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Mittwoch, 20. Mai 2026

Humor ist....



 Wie war das? Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Und genau das ist Pippis Motto.
Setzen wir uns also zu ihnen an den Tisch und hören, was Pippi und Frida heute zu erzählen haben.

Wie jeden Mittwoch sitzt Frida im „Chez Malou“ und wartet auf Pippi.
Um kurz nach 15 Uhr öffnet sich die Tür und Pippi kommt herein.

„Bonjour“, begrüßt sie Frida etwas verhalten.
„Bonjour, Pippi“, antwortet diese verwundert.

Pippi winkt Maurice heran.

„Bonjour Madame, was kann ich für Sie tun?“

"Für mich heute bitte ein Éclair mit Pistaziencreme und Kamillentee“, antwortet Pippi.

Frida hebt die Augenbrauen und schaut sie verdutzt an.

„Also ich nehme wie immer einen Latte Macchiato und ein Erdbeertörtchen“, sagt sie zu Maurice.

Wenig später steht die Bestellung auf dem Tisch.
Frida rührt langsam ihren Kaffee um und schaut Pippi fragend an.

„Sag mal … was ist denn los?
Éclair und Kamillentee?“

Pippi lächelt dezent.

„Tja … zahnlos im ,Chez Malou‘ sitze ich heute. Hatte letzte Woche doch die Zahn-OP, und statt einem wurden gleich zwei Zähne gezogen.“

Sie grinst vorsichtig.

„Mit Kopftuch, Krückstock und Zahnlücke wäre ich glatt karnevalstauglich als Hexe.“

Wieder huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.

„Und bis das Provisorium kommt, lächle ich eben königlich dezent — wie die Queen. Nur mit Kamillentee statt Krone.“

Dann nimmt sie vorsichtig einen kleinen Bissen vom Éclair.

Frida prustet los.

„Entschuldige, Pippi … aber du bist wirklich eine Marke.“

Kopfschüttelnd lacht sie weiter.

„Das muss dir erstmal einer nachmachen. Zwei Zähne gezogen — und statt zu jammern, verpackst du alles mit Humor. Ja, ja … du mit deinem speziellen Humor.“

Pippi zuckt mit den Schultern.

„Weißt du, Frida, mein Humor hat mich schon durch so manche schwere Situation getragen. Klar, am Anfang hätte ich heulen können.
,Nein‘, dachte ich, ,nicht schon wieder. Langsam habe ich wirklich genug. Irgendwas ist doch immer.‘
Aber dann schüttele ich mich — und zack — fällt mir wieder etwas Lustiges ein.“

Sie nimmt einen Schluck Kamillentee.

„Und außerdem soll Lachen ja gesund sein. Deshalb gehe ich schließlich auch zum Lachyoga.“

Frida lächelt und nimmt Pippis Hand.

„Ich finde wirklich toll, wie du das meisterst. Mit Humor wird vieles leichter. Vielleicht probiere ich das bei der nächsten doofen Situation auch mal.“

Pippi nickt zustimmend.

Eine Weile beobachten beide schweigend das Leben draußen vor den Fenstern des Cafés.

Dann sagt Pippi:
„Das Wetter ist heute irgendwie durchwachsen. Wollen wir statt in den Park lieber Sunny besuchen?“

"Gute Idee“, antwortet Frida sofort.

Nachdem sie bezahlt haben, verlassen sie das „Chez Malou“ und gehen gemeinsam Richtung „Villa Sunny“.
Beschwingt und fröhlich laufen sie nebeneinander her.

Ja — mit Humor geht vieles leichter.





Mittwoch, 13. Mai 2026

Muttertag


 
Wird einmal im Jahr gefeiert.

Setzen wir uns zu Pippi und Frida an den Tisch und hören, was sie zu diesem Thema zu sagen haben.

Wie so oft an einem Mittwoch sitzt Frida an dem kleinen Bistrotisch im Chez Malou.
Kurz nach 15 Uhr bimmelt das Glöckchen über der Tür.
Pippi kommt herein – mit ihrem typischen Pippilotta-Blick, leicht ironisch und verschmitzt.

„Bonjour, Frida – nachträglich alles Gute zum Muttertag.“

„Bonjour, Pippi, dir auch alles Gute“, erwidert Frida.

Maurice kommt mit zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.

„Bonjour, auch von mir alles Gute zum Muttertag“, sagt er mit einem verschwörerischen Lächeln.
Pippi lächelt.
„Merci, Maurice.“


Sie hebt ihr Glas.
„Ein Hoch auf alle Mütter“, ruft sie laut durchs Café.

Frida hebt eine Augenbraue und runzelt leicht die Stirn.

Bevor Pippi weitersprechen kann, kommt Madame Malou an den Tisch und setzt sich dazu.

