliger Lippenstift.
Reine Kriegsbemalung.“
Sie kriegen sich kaum noch ein vor Lachen.
Frida hebt die Augenbraue.
„Weißt du, Pippi… manchmal denke ich, wir hatten damals keinen Spiegel.“
Pippi seufzt leise.
„Ja… das denke ich auch oft.
Aber ich wollte immer dazugehören. Nicht auffallen.
Das hat man mir lange eingeredet.
Die Rebellin in mir ist irgendwann ganz leise geworden…
aber jetzt kommt sie langsam wieder zum Vorschein.“
Frida lächelt Pippi liebevoll an.
„Ja, Pippi, ich weiß. Mir ist es ähnlich ergangen.
Aber du bist jetzt auf einem guten Weg.
Das finde ich richtig toll – da kann ich mir eine Scheibe von dir abschneiden.
Ich sage nur: die rote Hose.“
Beide blättern noch eine Weile schmunzelnd durch das Album.
Plötzlich klappt Pippi es entschlossen zu.
„So, jetzt genug in der Vergangenheit gestöbert.
Was war, war.
Es gehört zu unserem Leben – auch die Beautysünden.
Zu der Zeit war es eben modern.
Gut nur, dass wir uns weiterentwickelt haben.“
Frida nickt.
„Genau, Pippi – du hast recht.
Heute lachen wir einfach darüber.
Wir stehen zu unserem Alter,
zu den grauen Haaren, den Falten
und auch zu den paar Kilos zu viel.
Und wir tragen trotzdem bunte Kleidung
und schminken uns dezent.“
Pippi klatscht in die Hände.
„Bravo, Frida – so machen wir das.
Weil wir es können.“
Draußen geht das Leben weiter.
Die beiden Freundinnen bezahlen
und verlassen gut gelaunt das „Chez Malou“.
„Schönheit beginnt in dem Moment, in dem du beschließt, du selbst zu sein.“ — Coco Chanel
Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht nehmt ihr dann wieder Platz
an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨
Im Chez Malou sitzt Frida wie jeden Mittwoch. Ein Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen stehen auf dem kleinen Bistrotisch. Ein Stuhl bl...