Sunny kommt zum Kaffee und schwärmt von den Erdbeertörtchen.
Madame Malou lüftet ein kleines Geheimnis –
und daraus entsteht ein Gespräch über Kochbücher.
Mittwochnachmittag, kurz nach 15 Uhr im „Chez Malou“.
Pippi und Frida sitzen wie immer an ihrem Stammtisch in der Ecke.
Vor ihnen: Latte Macchiato und Erdbeertörtchen.
Da klingelt das Glöckchen über der Tür.
Sunny kommt herein und winkt den beiden zu.
„Bonjour, Sunny – wie schön, dich zu sehen!“, rufen Pippi und Frida wie aus einem Mund.
Sunny setzt sich zu ihnen.
„Klaro, versprochen ist versprochen. Heute habe ich mir einen freien Nachmittag genommen.“
Kurz darauf bringt Maurice ihr einen Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen.
Sunny nimmt einen Schluck, dann einen kleinen Bissen –
und schließt kurz die Augen.
„Madame Malou… das ist ja ein Traum!“
Madame Malou kommt lächelnd an den Tisch, setzt sich einen Moment zu ihnen und sagt:
„Das freut mich sehr. Ich backe alles selbst – manchmal mit Hilfe einer guten Freundin.
Die Rezepte habe ich von der Vorbesitzerin geerbt. Alte Familienrezepte… einige sind über fünfzig Jahre alt und wurden von Generation zu Generation weitergegeben.“
Gekocht wird bei mir nach meinem alten französischen Schulkochbuch und den Klassikern meiner Familie.
Das ist für mich ein Stück Heimat auf dem Teller.
Sie schaut die drei an.
„Ihr kennt das bestimmt auch. Vielleicht habt ihr zu Hause eine kleine Sammlung?“
Mit einem warmen Lächeln steht sie wieder auf.
„Einen schönen Nachmittag, mes Dames.“
Die drei sitzen einen Moment still da und genießen Kaffee und Kuchen.
Frida hebt ihre Augenbraue.
„Hm… so eine richtige Rezeptsammlung habe ich eigentlich nicht.
Ich nehme gerne nach Koch - und Backbücher – davon habe ich einige.Ich bin eher der praktische Typ - Bücher geben mir Sicherheit.
Natürlich gibt es auch bei uns ein paar Familienklassiker… die werden dann weitergegeben.“
Pippi nickt.
„Ja, so ist das bei uns auch.
Aber ich bin eher der Typ für kreatives Kochen.
Kochbücher sind für mich Inspiration.
Wenn eine Zutat fehlt, wird eben improvisiert - nur beim Backen halte ich mich ausnahmsweise an die Rezepte.
Sunny hört aufmerksam zu, dann lächelt sie etwas verlegen.
„Da kann ich gar nicht so mitreden.
Ich habe es ehrlich gesagt nicht so mit dem Kochen und Backen.
Ein paar Klassiker bekomme ich hin…
aber meine Koch - und Backbücher sind eher Schmuckstücke.“
Sie lacht.
„Ich ernähre mich mittags von Mode.“
Für einen Moment ist es still –
dann müssen alle drei lachen.
Pippi schüttelt den Kopf.
„Also ich ohne Mittagessen? Undenkbar.
Essen ist meine Leidenschaft.“
Frida nickt zustimmend.
„Leidenschaft würde ich es vielleicht nicht nennen…
aber ein gutes Mittagessen gehört einfach dazu.
Und irgendwie sieht man daran, wie unterschiedlich wir sind.“
Sie lächelt.
„Kochbücher sind eben mehr als nur Rezepte.
Sie erzählen Geschichten, verbinden Menschen, Länder und Kulturen.“
Pippi nickt begeistert.
„Genau.
Und weißt du was – ich habe tatsächlich selbst so eine Art Familienkochbuch gemacht.
Mein jüngster Sohn wollte es, als er mit seiner Freundin zusammengezogen ist.“
„Wie schön!“, sagen Frida und Sunny gleichzeitig.
Eine Weile sitzen sie noch zusammen,
schlendern gedanklich durch Erinnerungen,
und draußen geht das Leben weiter.
Irgendwann wird es Zeit zu gehen.
Sie zahlen, treten hinaus auf die Straße,
umarmen sich zum Abschied
– und gehen beschwingt ihrer Wege.
Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen.
Und zu wertvoll für liebloses Essen.
Bis nächste Woche im „Chez Malou“.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕️🌿✨


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Schön,das ihr mich besucht habt.Ich freue mich über nette Worte,Neider und Nörgler bitte schweigen.