Pippi und Frida – Mode im Alter
Pippi war mutig und hat sich eine neue Hose gekauft –
sogar in einer neuen Farbe.
Frida ist erstaunt.
Und plötzlich taucht Sunny auf.
Daraus entwickelt sich ein Gespräch über Mode im Alter.
Trau ich mich das? Darf ich das?
Mittwochnachmittag im Café „Chez Malou“.
Es ist alles wie immer.
Frida sitzt an dem kleinen Tisch in der Ecke und wartet auf Pippi.
Die Espressomaschine zischt leise vor sich hin,
aus den Lautsprecherboxen klingen französische Chansons.
Madame Malou, heute in einem türkisfarbenen Kleid,
eilt zwischen den Tischen hin und her.
Da – das Glöckchen klingelt.
Die Tür geht auf…
Pippi kommt herein.
Nein – sie schwebt förmlich herein,
mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.
„Bonjour, ma chère Frida.“
Frida hebt den Blick und bleibt einen Moment länger als sonst.
„Also du hast ja heute gute Laune, ma chère Pippi…
oder etwa eine neue Hose?“
Pippi lächelt geheimnisvoll und setzt sich.
In diesem Moment bringt Maurice die übliche Bestellung:
zwei Latte Macchiato und zwei Erdbeertörtchen.
Pippi nimmt einen Schluck Kaffee
und beginnt zu erzählen:
„Ja, ich habe gute Laune – und eine neue Hose.
Und weißt du, wo ich sie gekauft habe? Bei Sunny.
Sie hat in dem kleinen Lädchen in der Kastanienallee
eine Boutique eröffnet.
Du erinnerst dich doch noch an sie?
Ich soll dich übrigens grüßen.“
Frida hebt die Augenbraue und denkt kurz nach.
„Ach, Sunny… natürlich.
Ist sie immer noch so verrückt wie damals?
Und mutig war sie – sie hatte immer die wildesten Outfits an.“
Pippi lacht.
„Ja, das ist sie noch immer.“
Frida schaut sie prüfend an.
„Und deswegen hast du dir eine… rote Hose gekauft?“
Einen Moment lang wirkt Pippi unsicher.
„Genau“, sagt sie dann.
„Ich habe mich für mehr Leichtigkeit und Mut entschieden.
Sunny hat mich darin bestärkt.
Eigentlich wollte ich wieder so eine
langweilige Einheitshose kaufen.
Du weißt schon… praktisch, unauffällig.
Aber dann kam Sunny mit dieser roten Hose.
Und plötzlich waren sie wieder da –
diese Stimmen im Kopf:
In deinem Alter…
mit den Kilos auf den Rippen…
Da habe ich gedacht: Jetzt erst recht.
Warum soll man ab einem bestimmten Alter
wie eine graue Maus durchs Leben huschen?
Es reichen doch graue Haare, Falten
und ein paar Kilos zu viel.
Da darf die Kleidung doch ruhig
ein bisschen peppiger sein.
Deswegen die rote Hose.
Weil ich es kann.“
Pippi lehnt sich zurück,
trinkt einen Schluck Kaffee
und isst genüsslich ihr Erdbeertörtchen.
Eine Weile hängen beide ihren Gedanken nach.
Frida hebt langsam ihre Augenbraue und lächelt.
„Weißt du, Pippi…
so unrecht hast du gar nicht.
Und doch hat man immer im Kopf:
Ab einem gewissen Alter darf man dies und das nicht.
Kleidung soll ‚angemessen‘ sein…
Manche Modetrends kann man ruhig den jungen Frauen überlassen –
aber gegen etwas Farbe ist wirklich nichts einzuwenden.“
Sie rührt nachdenklich in ihrem Kaffee.
Ihr Blick fällt auf Madame Malou –
in ihrem türkisfarbenen Kleid.
Und die ist ja auch nicht mehr die Jüngste…
Draußen geht das Leben weiter.
Menschen eilen vorbei, Vögel zwitschern, ein Auto hupt.
Plötzlich beginnt Pippi spitzbübisch zu grinsen.
„Frida… weißt du, was wir jetzt machen?
Wir gehen zu Sunny –
und du kaufst dir auch etwas Neues.
Etwas Peppiges.“
Frida schaut sie erst erstaunt an,
dann muss sie lachen.
„Mensch Pippi… du und deine Ideen.
Letztes Mal Prosecco –
und heute shoppen.“
Einen Moment später nickt sie.
„Na gut.
Ich bin jetzt auch mal mutig.
Auf zu Sunny – das wird bestimmt lustig.“
Sie bezahlen, verlassen kichernd das „Chez Malou“
und machen sich auf den Weg zur Kastanienallee.
Hab keine Angst vorm Älterwerden.
Du kannst immer noch Unsinn machen…
und rote Hosen tragen.
Vielleicht treffen wir uns dort
und ihr nehmt Platz an unserem kleinen Tisch
im Zwischenraum des Lebens. ☕🌿✨


Eine sehr gute Einstellung. Schöne Geschichte. 👏👍
AntwortenLöschenDankeschön. Ja,die Einstellung ist das Wichtigste. 🙋♀️🫠
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