„Ja, genau – ein Hoch auf uns Mütter“, sagt sie und lächelt versonnen.
Pippi und Frida schauen überrascht auf.

„Mais oui, ich bin auch eine Maman. Mein Sohn Maurice bringt Ihnen jeden Mittwoch Kaffee und Kuchen.“

„Was? Das gibt es doch nicht!“, rufen Pippi und Frida wie aus einem Mund.

Madame Malou nickt.
„Maurice ist das, was mir aus einer großen Liebe geblieben ist.
Am Anfang war ich verzweifelt – allein in einem fremden Land, ohne Arbeit und schwanger.
Doch die Vorbesitzerin war meine Rettung. Ich durfte hier arbeiten, und nach der Geburt war sie eine Art Ersatzoma für Maurice.
Es war keine leichte Zeit – viel Arbeit, wenig Schlaf und kaum Ruhe.
Aber ich habe es nie bereut.
Maurice ist das Beste, was mir passieren konnte.
Und Muttertag? Den mag ich. Einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen – das darf auch sein.“

Sie lächelt, nickt den beiden zu und geht zurück hinter den Tresen.

Pippi und Frida sind einen Moment lang still.

Dann hebt Frida die Augenbraue.
„Tja… das ist mal eine Überraschung.
Aber sag mal, Pippi – was war denn eben mit dir los?“

Pippi schmunzelt.
„Ach, mir geht dieses ganze Theater um den Muttertag auf die Nerven. Einmal im Jahr – viel zu wenig.
Und immer öfter wird selbst dieser Tag vom Konsum überlagert.
Dabei sollte doch eigentlich jeder Tag ein bisschen Muttertag sein.“

Frida nickt.
„Da hast du recht. Mutter sein ist eine große Aufgabe – und niemand bereitet einen wirklich darauf vor.
Man ist plötzlich alles: Familienmanagerin, Trösterin, Organisatorin…
Und viele Frauen arbeiten zusätzlich, so wie Madame Malou.“

Sie hält kurz inne.

„Ich frage mich manchmal: Wie haben wir das alles geschafft?
Woher kam die Kraft?“

Pippi seufzt leise.
„Ich weiß es nicht genau.

Aber Kraft haben mir vor allem meine Jungs gegeben.
Sie aufwachsen zu sehen, sie zu begleiten – ihre Lebendigkeit, ihre Kreativität…
Und dann sind sie losgezogen in die Welt.
Der Große nach Colonia, der Jüngere auf Weltreise  -zur Zeit Work and Travel in Australien.“

Sie lächelt nachdenklich.
„Und für mich begann ein neuer Abschnitt.
Jetzt trete ich ein Stück zurück.
Bin mehr im Hintergrund – aber mit offenem Ohr und offener Tür.
Ich bin gerne Mutter.
Auch wenn es nicht immer leicht ist.“

Frida blickt eine Weile vor sich hin.

„Ja, bei mir ist es ähnlich. Meine Tochter ist auch meine Kraftquelle.
Ich erinnere mich noch an ihr erstes Lächeln, das erste ‚Mama‘, die ersten Schritte.
Dann Kindergarten, Schule, Ausbildung… und irgendwann ihr Flug hinaus in die Welt.
Heute hat sie ihre eigene kleine Boutique in Hamburg.“

Sie lächelt leise.
„Wir sehen uns nicht oft. Das ist manchmal schwer.
Aber wir müssen loslassen – auch wenn ein Hauch Wehmut dabei ist.
Und ja… ich bin auch gerne Mutter.“

Beide sitzen einen Moment still da.
Draußen ziehen Menschen vorbei, die Sonne scheint, Vögel zwitschern.

Dann richtet sich Pippi auf.
„Weißt du, Frida… eigentlich sind wir zwei richtige Glückspilze.
Unsere Kinder gehen ihren eigenen Weg.
Treffen Entscheidungen, fallen hin und stehen wieder auf – ohne dass wir eingreifen müssen.
Und wir – wir lassen los…
und bleiben doch ein Zuhause, zu dem sie immer zurückkehren können.“

Frida nickt.
„Genau so ist es.

Und vielleicht ist jetzt unsere Zeit gekommen –
für all das, was wir immer ein bisschen aufgeschoben haben.“

Sie lächelt.
„Komm, wir drehen noch eine Runde durch den Stadtpark.“

Gesagt, getan.
Sie bezahlen, verlassen das Chez Malou und gehen Richtung Park.

Sie gehen nebeneinander her, ohne Eile.
Zwischen ihren Schritten liegt all das, was war –
und das, was noch kommt.

Ein stiller Zwischenraum.
Voller Leben.



Ein Geschenk, das geblieben ist