Pippi und Frida – Gedanken über den Frühling
Es ist wieder Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Heute jedoch macht Pippi etwas Überraschendes – und daraus entwickelt sich ein Gespräch über den Frühling und was er mit uns macht.
Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Zeit für ein Gespräch zwischen Pippi und Frida.
Frida sitzt wie immer an dem kleinen Bistrotisch am Fenster. Sie schaut hinaus und wartet auf Pippi. Aus der alten Lautsprecherbox klingt leise ein Chanson von Édith Piaf.
Plötzlich steht Pippi vor Frida und ruft fröhlich:
„Bonjour ma chère Frida!“
Frida zuckt zusammen.
„Mensch Pippi, erschrick mich doch nicht so!“
Pippi entschuldigt sich lachend und setzt sich. Da steht auch schon Maurice an ihrem Tisch und fragt höflich:
„Bonjour, die Damen – wie immer?“
Frida nickt.
„Ja, wie immer. Kaffee und Éclair mit Pistaziencreme.“
Pippi schüttelt den Kopf.
„Nein, für mich heute einen Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen, bitte.“
Maurice notiert die Bestellung und geht
beschwingt Richtung Theke.
Frida hebt ihre Augenbraue.
„Pippi, was war das denn eben? Warum etwas Neues?“
Ich antworte schelmisch:
„Es ist Frühling. Alles neu macht der Mai.“
Frida runzelt die Stirn.
„Also ich verstehe heute gar nichts mehr. Und außerdem – nur so nebenbei – es ist März.“
Ich zucke mit den Schultern.
„Ach Frida, nun sei nicht so streng. Dann eben März. Aber es ist Frühling. Schau doch mal raus: Die ersten Krokusse sprießen, die Sonne lacht vom Himmel und die Vögel zwitschern wieder fröhlicher. Die dunklen, schweren Mäntel weichen langsam hellen, luftigen Jacken.
Hach – und ich erwache zu neuem Leben und habe richtig Lust auf etwas Neues. Deshalb
Latte Macchiato und Erdbeertörtchen.“
Ich schaue Frida neugierig an.
„Und wie ist das mit dir, Frida? Spürst du nicht auch den Frühling und hast Lust auf etwas Neues?“
Da steht plötzlich Madame Malou persönlich an unserem Tisch.
„Voilà, mes dames: ein Kaffee, ein Latte Macchiato, ein Éclair mit Pistaziencreme – und tadaaa, das Erdbeertörtchen.“
Sie lächelt verschmitzt und sagt:
„Ja, manchmal beginnt der Frühling mit einem Erdbeertörtchen.“
Dann zwinkert sie und schwebt graziös davon.
Pippi und Frida hängen beide ihren Gedanken nach und genießen ihren Kaffee und Kuchen.
Frida hebt langsam wieder ihre Augenbraue.
„Also… wenn ich so in mich hineinhorche, spüre ich auch eine kleine Veränderung. Die Tage sind länger, die Luft milder und die Leute freundlicher. Und ja – ich fühle mich auch irgendwie fitter. Erst gestern habe ich die Wintersachen weggeräumt.
Ich glaube, Pippi, du hast recht. Es ist Frühling. Zeit für etwas Neues.“
Wir nicken uns zu und trinken den Rest unseres Kaffees.
Draußen auf der Straße geht das Leben weiter. Eine junge Mutter überquert mit ihren zwei Kindern die Straße. Beide haben ein Eis in der Hand und lächeln selig. Ein junger Mann mit einem bunten Strauß leuchtender Tulpen eilt vorbei – vielleicht auf dem Weg zu seiner Freundin.
Ich lehne mich entspannt zurück und denke tief in mir drinnen:
Ja, es ist Frühling.
Plötzlich sagt Frida:
„Ja, Pippi, du hast recht – es ist Frühling.
Und manchmal beginnt ein neuer Abschnitt des Lebens mit einem anderen Stück Kuchen.“
Und so ist der Frühling ein weiteres Puzzleteil im Zwischenraum des Lebens.
Bis nächste Woche im Café „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch im Zwischenraum des Lebens.

Eine sehr schöne und erfrischende Geschichte.
AntwortenLöschenDankeschön 😍
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