Pippi nimmt Abschied
Pippi hat gestern zusammen mit Balu ihre alte Heimat besucht. Ein Besuch auf dem Wochenmarkt stand auf dem Programm und der obligatorische Friedhofsbesuch. Doch irgendwie stand der Tag unter keinem guten Stern. Es fing schon damit an, dass der geplante Zug ausfiel. Nach einigem Hin und Her sind sie dann zwei Stunden später losgefahren.
In M. angekommen, lief alles seinen gewohnten Gang. Brot, Schinken und Mettwurst eingekauft. Zum Mittagessen wurde der traditionelle Eintopf verspeist. Dank Rollator konnte Pippi den sogar im Sitzen verspeisen. Im Anschluss auf den Friedhof, Kerze angezündet und so schnell wie möglich wieder verschwunden. Pippi mag nämlich eigentlich keine Friedhöfe. Am Bahnhof dann noch gemütlich Tee getrunken und Kuchen gegessen. Soweit so gut.
Die Rückfahrt entpuppte sich als lebendiger Albtraum. Verspätung, liegengebliebener Güterzug, lange Wartezeit, gestrandet auf einem zugigen Bahnhof und zum Schluss noch ein kleiner Fußmarsch. Kurz gesagt, abgefahren in M. um 15:50 Uhr, angekommen in Kassel um 23:30 Uhr. Die Nerven lagen blank.
Doch diese Odyssee hatte auch etwas Gutes. Pippi hat jetzt für sich beschlossen, es ist Zeit, damit aufzuhören, über verschüttete Milch zu jammern.
Heißt, sie schließt das Kapitel M. endgültig ab. Die Stadt ist ihr mittlerweile fremd geworden und es ist eigentlich schon ziemlich dekadent, wegen ein paar Spezialitäten stundenlang unterwegs zu sein. Es bringt nichts, in der Vergangenheit zu leben und ständig in die alte Heimat zu fahren, spült nur alles wieder hoch. Das Grab wird durch den Friedhofsgärtner versorgt und ob da jetzt Blätter liegen, Pilze wachsen oder sonst was, ist egal. Die Leute werden eh immer was zu meckern haben und Pippi hört es ja nicht.
Kassel wird nie ihr Lieblingsort werden. Jedoch kann sie versuchen, sich ihre Lebensumstände so zu gestalten, dass sie sich auch in Kassel wohlfühlt, den Fokus auf das Schöne legen, wie zum Beispiel den Bergpark mit dem Lac , die Karlsaue oder die diversen Museen.
Manchmal braucht es eben eine kleine, anstrengende Bahn-Odyssee, um zu erkennen, wo das Hier und Jetzt auf uns wartet.


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Schön,das ihr mich besucht habt.Ich freue mich über nette Worte,Neider und Nörgler bitte schweigen.